
In der A-Klasse Viechtach ist eine neue Spielgemeinschaft am Start: Die SG Neukirchen/Elisabethszell. Die beiden Nachbarvereine aus dem Landkreis Straubing-Bogen haben im Sommer eine Kooperation vereinbart. Wie es dazu gekommen ist und was die SG vorhat? Wir haben uns mit Teammanager Simon Zißler unterhalten:
FuPa: Simon, der SV Neukirchen-Steinburg und der ASV Elisabethszell machen gemeinsam Sache. Was sind die Gründe dafür?
Simon Zißler (32): Die Gründung einer SG schwirrte schon seit Längerem in den Hinterköpfen aller beteiligten Funktionäre. In den letzten Jahren ist die Anzahl der aktiven Spieler in beiden Lagern leider immer weniger geworden und so mussten wir in Neukirchen oft vier, fünf Spieler aus der zweiten Mannschaft in der "Ersten" starten lassen. Dies wirkte sich direkt auf die Leistung beider Mannschaften aus. Wir haben letztendlich so massiv darunter gelitten, dass wir den Abstieg in die A-Klasse auch in der Relegation leider nicht verhindern konnte.
Auch in Elisabethszell sah das Ganze nicht anders aus. Der ASV hätte die zweite Mannschaft komplett abmelden müssen, wenn nicht vier, fünf Spieler der ersten Mannschaft jeden Spieltag zweimal aufgelaufen wären. Die Schlussfolgerung daraus war, dass beide Mannschaften zur neuen Saison wohl ihre Reserve abmelden hätten müssen. Da dies jedoch keine Option für beide Vereine war,keimte langsam der Fusionsgedanke auf. Ein weiterer Grund war, dass wir unseren Jugendspielern für die nächsten Jahre eine ambitionierte und sportlich attraktive Perspektive bieten wollen, um möglichst alle in unseren beiden Lagern behalten zu können und gegebenfalls auch weitere, neue Spieler für uns gewinnen können.
Ist es sozusagen eine Liaison auf Zeit, bis die personelle Situation wieder besser ist?
Im Moment gibt es hierfür keinen festgelegten Zeitraum. Ich denke beide Vereine sind hier auf einer Wellenlänge. Da wir seit vielen Jahrzehnten Patenvereine sind und sich die Funktionäre allesamt sehr gut kennen, war und wird das sicherlich kein Problem sein.
Dann kann es also durchaus auch ein langfristiges Projekt werden
Aktuell würde ich aus dem Bauch heraus sagen, dass sich das Projekt sicherlich nicht nach einem Jahr wieder auflösen wird. Wir haben jedes Training im Schnitt 25 aktive Spieler, welche Bock haben zu kicken und auch die nötige Qualität mitbringen, um in der A-Klasse Viechtach vorne mitspielen zu können. Es erinnert mich ein wenig an früher, als wir diese Konstellation mit nur einem Verein stellen konnten. Doch leider haben sich die Zeiten im Amateurfußball gewaltig geändert und die Prognose anhand der Tendenz ist für viele - freilich nicht alle - Vereine klar: Wer nicht fusioniert, wird über kurz oder lang auf der Strecke bleiben.
Wie läuft der Spielbetrieb ab, wo tragt ihr eure Heimpartien aus?
Unsere Spielorte sind das Perlbachstadion in Neukirchen und die Hadriwa-Arena in Elisabthszell. Wir machen so ziemlich alles abwechselnd, mittwochs trainieren wir in Neukirchen, freitags in Elisabethszell. Auch die Spiele finden in einem abwechselnden Turnus zwischen Perlbachstadion und Hadriwa-Arena statt. Für die Zuschauer stellt dies kein Problem dar, da wir eine sehr gute Social-Media Abteilung haben, welche stehts beide Fanlager per WhatsApp-Gruppen, Instagram, Facebook und Co. informiert. Bisher funktioniert das einwandfrei und ich bin sehr glücklich damit.
In der A-Klasse Viechtach habt ihr losgelegt wie die Feuerwehr: 7:2 gegen Kollnburg, 10:1 in Teisnach, 3:1 gegen Gotteszell. Ist der Aufstieg drin?
Das Saisonziel, welches wir mit der Vorstandschaft und der Sportlichen Leitung für die Jungs festgelegt haben, ist klar: Wir wollen aufsteigen. Das wurde der Mannschaft und dem Trainerteam auch so im ersten Training vermittelt. Ob direkt, oder über die Relegation, ist für uns zweitrangig. Natürlich ist das ein sehr ambitioniertes Ziel für eine komplett neu formierte Mannschaft, auch wenn man sieht, wie stark die DJK Rattenberg, der 1. FC Viechtach II und die SG Haselbach/Mitterfels momentan auftreten. Dennoch ist es schon der Anspruch von mir und meinem Kollegen Anton Huber, dass wir das gemeinsam schaffen können und wollen.
Zum Abschluss noch die Frage: Wie glücklich seid ihr eigentlich über die Eingliederung in die A-Klasse Viechtach?
Über die Einteilung in die A-Klasse Viechtach bin ich sehr erfreut. Anton Huber und seine Jungs aus Elisabethszell haben da ja bereits in der Vergangenheit gekickt, für uns als Neukirchner ist das jedoch völliges Neuland. Wir freuen uns auf viele neue Gesichter, Plätze, Schiris etc. Es wird sicherlich eine großartige Saison im Bayerischen Wald.
