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Spielvorbericht

Die Wormatia hat beim SV Gonsenheim ein »Flügelproblem»

Nach der Enttäuschung gegen den SV Auersmacher wünscht sich VfR-Trainer Artur Lemm ein anderes Auftreten seines Oberliga-Teams

von Stefan Mannshausen · 28.08.2026, 09:00 Uhr · 0 Leser
Nicht nur das Ergebnis zählt für Wormatia-Trainer Artur Lemm beim Gastspiel der Wormser beim SV Gonsenheim. 	Foto: Christine Dirigo/pakalski-press
Nicht nur das Ergebnis zählt für Wormatia-Trainer Artur Lemm beim Gastspiel der Wormser beim SV Gonsenheim. Foto: Christine Dirigo/pakalski-press

Worms. Groß um den heißen Brei herumreden wollte Artur Lemm am vergangenen Wochenende nicht. Der Trainer von Oberligist Wormatia Worms war nach dem 1:2 gegen Auersmacher maßlos enttäuscht. Nicht vom Resultat („Das Ergebnis ist mir komplett egal”), aber vom Auftritt seiner Mannschaft. Vor der Partie beim SV Gonsenheim (Samstag, 15:30 Uhr) prophezeite er seinen Spielern deshalb eine unangenehme Woche.

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Montags und dienstags wurden also die „Zügel” im Training etwas angezogen. „Der Umfang und die Intensität waren sicher etwas höher, als wir es sonst angehen”, berichtet Lemm, der aber nichts davon hält, Laufrunden oder Straftraining anzusetzen. Sein Motto: spielerische Ansätze und kleine Wettkampfformen. „Am Ende waren die Jungs kaputt und sind über Grenzen gegangen”, berichtet der Wormatia-Trainer, der „dabei glückliche Jungs und viel Spaß” untereinander wahrgenommen hatte.

Trotz zuletzt drei Pleiten in Folge ist Artur Lemm sowieso weit davon entfernt, den Saisonstart schlechtzureden. Gut, im Spiel gegen Auersmacher sei der Auftritt „einfach schlecht” gewesen. Und auch beim Pokalspiel bei Schott Mainz habe dem 51-Jährigen eine Halbzeit überhaupt nicht gefallen. Ansonsten aber sei er mit den Auftritten seines Teams bislang zufrieden. Was den Trainer mehr als das Pokalaus und die zwei Ligapleiten (in vier Spielen) stört, ist die Art und Weise, wie seine Mannschaft den Funken Euphorie, der im Wormatia-Umfeld nach dem Superstart (4:1 bei Rot-Weiß Koblenz und 4:0 gegen FK Pirmasens) herrschte, mit dem Auersmacher-Auftritt einzureißen droht.

Wormatia-Trainer vermisste zuletzt „talentfreie Sachen“

Den Aufschwung und den Zusammenhalt zwischen Mannschaft, Umfeld und Fans beschreibt er als „zartes Pflänzchen”, das gehegt und gepflegt werden müsse. Und dass es, wenn die Ergebnisse nicht stimmten, nie an Einstellung, Mentalität und Emotionen liegen dürfe. Blöd sei also, wenn er die „talentfreien Sachen“ wie gegen Auersmacher nicht von seinen Spielern sehe. Und um im Bild zu bleiben: Ohne Einstellung und Leidenschaft bleiben der Funken Euphorie und Aufschwung im Pflänzchen-Modus stecken. Nicht die Entwicklung, die Artur Lemm und sein Team in dieser Saison gehen wollen.

In Gonsenheim erwartet Artur Lemm also vor allem ein anderes Auftreten seines Teams, das sich offensichtlich schwertat, den Schalter „vom Pokalhighlight zum Auersmacher-Heimspiel” umzulegen. Das gilt es nun gegen ein Team, das zwar erst drei Punkte auf dem Konto hat, in seinen Auftritten aber mehr Potenzial aufblitzen ließ, als es Tabellenstand 16 vermuten lässt. „Sie haben ein topbesetztes zentrales Mittelfeld und mit Yannick Ischdonat einen Stürmer, der seit Jahren Top-Scoring-Werte aufweist”, zählt Lemm Stärken der Mainzer auf, nennt weitere Spieler, die ihm gefallen (unter anderem Enis Coric, Maurice Neukirch, Can Karakas, Tom Luft) und hält Torwart Paul Simon mit VfR-Schlussmann Luca Pedretti für einen der „besten Oberliga-Keeper“. „Ich habe sie mir zweimal angesehen in dieser Saison. Das ist eine gute Mannschaft.”

Wormatia-Neuzugang für das zentrale Mittelfeld

Bei der Spielvorbereitung liege der Fokus aber bewusst auf der eigenen Mannschaft: „Ich sage, es ist gerade 80 Prozent unser eigenes Spiel und 20 Prozent Gonsenheim.” Bei den 80 Prozent gehört dieses Mal auch jede Menge Experimentier-Freude dazu. Gerade die Flügelbesetzungen versprechen Spannung: Justin Barry (lange vorab geplante Abwesenheit), Nico Jäger, Nasir Zaatan (beide krank), Volkan Rona, Aziz Alagi (beide muskuläre Probleme) und Nicolas Obas (Pneumothorax) standen am Mittwochabend noch auf der Ausfallliste. Auch der angeschlagene Altin Vrella droht auszufallen.

Im Kader dabei sein könnte hingegen ein Neuzugang: Tim Grünewald, der mit Lemm schon bei Bayern Alzenau und Rot-Weiß Walldorf zusammengearbeitet hat, verstärkt die Wormaten ab sofort. Der Mittelfeldspieler kommt vom VfR Mannheim, wo seine Aussichten auf Regionalliga-Einsätze gering waren. „Er verstärkt uns in der Spitze und somit auch in der Breite unseres Kaders”, freut sich Artur Lemm über einen „spielintelligenten” Neuen, der die Spielweise des VfR-Trainers folglich kennt und keine lange Anlaufzeit brauchen dürfte. Kleiner Haken zu Beginn: Grünewald verpasste die Sommervorbereitung verletzt und kam für die Mannheimer im Saisonverlauf bislang lediglich auf 19 Einsatzminuten im Verbandspokal.