
Eppelborn/Worms. Trotz Auftaktpleite am ersten Spieltag punktete Oberligist VfR Wormatia Worms in den ersten Saisonwochen fleißig. Und dass die Mannschaft von Trainer Anouar Ddaou monatelang auf Tuchfühlung mit den Spitzenplätzen ging, lag auch an einer erstaunlichen Konsequenz. Nicht immer spielerisch brillant aber mit einer hohen Effizienz schlugen die Wormaten die vermeintlich „schwächeren“ Mannschaften aus der unteren Tabellenregion. Im April 2026 ist diese Phase der Wormser gefühlt meilenweit entfernt. Denn besonders gegen Underdogs bekleckert sich der VfR aktuell nicht mit Ruhm. Am Osterwochenende gab es für Ddaou und Co eine 0:1 (0:0)-Niederlage beim FC Hertha Wiesbach.
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Pleite im Saarland: Personell arg gebeutelt und ohne die Stammspieler Marc Nauth, Torwart Tobias Edinger, Kapitän Tom Fladung, Nicolas Obas, Leo Klein (alle verletzt) und Kaan Özkaya (gesperrt) starteten die Wormser mit einer Dreierkette auf dem Kunstrasen in Eppelborn. Doch der Wunsch, dadurch mehr Durchschlagskraft in der Offensive zu erzeugen, erfüllte sich für die Wormser nicht. Ein Distanzschuss von Vasileios Siontis, der den Ball gegen den Pfosten drosch (49.), war die erste wirkliche Torannäherung der Gäste. Ein Abschluss von Mart Özkaya der zweite (68.) – und gleichzeitig der letzte. Die Gastgeber kamen zu deutlich mehr gefährlichen Aktionen im Strafraum, trafen aber erst in der Nachspielzeit, als der zuvor gut aufspielende Edinger-Ersatz John Dos Santos nach einem Wiesbach-Eckball am Boll vorbeiflog und Alexio Brauer die Gastgeber zum Heimsieg schoss (90+1.). Was Wormatias verpatztes Osterwochenende perfekt machte: zwei Ampelkarten für Laurenz Graf (78.) und Niklas Meyer (90+2.).
Wormatias Bilanz gegen die „Kellerkinder“: Nach der Wintervorbereitung äußerten sich die Wormser Verantwortlichen vor dem Restart in der Liga optimistisch. Ob Trainer Anouar Ddaou („Wir hatten kaum Verletzte und die Spieler haben die Trainingsinhalte gut umgesetzt”) und sein Sportlicher Leiter Aydin Ay („Wir haben den Kader verkleinert und Kosten gespart. Wir sind zufrieden mit Winterpause”) dabei auch das Auftaktprogramm im Kopf hatten? Doch anders als in der Vorrunde, als sich die Wormaten gegen die fünf Vereine aus der unteren Tabellenregion beinahe schadlos gehalten haben (13 Punkte), steht die Bilanz in der Rückrunde gegen diese Teams sinnbildlich für die stagnierende sportliche Entwicklung des traditionsreichen Oberligisten. Lediglich fünf Punkte sammelten die Wormser in den Partien gegen FV Diefflen (3:2), SC Idar-Oberstein (2:2), SV Auersmacher (0:1), TSV Gau-Odernheim (0:0) und FC Hertha Wiesbach (0:1).
Drei Auffälligkeiten: Selbst gegen die vermeintlichen Kleinen der Liga sind die Wormser aktuell nur auf Augenhöhe. Dabei fallen drei grundlegende Probleme auf. 1. Platzverweise: Nach der rekordverdächtigen Hinausstellung von Kaan Özkaya beim SV Auersmacher (Tätlichkeit nach 70 Sekunden) hatten die Wormatia-Spieler auch am Osterwochenende ihre Nerven nicht im Griff. Laurenz Graf und Niklas Meyer sahen bei ihrer Ampelkarte je eine Gelbe Karte wegen Meckerns. 2. Späte Gegentore: Gegen Idar-Oberstein gaben die Wormser in der Schlusssekunde einen Heimsieg aus der Hand, bei Hertha Wiesbach ein mögliches 0:0. Macht in der Summe drei Punkte. 3. Harmlose Offensive: In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit schoss Mert Özkaya gegen Idar-Oberstein per Handelfmeter das letzte Wormatia-Tor. Es folgten, bis jetzt, 315 torlose Minuten der Wormser.