2026-04-23T13:43:33.969Z

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Die SEF-Reserve kehrt zurück – doch die geplante Fusion ist geplatzt

Rückkehr nach elf Jahren

von Matthias Spanrad · Heute, 05:00 Uhr · 0 Leser
Andreas Voggt und Andreas Fritsch vom SEF
Andreas Voggt und Andreas Fritsch vom SEF – Foto: SE Freising

Der SE Freising meldet nach elf Jahren wieder eine zweite Mannschaft. Eine Spielgemeinschaft mit dem SC Freising scheiterte aber am Veto der Spieler.

Der 7. Juni 2015 markierte ein trauriges Kapitel in der Geschichte des SE Freising. Es war der letzte Spieltag in der Kreisliga 2, als die SEF-Reserve-Mannschaft mit 3:8 der BSG Taufkirchen unterlag. Der Abstieg des Tabellenvorletzten war an dem Tag längst besiegelt – wie auch die Zukunft der Zweiten. Nur Tage später verkündeten die Verantwortlichen das, was schon lange gemunkelt wurde: Es wird in der Savoyer Au keine Reserve der Landesliga-Mannschaft mehr geben, das Team wird zur neuen Saison abgemeldet.

Ein Raunen ging durch die Region, zeitweise hatte die SEF-Zweitvertretung schließlich bis in der Bezirksliga gespielt. Und: Eine Zweitvertretung hatte bei einem höherklassigen Klub bis dahin noch niemand abgemeldet. Der Aufschrei in der Fußballszene rund um München war groß, viel wurde diskutiert.

Über zehn Jahre sind seitdem ins Land gezogen, doch mittlerweile steht fest, dass der SEF quasi einen Rückzieher vom Rückzieher macht. Denn zur neuen Saison soll es am Roider-Jackl-Weg wieder eine Zweite Mannschaft geben, die Anträge beim Bayerischen Fußballverband sind längst eingereicht. Auch das Trainergespann steht bereits fest. Aktuell laufen die Prüfungen, in welcher Liga das neue Team antreten wird. Und es machte dieser Tage eine Überlegung die Runde, die den Fußball in der Domstadt in seinen Grundfesten erschüttert hätte: Genau 30 Jahre nach der Fusion zwischen Eintracht und Sportclub im Jahr 1996 (die in der Zwischenzeit durch die Gründung einer neuen SC-Fußballabteilung allerdings ziemlich in Frage gestellt worden war), hatten beide Teams überlegt, eine Spielgemeinschaft einzugehen – aus der Zweiter des SEF und der Ersten aus der Luitpoldanlage. Doch daraus wird vorerst nichts. Die SCF-Spieler haben ihr Veto eingelegt, wie zu hören war.

Dabei waren sich beide Abteilungsleitungen bereits einig. Die neue Mannschaft (und auch eine mögliche Dritte) wäre als SG unter dem Dach des Sportclubs angetreten. Im Falle des Klassenerhalts sogar in der Kreisklasse.

Erik Hillenbrand, Fußballchef beim SCF, geht in seiner Begründung den diplomatischen Weg: „Wir haben die Sache offen diskutiert“, gesteht er. Am Ende sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass es dem Verein wohl doch nicht so viel gebracht hätte. „Es wäre für uns schon auch ein Identitätsverlust gewesen.“ Der SCF kämpft in der Kreisklasse seit Jahren gegen den Abstieg. Oft ist die Trainingsbeteiligung gering. Mittlerweile sorgen sich die Schwarz-Weißen darum, genügend Spieler für zwei Mannschaften zu haben. Zumindest eine soll nun bleiben, jedoch nicht in einer Spielgemeinschaft, sondern als SC Freising. Dennoch gesteht Hillenbrand: „Ich fand die Idee schon gut.

Beim SEF wurde die Entscheidung gefasst aufgenommen. „Das Angebot war da“, erläutert Spartenchef Andreas Schlechta, der den Entschluss klar als „verlorene Chance“ bezeichnet. Dieser ändert jedoch nichts daran, dass der Lerchenfelder Klub wieder eine Zweite Mannschaft melden will. Klar ist: Für die Kreisklasse wird’s nicht reichen, Sonderanträge beim BFV laufen aktuell. Neue Teams müssen normal in der C-Klasse ran, unter bestimmten Bedingungen – und die dürfte der SEF erfüllen – kann die Truppe allerdings auch in der A-Klasse starten. Und das reicht dem SEF für den Anfang.

Die Gründe, warum die Entscheidung von 2015 rückgängig gemacht wird, liegen auf der Hand: Vor allem soll den eigenen Talenten der beiden A-Jugend-Mannschaften eine Perspektive im Verein geboten werden. Die Bezirksliga ist im ersten Schritt oft zu hoch. „Wir investieren aber viel Zeit, Geld und Engagement in die Ausbildung“, zeigt Schlechta auf. Außerdem hätten andere Beispiele, wie die SpVgg Unterhaching, gezeigt, dass eine Zweite Mannschaft die Basis für den Erfolg der Ersten sein kann.

Was übrigens nicht heißen soll, dass der SEF in der neuen Spielzeit bunt durchmischen wird. Schlechta: „Es wird einen klaren Kader der Zweiten Mannschaft geben. Spieler der Ersten kommen, wenn überhaupt, nur nach Verletzungen zum Einsatz, um etwa Spielpraxis zu erhalten.“ Ansonsten sollen Spieler der U 19 aushelfen.

Klar ist auch, wer die neue Mannschaft trainiert: Andreas Fritsch und Andreas Voggt. Der Abteilungsleiter schwärmt von den B-Lizenz-Coaches, die sich um das Team kümmern werden. „Zudem sind sie jung“, so Schlechta. „Das hilft bei der Integration von jungen Spielern unheimlich.“ Und auch der Kader der neuen Reserve nimmt langsam Gestalt an: Viele ehemalige Spieler scheinen Interesse zu haben, an dem Projekt mitzuwirken. Zugpferde sind aktuell Ex-Sportchef Sebastian Thalhammer und Marcel Hack. Weitere Kicker sollen folgen und werden aktuell gesucht.