
Eine dieser Geschichten trägt den Namen Paul Eckstein. Der 30-jährige Kapitän des 1. Suhler SV 06 hat in den vergangenen Jahren Höhen und Tiefen mit seinem Verein erlebt. Er war dabei, als der Abstieg besiegelt wurde. Er führte die Mannschaft zurück nach oben. Und nun steht er vor einem Spiel, das alles verändern könnte.
Dass seine Mannschaft nun am letzten Spieltag tatsächlich vom Durchmarsch in die Thüringenliga träumen darf, hätte selbst der Kapitän nicht erwartet. „Wenn mir vor der Saison jemand gesagt hätte, dass wir am letzten Spieltag noch Aufstiegschancen haben, hätte ich natürlich gesagt, dass das schön wäre, aber wohl eher unrealistisch ist.“ Doch genau diese Chance ist nun da.
Die Voraussetzungen für ein echtes Endspiel sind also gegeben. Volle Emotionen, hohe Intensität und eine Kulisse, die beiden Mannschaften einen würdigen Rahmen bieten dürfte. Und was wäre, wenn tatsächlich alles zusammenpasst? Wenn Suhl gewinnt und Gotha gleichzeitig Federn lässt? Dann würde aus einer starken Saison eine historische werden. „Eigentlich hat der Verein da gar keine Wahl mehr – da wir vor dem 31.05. keine Verzichtserklärung abgegeben haben, sind uns durch die Regularien sozusagen die Hände gebunden“, erklärt Paul mit einem Schmunzeln. „Es geht nur noch zwischen Zwangsabstieg oder Aufstieg, eine andere Option gibt’s nicht.“
Für ihn persönlich wäre der Sprung in die Thüringenliga weit mehr als nur ein sportlicher Erfolg: „Für mich persönlich wäre das ein echtes Highlight meiner letzten Jahre im Fußball. Als Kapitän dieser jungen Truppe habe ich mir gewünscht, mit der Mannschaft mal etwas Besonderes zu erreichen. Dass wir als Aufsteiger überhaupt am letzten Spieltag noch um den Aufstieg mitspielen können, ist für sich genommen schon eine echt starke Leistung der Jungs.“
Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Geschichte dieses letzten Spieltags. Nicht in Tabellenkonstellationen oder Rechenspielen, sondern in der unglaublichen Entwicklung einer Mannschaft, die vor zwei Jahren noch den Gang in die Kreisoberliga antreten musste und nun von der Thüringenliga träumen darf. Paul Eckstein hat beide Seiten erlebt. Den Schmerz des Abstiegs und die Euphorie eines möglichen Aufstiegs. Am Samstag könnte sich der Kreis schließen. Dann braucht es einen Heimsieg gegen Ifta. Und ein wenig Schützenhilfe aus Ohratal. Den Rest würde der Fußball schreiben.