2026-01-20T07:14:11.657Z

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Die A-Jugendspieler holten den zweiten Platz bei den Hallenkreismeisterschaften
Die A-Jugendspieler holten den zweiten Platz bei den Hallenkreismeisterschaften – Foto: SGM Mettenberg/Rissegg

Die Sieger der Herzen: Die A-Jugendspieler der SGM Mettenberg/Rissegg

Nicht nur von den Zuschauern, auch von allen Vereinen gab es bei der Siegerehrung viel Lob für die Mannschaft

Der zweite Platz bei den Hallenkreismeisterschaften von Biberach war für den Ausrichter SG Mettenberg sicher ein großer sportlicher Triumph. Die SGM Mettenberg/Rissegg I, bestehend ausschließlich aus 18-jährigen Spielern der A-Jugend der SGM Mettenberg/Wacker Biberach/Rissegg, spielte ein Turnier, das weit über das Ergebnis des Finales hinauswirkte. Schon am Freitag hatte die Mannschaft für Aufsehen gesorgt, als sie sich für die Zwischenrunde qualifizierte. Was folgte, war ein Auftritt, den es in dieser Form bei einer Hallenkreismeisterschaft bislang noch nie gegeben hat.

In der Zwischenrunde der Gruppe A setzte die junge Mannschaft ihre Serie fort. Siege gegen den FV Biberach, die SG Laupertshausen/Maselheim und die SG Warthausen/Birkenhard brachten nicht nur neun Punkte, sondern auch die Gewissheit, dass es sich hier nicht um einen Zufallslauf handelte. Die Struktur, die Ruhe am Ball und der Mut in entscheidenden Situationen beeindruckten Zuschauer und Gegner gleichermaßen. Im Viertelfinale wartete mit Türkspor Biberach der Titelverteidiger. Nach einem 0:2-Rückstand drehte die SGM Mettenberg/Rissegg die Partie noch und gewann mit 3:2.

Auch im Halbfinale gegen den SV Ochsenhausen geriet die Mannschaft zunächst in Rückstand. Doch erneut blieb sie ruhig, glich aus und gewann schließlich mit 2:1. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, dass diese A-Jugendmannschaft nicht nur mitspielte, sondern das Turnier prägte. Die Halle bebte, Tore wurden von vielen Zuschauern überschwänglich bejubelt, und nicht wenige sahen in der SGM Mettenberg/Rissegg wohl bereits vor dem Finale den „Sieger der Herzen“.

Im Finale gegen den FV Biberach gab es eine knappe 5:4-Niederlage im Elfmeterschießen
Im Finale gegen den FV Biberach gab es eine knappe 5:4-Niederlage im Elfmeterschießen – Foto: Felix Kloos

Nach dem verlorenen Endspiel im Elfmeterschießen gegen den Landesligisten FV Biberach überwog dennoch der Stolz. Betreuer Jens Carstensen fand dafür klare Worte: „Ja der Stolz überwiegt. Wenn du halt ein Elfmeterschießen verlierst, hast du ein bisschen mehr Pech gehabt wie die anderen. Aber alles in Ordnung, die Jungs haben alles gegeben, die waren heiss ohne Ende und haben viele große Mannschaften rausgeworfen.“

Historisch war dieser Erfolg ebenfalls, es war ein Novum, dass eine reine A-Jugend bei der Hallenkreismeisterschaft den zweiten Platz belegte, auch Carstensen sagte dazu: „Nein, das gab es noch nicht.“ Der Gedanke an die Zukunft dieser Spieler drängte sich auf, auch mit Blick auf den Aktivenbereich. Doch Carstensen entgegnete hier: „Die Problematik ist, dass viele von den Spielern, die jetzt in der A-Jugend sind, eben jetzt Abitur gemacht haben oder noch machen in dem Jahr, und dann zum Studieren gehen. Das heisst, wir wissen noch nicht, wie viele davon nachher wirklich auch im aktiven Bereich bei uns da sind. Schade, aber so ist gerade der Lauf der Dinge.“

Bemerkenswert war dabei nicht nur das Turnier in Biberach. Bereits am Samstag hatte dieselbe Mannschaft ein Turnier in Tettnang gewonnen und in Vöhringen den fünften Platz belegt. Die Belastung war hoch, die Intensität enorm. Entsprechend fiel auch der Abschluss des Wochenendes aus. „Die sind jetzt platt wie Flunder. Die werden jetzt glaube ich ganz schnell Richtung Heimat gehen und in die Badewanne liegen oder schlafen. Wir haben alles gegeben.“

Was bleibt, ist der Eindruck einer Mannschaft, der Fußball sichtbar alles bedeutet. Unabhängig vom verlorenen Finale zeigte die SGM Mettenberg/Rissegg, welches Potenzial in dieser Generation steckt – und dass man von diesen hungrigen Spielern auch in Zukunft noch hören dürfte.

Aufrufe: 04.1.2026, 21:19 Uhr
Matthias KloosAutor