2026-03-13T07:45:35.464Z

Allgemeines

Die Stellungnahme der SG Wattenscheid 09 zum "Skandal-Spiel" in Ahlen

Spielabbruch in der Oberliga Westfalen am 27. Spieltag

von red · Heute, 12:17 Uhr · 0 Leser
– Foto: Softik Miller

Die Partie zwischen Rot Weiss Ahlen und der SG Wattenscheid 09 wurde am Sonntag, den 22. März, abgebrochen, nachdem mehrfach Böller geworfen wurden und letztlich ein Böller aus dem Ahlener Fanblock in unmittelbarer Nähe des Schiedsrichter-Assistenten explodierte.

Inzwischen haben beide Vereine dazu Stellung genommen.

Die Stellungnahme der SG Wattenscheid 09 am 24. März:

"Das Spiel bei Rot Weiss Ahlen am Sonntag war überschattet von Ausschreitungen und einem Spielabbruch kurz vor dem Spielende. Das Team der SG 09 führte bis zu diesem Zeitpunkt mit 3:1. Abgebrochen wurde das Spiel aufgrund eines Böllers, der im Heimblock der Ahlener Fans gezündet wurde. Der in unmittelbarer Nähe stehende Schiedsrichterassistent wurde dabei so beeinträchtigt, dass das Spiel abgebrochen wurde. Auf diesem Wege hoffen wir, dass er sich keine Verletzung oder bleibenden Schäden zugezogen hat und wünschen ihm alles erdenklich Gute.

Über vieles kann man diskutieren, aber wenn Menschen verletzt oder in Gefahr gebracht werden oder einfach nur Angst haben, ist auf jeden Fall eine rote Linie überschritten.

Leider gab es auch vor dem Gästeblock einen Böller während der Partie, den wir genauso verurteilen und nicht weg reden wollen. Einer ist einer zu viel, auch wenn es ansonsten dort keine negativen Vorkommnisse gab!
Auch nach dem Spiel war die Sicherheitslage leider sehr brisant. Das teilweise gewaltsuchende Verhalten der Fans aus Ahlen und Zwolle war erschreckend. 09-Fans wurden im und außerhalb des Stadions attackiert.

An dieser Stelle möchten wir uns für die vielen kleinen solidarischen Momente innerhalb der 09-Fangemeinschaft bedanken. Teilweise wurden Leute zu ihren Fahrzeugen gefahren, im Fanbus mitgenommen oder begleitet. Die Polizei eskortierte Fangruppen mit Besonnenheit und half so, Schlimmeres zu verhindern. Natürlich haben die SG 09 auch wieder viele Fans zum Spiel begleitet, die keiner aktiven Gruppierung angehören, alt sind oder eben noch Kinder. Auch Ahlener Bürger haben geholfen.

Statt nun nur die Vorgänge und Täter zu verurteilen, was sie zweifelsohne verdient haben, möchten wir uns bei den Anständigen, Polizisten, Vereinsvertretern und Ordnern bedanken, die alles versucht haben um eine sichere Abreise der 09-Fans zu ermöglichen.

Was die Wertung des Spiels angeht, warten wir nun die Entscheidung des Verbands ab. Natürlich ist es besonders bitter, wenn man kurz vor dem Ende sportlich mit 3:1 vorne liegt und das Spiel dann wenige Minuten vor dem Abpfiff so endet. Daher hoffen wir auf eine sportlich-faire Lösung und schauen nun nach vorne auf die kommenden Spiele."

Die Stellungnahme von Rot Weiss Ahlen am 23. März:

"Rot Weiss Ahlen zeigt sich tief betroffen über die Geschehnisse rund um das gestrige Heimspiel im Wersestadion gegen die SG Wattenscheid 09.

Während der zweiten Halbzeit kam es zunächst zu einem ersten schwerwiegenden Zwischenfall, als ein Knallkörper aus der Ahlener Fanszene in Richtung Spielfeld geworfen wurde. In diesem Moment erfolgte zunächst keine Spielunterbrechung. Kurz darauf wurde ein weiterer Knallkörper aus dem Gästeblock der SG Wattenscheid 09 in Richtung Spielfeld geworfen. Infolge dessen wurde die Partie umgehend unterbrochen.

Nach einer mehrminütigen Unterbrechung und intensiver Abstimmung zwischen Schiedsrichtergespann, Sicherheitskräften und beiden Mannschaften wurde das Spiel fortgesetzt. Dabei machte das Schiedsrichtergespann unmissverständlich deutlich, dass es sich um die letzte Verwarnung handele und ein weiterer Vorfall dieser Art unweigerlich zum Spielabbruch führen würde.

Trotz dieser klaren Ansage kam es in der Schlussphase zu einem erneuten Vorfall: Ein weiterer Knallkörper wurde aus dem Bereich der Ahlener Fanszene gezündet und auf das Spielfeld geworfen. Dieser landete unmittelbar in der Nähe des Linienrichters.

Aufgrund der unmittelbaren Gefährdung der Spieloffiziellen sah sich das Schiedsrichtergespann gezwungen, die Partie beim Stand von 1:3 endgültig abzubrechen.

Rot Weiss Ahlen verurteilt diese Vorfälle in aller Deutlichkeit. Das Werfen von Böllern stellt eine massive Gefährdung für Spieler, Schiedsrichter und Zuschauer dar und ist durch nichts zu rechtfertigen.

Unser besonderer Genesungswunsch gilt dem betroffenen Linienrichter, dem wir auf diesem Wege eine schnelle und vollständige Genesung wünschen.

Darüber hinaus möchten wir ausdrücklich darauf hinweisen, dass auch das Abbrennen von Pyrotechnik im Stadion nicht erlaubt ist und erhebliche Risiken birgt. Neben der Verletzungsgefahr für andere Personen entstehen dadurch auch gesundheitliche Belastungen durch Rauchentwicklung sowie erhebliche sicherheitsrelevante Probleme.

Unabhängig davon, ob Pyrotechnik „kontrolliert“ eingesetzt wird oder nicht, bleibt sie im Stadionumfeld verboten und widerspricht den Sicherheitsbestimmungen sowie den Werten unseres Vereins.

Im Anschluss an den Spielabbruch kam es zudem zu weiteren unschönen Szenen und gewaltsamen Auseinandersetzungen, die wir ebenso entschieden verurteilen.

Rot Weiss Ahlen wird die Vorfälle gemeinsam mit den zuständigen Behörden, dem Verband sowie allen Sicherheitsverantwortlichen umfassend aufarbeiten. Ziel ist es, die Verantwortlichen zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen konsequent umzusetzen.

Wir werden alles daransetzen, die Sicherheit im Wersestadion weiter zu erhöhen und solche Vorfälle künftig zu verhindern.

Wir bedauern die Geschehnisse zutiefst und entschuldigen uns bei allen friedlichen Zuschauern, unseren Gästen, Spielern, Offiziellen und Partnern, die durch diese Vorfälle beeinträchtigt wurden.

Fußball steht für Emotionen, Leidenschaft und Zusammenhalt – jedoch niemals für Gewalt oder Gefährdung anderer.

Weitere Informationen werden wir zeitnah nach Abschluss dieser Aufarbeitung kommunizieren. Bis dahin bitten wir um Verständnis, dass wir von weiteren Presseanfragen zu diesem Thema derzeit absehen und uns als Verein hierzu nicht weiter äußern werden. Wir bitten daher ausdrücklich, von entsprechenden Anfragen abzusehen."