2026-04-23T13:43:33.969Z

Allgemeines

Die Rollen sind verteilt

Evesen empfängt Gessel-Leerssen – klare Ausgangslage, unterschiedliche Ziele

von red · Heute, 18:14 Uhr · 0 Leser
– Foto: Sascha Drenth

Favorit gegen Außenseiter: Während Evesen Konzentration fordert, setzt Gessel auf Widerstand und Schadensbegrenzung.

Die Rollen sind klar verteilt, die Perspektiven unterschiedlich. Wenn der VfR Evesen am Sonntag den FC Gessel-Leerssen empfängt, trifft der Tabellenzweite auf das Schlusslicht – und beide Trainer ordnen die Ausgangslage unmissverständlich ein.

Für Burak Buruk ist die Partie trotz der Tabellenkonstellation kein Selbstläufer. „Wir spielen zu Hause gegen Gessel, die aktuell auf dem letzten Platz stehen. Das dürfen wir aber nicht zu locker angehen“, sagt er. Stattdessen fordert er eine klare Haltung: „Wir müssen Respekt zeigen, gleichzeitig aber mit Selbstvertrauen auftreten. Den Gegner auf keinen Fall unterschätzen.“

Die jüngsten Ergebnisse liefern ihm die Argumente. Zwar gewann Evesen zuletzt mit 4:3 in Steimbke, doch der Spielverlauf offenbarte Schwankungen. „Die letzten Wochen haben gezeigt, dass jedes Spiel ein Kampf ist. Wir haben es zwar für uns entschieden, aber es war immer schwierig.“

Gerade deshalb rückt die eigene Konstanz in den Fokus. „Wir müssen die Aufgabe konzentriert angehen und bei 100 Prozent sein.“ Entscheidend sei vor allem die Dauer der Leistung: „Ich wünsche mir, dass wir es schaffen, über 95 Minuten diese Konzentration auf den Platz zu bringen.“ Die Zielsetzung bleibt dabei klar: „Dann bin ich zuversichtlich, dass die drei Punkte bei uns bleiben.“

Auch der Zeitpunkt der Saison spielt eine Rolle. „In dieser Phase – noch sieben Spiele – sehen wir jedes Spiel als Finale“, betont Buruk. Die Konsequenz daraus: „Deshalb ist es wichtig, jedem Gegner Respekt zu zeigen und unser Spiel durchzudrücken.“

Personell deutet sich eine Rückkehr im Defensivzentrum an. „Samuel Pentke, unser Abwehrchef, kommt hoffentlich zurück und steigt wieder ins Training ein“, sagt Buruk. Ansonsten stehe der Kader weitgehend zur Verfügung – trotz hoher Belastung durch die vergangenen Spiele.

Auf der Gegenseite ist die Ausgangslage deutlich schwieriger. Trainer Maik Hüneke spricht offen über die Situation: „Evesen ist der Top-Favorit im Aufstiegsrennen. Für uns geht es darum, dass wir uns gut verkaufen und versuchen, dagegenzuhalten.“

Hinzu kommen personelle Sorgen. „Wir haben extreme Personalprobleme und müssen schauen, was wir zusammenkratzen. Vielleicht haben wir auch Spieler aus der Zweiten dabei.“ Unter diesen Voraussetzungen formuliert Hüneke das Ziel nüchtern: „Das Ergebnis möglichst in Grenzen zu halten, muss man ehrlich sagen.“

Die taktische Marschroute ergibt sich daraus fast zwangsläufig. „Wir müssen defensiv kompakt stehen, dagegenhalten und schauen, ob wir vielleicht vorne ein, zwei Nadelstiche setzen können.“ Gleichzeitig erkennt er die Kräfteverhältnisse an: „Die Qualität von Evesen ist groß, das müssen wir anerkennen.“

So bleibt vor der Partie wenig Interpretationsspielraum: ein klarer Favorit, ein personell angeschlagener Außenseiter – und zwei Trainer, die genau wissen, was sie erwartet.