2024-07-17T10:40:36.325Z

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Kaum zu fassen: Aus der Kreisoberliga Nordthüringen gibt es keinen Aufsteiger in diesem Sommer.
Kaum zu fassen: Aus der Kreisoberliga Nordthüringen gibt es keinen Aufsteiger in diesem Sommer. – Foto: Sebastian Harbke

Die (Un-)Klarheit im Abstiegskampf

Wieder einmal richtig undurchsichtig war die Aufstiegssituation in der Landesklasse 2 vor dem letzten Spieltag.

Denn aus Nordthüringen flatterte kurzfristig eine Hiobsbotschaft rein, die wiederum große Auswirkungen auf die Anzahl der Absteiger hatte. Von zwei bis vier Absteigern schien in der Landesklasse 2 vor dem letzten Spieltag alles möglich.

Der SV Blau-Weiß Greußen verzichtete als Meister der Kreisoberliga Nordthüringen auf den Gang in die Landesklasse. Und weil auch keines der folgenden Teams (Bleicherode, Oberheldrungen, Großwechsungen) sich in Sachen Aufstieg bekannte, wird es nur zwei Landesklasse-Aufsteiger zur neuen Saison aus dem KFA Eichsfeld/UH und dem KFA Erfurt-Sömmerda geben. Somit reduziert sich die Anzahl der Absteiger aus der Landesklasse 2 auf drei Teams.

Hätte Mühlhausen am Wochenende den Ligaverbleib in der Thüringenliga geschafft, wären es wohl nur zwei Absteiger gewesen. Da aber mit Sondershausen und Mühlhausen nun zwei „Nordthüringer“ in die Landesklasse 2 eingeordnet werden, bleibt es bei drei Absteigern. Letztendlich musste deshalb der VfB Artern in den sauren Abstiegsapfel beißen: „Sie hatten sicher vor ein paar Woche gar nicht damit gerechnet und waren auf dem Abstiegskampf nicht vorbreitet. Jetzt hat es sie eiskalt erwischt“, sagt Leinefeldes Trainer Andreas Reuper.

Ligaverbleib & Vertragsverlängerung in Leinefelde

Der SCL-Coach übernahm vor ein paar Wochen als Feuerwehrmann und schaffte nun den Ligaverbleib mit Leinefelde. Und erst am Sonntag kam dann auch eine offizielle Meldung vom Thüringer Fußball-Verband, aus der klar hervorging, dass es maximal drei Absteiger aus der Landesklasse 2 geben wird, wie Reuper sagt: „Wir haben die Meldung vom TFV am Sonntag kurz vor dem Spiel offiziell bekommen. Wir wussten also vor dem Spiel Bescheid, wie viele Absteiger es am Ende gibt. Entsprechend motiviert sind wir in das Spiel gegangen. So waren wir nicht auf zweifache Schützenhilfe angewiesen, wenn wir unsere Hausaufgaben gegen Gispersleben gemacht haben. Wir sind alle glücklich am Sonntagabend den Klassenerhalt gefeiert zu haben.“ Und der Feuerwehrmann verlängerte mit dem Ligaverbleib auch sein Engagement beim SCL um eine weitere Saison.

Rückzieher in Greußen

Vor ein paar Wochen stellte sich die Situation noch anders da. Beim SV Blau-Weiß Greußen wollte man sich die Aufstiegsfrage offen halten bis die Meisterschaft feststand. Und so agierten die Greußen dann letztendlich auch, wenn dies auch für Verärgerung beim TFV sorgte, weil hier die Fristen klar verpasst wurden. „In einer knapp zweistündigen und auch von Emotionen begleiteten Besprechung zwischen Team, Trainerstab und dem Vereinsvorstand, wurden Pro und Contra zum Gang in die Landesklasse abgewogen. Seit dem Meldeschluss zum Aufstieg gab es einige gravierende Veränderungen im Kader, welche die Blau-Weißen auch in der neuen Saison zu Umstellungen zwingen werden. Berufsbedingte Veränderungen einzelner Spieler sowie langfristige Verletzungen sind diesbezüglich nur einzelne Punkte. In der Rückrunde musste immer wieder auf etatmäßige Spieler der Zweiten Mannschaft zurückgegriffen werden - Ausfälle wurden so noch gut kompensiert. Eine Spielklasse höher würde sich dies hinsichtlich des großen Klassenunterschiedes schwierig gestalten. Auch der mittlerweile hohe Altersdurchschnitt der Mannschaft wurde im Vorfeld der gemeinsam gefällten Entscheidung betrachtet. Dem SV Blau-Weiß Greußen e.V. ist die Entscheidung contra Landesklasse sehr schwergefallen. Der Verein ist sich auch im Klaren darüber, dass diese bei dem einen- oder anderen Anhänger oder auch im fußballerischen Umfeld für Enttäuschung sorgen wird. Die Entwicklung des Vereins, welcher sich gerade im Nachwuchsbereich in den vergangenen Jahren breit aufgestellt hat, steht hierbei jedoch ganz klar über dem kurzfristigen Erfolg“, beschreiben die Verantwortlichen der Greußen um Eric Engler ihren Rückzieher in Sachen Aufstieg. Dem Beispiel folgend verzichteten auch der SV Glückauf Bleicherode, LSG 80 Oberheldrungen und LSG Blau-Weiß Großwechsungen auf den Gang in die Landesklasse 2. Dies führte zur Anfangs beschriebenen Situation und zur Reduzierung der Absteiger.

So sieht es im Eichsfeld/UH & Erfurt-Sömmerda aus...

Aus den anderen Kreisfußballverbänden der Landesklasse 2 wird es hingegen Aufsteiger geben. Hier werden die SG Bad Tennstedt/Ballhausen und aller Voraussicht nach der SV 1916 Großrudestedt nächstes Jahr als Neulinge agieren. Im Raum stand noch die Option zwei Aufsteiger aus einem anderen Kreisfußballverband zuzulassen. Hier kursierten Gerüchte, dass womöglich der FC Borntal Erfurt als weiterer Aufsteiger aus dem KFA Erfurt-Sömmerda profitieren könnte. "Uns hat keiner gefragt. Wir steigen nur als Erster auf und das ist nicht mehr möglich - daher nein! Wir wollen die kommende Saison mit zwei, drei Neuzugängen besser gestalten. Die Rückrunde war einfach zu schlecht. Wir haben in der Hinrunde überperformt, in der Rückrunde unterperformt und in den wichtigen Spielen hat es der jungen Truppe an richtigen Leadern gefehlt, die auch in schwierigen Phasen vorne weg gehen. Zu viele Spieler haben sich versteckt in diesen Spielen", sagt Borntals Sportlicher Leiter René Deubner auf FuPa-Anfrage zu dieser Option.

Aufrufe: 018.6.2024, 12:00 Uhr
André HofmannAutor