"Es war auf jeden Fall ein sehr intensives Spiel. Beide Mannschaften hatten ihre Phasen“, beschrieb Soyudogru das Spiel. Schon früh geriete der FV durch Anes Vrazalica in der 6. Minute in Rückstand der einen Freistoß aus dem Halbfeld nutze. Ravensburg reagierte darauf und konnte kurz darauf in der 12. Minute durch Nesreddin Kenniche zum 1:1 ausgelichen. „Nach 25 - 30 Minuten wurden wir jedoch unsauber im Passspiel und hatten wenig Zugriff", bemängelte Soyudogru.
Gerade in dieser Phase drohte die Partie aus Ravensburger Sicht zu kippen. Umso wichtiger war der zweite Treffer von Nesreddin Kenniche (45.) kurz vor dem Seitenwechsel. Soyudogru hob hervor: „Trotzdem haben wir es in dieser Phase und kurz vor Halbzeit geschafft, mit 2:1 in Führung zu gehen.“
Die ungenutzte Chance auf das dritte Tor
Nach der Pause bot sich Ravensburg die Möglichkeit, die Partie endgültig auf seine Seite zu ziehen. Soyudogru sprach von ein, zwei gute Torchancen die ungenutzt blieben, mit denen das 3:1 möglich gewesen wäre. In einer Begegnung auf diesem Niveau, in der beide Mannschaften über längere Strecken auf Augenhöhe agierten, erwies sich genau dies als entscheidender Punkt. Ravensburg ließ die Vorentscheidung liegen – und wurde später durch den Ausgleich von Yves Borie (74.) bestraft
Besonders ärgerlich war für Soyudogru die Art und Weise, wie der Ausgleich zustande kam. „Das zweite Gegentor fiel ebenfalls nach einem Standard. Klar hat mich das zweite Gegentor sehr geärgert, vor allem, weil es eigentlich einfach zu verteidigen war. Unterm Strich hätten wir mit etwas Glück das Spiel gewinnen können, aber im Großen und Ganzen geht die Punkteteilung aus meiner Sicht in Ordnung.“
Trotz des späten Ausgleichs wollte Soyudogru die Gesamtleistung seiner Mannschaft nicht in der englischen Woche nicht kleinreden: „Die Mannschaft hat in dieser Woche gegen zwei Topteams eine gute Leistung gezeigt.“
Doppelpack von Kenniche
Nesreddin Kenniche prägte die Ravensburger Offensive an diesem Nachmittag entscheidend. Mit seinen beiden Treffern war er der auffälligste Akteur auf Seiten des FV und belohnte sich für einen engagierten Auftritt. Dass Ravensburg das Spiel nach frühem Rückstand noch vor der Pause drehen konnte, war vor allem seinem Doppelpack zu verdanken. Rahman Soyudogru freute sich für den Angreifer: "Ich hoffe, dass ihm die Tore für die letzten Spiele der Saison noch einmal Selbstvertrauen geben."
Stabilität als Fortschritt
Mit nun 44 Punkten bleibt der FV Ravensburg auf Rang sechs und hat damit schon jetzt mehr Zähler gesammelt als in der gesamten Vorsaison. „Insgesamt können wir zufrieden sein. Die Belastung war hoch, aber wir haben konstant gepunktet und uns in einer guten Position gehalten. Es gibt dennoch Dinge, die wir verbessern müssen, vor allem im Spiel mit dem Ball“, sagte der Trainer zu den vergangenen beiden Spielen.
Die gesamte Entwicklung des Teams bewertet Soyudogru positiv. „Es freut uns, dass wir als Mannschaft stabiler geworden sind.“ Diese Stabilität ist es, die Ravensburg in dieser Saison in den oberen Tabellenbereich geführt hat. „Trotzdem bleiben wir realistisch und konzentrieren uns weiter auf unsere Entwicklung. Wenn wir befreit spielen und gleichzeitig fokussiert bleiben, können wir noch einiges erreichen.“