2025-12-03T05:51:34.672Z

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Am Rande des Spiels gegen den FFC Recklinghausen ging die Schlammschlacht beim VfR Warbeyen in die nächste Runde.
Am Rande des Spiels gegen den FFC Recklinghausen ging die Schlammschlacht beim VfR Warbeyen in die nächste Runde. – Foto: Pascal Derks

„Dienstwagen-Affäre“ beim VfR Warbeyen

Der Ärger beim Dorfverein eskaliert nach dem Aufstieg in die Zweite Bundesliga der Frauen. Nun tauchte die Polizei auf.

Die ehemalige Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, der Klever Bürgermeister Wolfgang Gebing, Christoph Thyssen, Vorsitzender des Oberligisten 1. FC Kleve – alle waren am Samstag zum Stadion am Bresserberg gekommen, um dem VfR Warbeyen zum Aufstieg in die Zweite Bundesliga der Frauen zu gratulieren. Zur Feier des Tages überbrachte VfR-Vorsitzender Christian Nitsch die Nachricht, dass der Dorfverein vom Warbeyener Duvenpoll vom Deutschen Fußball-Bund die Lizenz für Liga zwei erhalten hat.

Weitere „Gäste“ tauchten unmittelbar nach dem Schlusspfiff des Heimspiels gegen den Abstiegskandidaten 1. FFC Recklinghausen auf, das der Meister mit einer dezimierten Mannschaft sang- und klanglos 0:5 verlor. Viele der rund 200 Zuschauer, die sich auf den Heimweg machten, dürften sich über den Besuch der Polizei gewundert haben.

„Kurz vor 20 Uhr ist ein Anruf bei uns eingegangen, um exakt 19.59 Uhr sind die Kollegen am Stadion eingetroffen“, sagte Stefan Sparberg, Sprecher der Klever Polizei. Hintergrund: Einige ehemalige Spielerinnen des VfR Warbeyen, die keinen Vertrag für die Zweite Liga erhalten und deshalb um sofortige Vertragsauflösung gebeten haben, hatten sich mit zwei Fahrzeugen auf den Weg zum Bresserberg gemacht. Nach dem Spiel mussten sie feststellen, dass in der Zwischenzeit die Kennzeichen abmontiert worden waren.

Kennzeichen nicht geklaut - aber berechtigt entfernt?

Allerdings waren keineswegs Diebe am Werk. Die Pkw gehören den Klub-Angaben zufolge zur Clivia-Gruppe. Deren Chef ist Christian Nitsch, Vorsitzender des VfR Warbeyen. In dieser Funktion hatte er die beiden Autos den Spielerinnen quasi als „Dienstfahrzeuge“ zur Verfügung gestellt, um damit Fahrten zu Trainingseinheiten und Meisterschaftsspielen absolvieren zu können.

„Wir hatten die Spielerinnen, die nicht mehr für uns zum Einsatz kommen werden, mehrfach aufgefordert, die Fahrzeuge zurückzubringen. Da hieß es nur, dass sie dazu wegen ihrer aktuellen Erkrankung nicht in der Lage seien. Als die Autos jetzt vor Ort auftauchten, haben wir die Kennzeichen abmontiert. Schließlich gehören sie uns“, so Christian Nitsch. In einem offenen Brief, der am Montagnachmittag unsere Redaktion erreichte und mit „die betroffenen Spielerinnen des VfR Warbeyen“ unterzeichnet ist, heißt es: „Nach dem Spiel wurden zwei Autos fahruntüchtig gemacht, Kennzeichen entfernt. Laut Vertrag liegt das Nutzungsrecht bei Spielern bis zum 30. Juni 2025. Vier Spielerinnen, die mehr als eine Stunde Heimweg hatten, blieben auf dem Parkplatz zurück – nach jahrelanger Hingabe und Einsatz für diesen Verein.“

Damit ist ein weiteres Kapitel der Schlammschlacht aufgeschlagen worden, die in vollem Gange ist, seitdem der VfR Warbeyen den größten Triumph in der Vereinsgeschichte gefeiert hat. Mitte April, als der Aufstieg in Leverkusen perfekt gemacht wurde, gab es Tränen und Enttäuschung statt einer ausgelassenen Aufstiegsparty, weil acht Spielerinnen kein neues Vertragsangebot bekommen hatten. Klubboss Nitsch hatte sich daraufhin für die Kommunikation der Personalien entschuldigt.

Unruhe auf den Rängen

Nun sollen am Wochenende schon während der Partie gegen Recklinghausen die Spielerinnen, die sich wenig später bei der Polizei melden sollten, für Unruhe auf den Rängen gesorgt haben. „Sie haben die Tore des Gegners lautstark bejubelt. Mehr muss ich nicht sagen“, sagte Nitsch.

Für die Klever Polizei hatte sich die Angelegenheit ganz schnell erledigt. „Die Kollegen haben den beteiligten Personen erklärt, dass sie nicht zuständig sind, weil es sich um eine zivil- und nicht um eine strafrechtliche Angelegenheit handelt. Und dann sind sie wieder gefahren“, sagte Stefan Sparberg.

Aufrufe: 029.4.2025, 08:30 Uhr
Volker HimmelbergAutor