Die Defensive stand beim VfB Durach (Mitte Timo Hössl) beim FC Memmingen II. Nach dem 2:0-Auswärtssieg wartet auf die Oberallgäuer nun das große Derby gegen den FC Kempten.
Die Defensive stand beim VfB Durach (Mitte Timo Hössl) beim FC Memmingen II. Nach dem 2:0-Auswärtssieg wartet auf die Oberallgäuer nun das große Derby gegen den FC Kempten. – Foto: Siegfried Rebhan

Die kürzeste Fahrt für den FC Kempten

Landesliga-Derby beim VfB Durach steht an +++ Kaufering fordert den kriselnden TSV Schwabmünchen +++ TSV Gersthofen will den ersten Sieg

Großkampftag in der Landesliga Südwest. Gleich vier Partien gehen am Freitagabend über die Bühne, auch mit dem Hintergedanken, angesichts der anstehenden englischen Woche etwas Zeit zum Regenerieren zu gewinnen. Vor allem die Derbys des VfB Durach gegen den FC Kempten und des Neulings VfL Kaufering gegen den Bayernliga-Absteiger TSV Schwabmünchen dürfte die Fans anlocken. Der FC Memmingen II ist beim TSV Gilching gefordert, der TSV Gersthofen will gegen den FV Illertissen II den ersten Saisonsieg einfahren.

VfB Durach
1:2
FC Kempten

Die Erleichterung war beim VfB Durach zuletzt deutlich spürbar. Mit dem 2:0 beim FC Memmingen II fuhren die Oberallgäuer den ersten Saisonsieg ein - und machten damit ordentlich Werbung für das Derby gegen den FC Kempten. Keine fünf Kilometer müssen die Kemptener an den Stadtrand fahren, allein diese räumliche Nähe sorgt für eine besondere Stimmung.
Für FCK-Spielertrainer Thilo Wilke ist das Derby natürlich Neuland, schließlich hat der Unterfranke gerade erst seinen Dienst in Kempten angetreten. Große Überraschungen erwartet er auf dem Rasen nicht, den VfB beurteilt er als heim- und kampfstark. Und trotz einiger Ausfälle ist Wilke überzeugt, dass „wir eine Mannschaft mit Qualität auf dem Platz haben werden.“
Auch VfB-Trainer Alexander Methfessel muss einmal mehr improvisieren, im Tor wird weiterhin der 19-jährige Felix Wieder stehen. Denn Trainersohn Julian Methfessel steht wie mehrere Mitspieler weiterhin nicht zur Verfügung. Dafür kann Tobias Seger wieder auflaufen. Das Derby, noch dazu in der zweiten Halbzeit unter Flutlicht, will er sich nicht entgehen lassen.

Gersthofen
4:1
Illertissen II

Mit dem FV Illertissen II kommt ein regelrechter Angstgegner zum TSV Gersthofen. In der vergangenen Saison gab es zwei 0:4-Klatschen. Und auch in den Spielrunden 2013/14 und 2014/15 hat der TSV noch nie gegen diesen Gegner gewonnen. Schon damals war Niklas Kratzer auf Gersthofer Seite dabei, nach Gastspielen in den USA, Aystetten und Pöttmes gehört der Allrounder für TSV-Trainer Gerhard Hildmann zu den Fixpunkten: „Er ist ein sehr wichtiger Spieler für uns, der nach den Abgängen von Simon Achatz und Ibrahim Neziri eine zentrale Rolle einnimmt. Er ist körperlich einer der stärksten in unserem Team, kann ins Dribbling gehen und den Ball festmachen.“
Gegen Illertissen wollen die Ballonstädter da weitermachen, wo sie beim 0:0 in Hollenbach aufgehört haben. „Wir lechzen nach dem ersten Sieg“, sagt Gerhard Hildmann, „wenn wir den über die Bühne gebracht haben, tun wir uns alle leichter.“ Nicht dabei sind Fabian Bühler (verletzt) und Aladin Halilovic (Urlaub). Fabian Hampel, der zuletzt nicht mehr im Kader war, hat sich zum TSV Göggingen verabschiedet.
Bei den Illertissern hat Trainer Sven Ackermann registriert, dass „wir uns an die Geschwindigkeit und die Intensität der Liga gewöhnen.“ Eine Niederlage zum Auftakt und zwei Remis in Folge sind die momentane Ausbeute seiner Truppe. Auf zwei Spieler muss Ackermann in Gersthofen verzichten: Luca Bachthaler fehlt wegen eines Bänderanrisses länger. Valentin Hafner steht krankheitsbedingt nicht zur Verfügung. (oli, jürs) Lokalsport Labo / Lokalsport IZ

Kaufering
2:0
Schwabmünch.

Nachbarschaftsduelle zwischen dem VfL Kaufering und dem TSV Schwabmünchen sind rar. In den vergangen Jahrzehnten standen sich beide Teams nur zweimal in Punktspielen gegenüber. Sieger gab es in der Bezirksliga-Saison 2005/06 keine, nach dem 0:0 in Kaufering gab es im Rückspiel ein 2:2. Danach trennten sich die sportlichen Wege wieder.
War damals der TSV Schwabmünchen Favorit, haben sich die Vorzeichen etwas gedreht. Von einer Favoritenrolle will Benjamin Enthart dennoch nichts wissen. „Dafür sind noch viel zu wenig Spiele absolviert worden“, betont der Kauferinger Coach und schickt hinterher: „Es wird auf jeden Fall ein ganz, ganz schweres Spiel.“
Beim TSV Schwabmünchen hat der neue Trainer Esad Kahric schnell viele Baustellen ausgemacht. „Die offensive Durchschlagskraft fehlt, zudem ist der Kader sehr dünn“, stellt er fest. „Momentan muss ich mit dem arbeiten, was da ist“, ergänzt er. Und dabei wird ihm ein weiterer Spieler fehlen. Neuzugang Sandro Brugger muss aus beruflichen Gründen wegziehen und steht künftig nicht mehr zur Verfügung.
Die Marschroute für das Spiel in Kaufering ist klar. „Wir müssen erst einmal stabil werden, egal in welcher taktischen Formation“, so Kahric. (mm, krup, red) Lokalsport LT / Lokalsport SZ

Gilching-A.
2:2
FC Memmingen II

Wenn es vorne nicht läuft, muss hinten zumindest die Null stehen. Das gelang der U21des FC Memmingen zuletzt nicht. Mit zwei Niederlagen hintereinander wurde das Team vor dem schweren Gastspiel beim TSV Gilching auf den Boden der Tatsachen geholt. Im Angriff hofft Trainer Besim Miroci auf mehr Durchschlagskraft: „Es ist das Schönste im Fußball, Tore zu schießen, aber auch das Schwierigste. Hier müssen wir den Schalter umlegen und wieder treffen.“
Defensiv war es zuletzt gar nicht so schlecht, die jungen Memminger haben nur wenig zugelassen – dennoch wurde verloren. Das Motto wird deshalb erst einmal sein, stabil hinten zu stehen. In Sachen Gegentreffer hat Gilching in dieser Runde bislang wenig kassiert. „Top besetzt und erfahren“ schätzt Miroci die Oberbayern nicht nur wegen Ex-Profi Fabio Leutenecker ein und wünscht sich, dass eine ähnliche Überraschung wie beim 2:1-Auswärtssieg in der vergangenen Saison gelingt. Tiziano Mulas steht beim FCM II auf der Ausfallliste, der Einsatz von Jonas Kaufmann ist fraglich. (ass)

Aufrufe: 05.8.2022, 08:01 Uhr
Walter BruggerAutor