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FuPa Portrait

Die Jungclaus-Brüder in Bützfleth vereint

Neu gegründete zweite Mannschaft in Bützfleth - „War immer der Wunsch, mal zusammen zu spielen“ - Ziel: Aufstieg

von Michael Brunsch · 10.12.2025, 20:00 Uhr · 0 Leser
Julian und Janis Jungclaus gingen im Fußball bislang unterschiedliche Wege. Jetzt spielen sie beim TuSV Bützfleth II erstmalig zusammen in einem Team.
Julian und Janis Jungclaus gingen im Fußball bislang unterschiedliche Wege. Jetzt spielen sie beim TuSV Bützfleth II erstmalig zusammen in einem Team. – Foto: Michael Brunsch

Der TuSV Bützfleth meldete nach nur einem Jahr Pause wieder eine zweite Mannschaft. Das brachte die Brüder Julian und Janis Jungclaus auf den Plan. Der eine, Julian (30), hatte mit dem Fußball bereits aufgehört, der andere, Janis (26), spielte zuletzt für den SV Agathenburg/Dollern in der Kreisliga.

Julian ist verheiratet, hat eine fünfjährige Tochter und arbeitet bei Airbus. Janis ist verheiratet und arbeitet bei Sternpartner. So verschieden ihre Jobs sind, so unterschiedlich verlief ihre fußballerische Laufbahn. „Ich hatte mit dem Fußball abgeschlossen“, sagt Julian, der ältere der beiden unterschiedlichen Spielertypen. Nachdem er die Kindheit bis zum A-Juniorenalter beim VfL Stade verbracht hatte, mit dem er in der Landesliga kickte, beendete er noch vor dem Eintritt ins Herrenalter seine Karriere. „Die Lust am Fußball war einfach weg“, so der heute 30-Jährige. Kurz vor der Corona-Zeit gab es dann aber doch ein kurzes Comeback, damals beim TuSV Bützfleth III. Corona, allerdings beendete die Geburt der Tochter das Gastspiel wieder.

Erfolge mit Bützfleth und Agathenburg/Dollern

Janis startete ebenfalls beim VfL Stade, landete dann bereits frühzeitig beim TuSV Bützfleth, und spielte letztlich bis zum Rückzug der Mannschaft mit den A-Junioren ebenfalls in der Landesliga. „Damals spielte ich noch meistens Torwart und hatte dann auch noch zwei gute Jahre mit dem TuSV in der Herren-Kreisliga“, so der 26-Jährige. Ihn zog es dann 2020 zur damaligen SG Dollern/Agathenburg II, aus der kurz darauf wieder der SV Agathenburg/Dollern wurde. Jetzt spielte er fast hauptsächlich im Sturm.
Seine ersten beiden Jahre konnten sich sehen lassen, 18 Treffer in 30 Spielen. Nach dem Sprung in die erste Mannschaft folgte der Aufstieg in die Kreisliga, danach der sofortige Abstieg. „Ich war beruflich stark eingebunden und konnte eine Zeit lang nicht regelmäßig spielen. Im Aufstiegsjahr war ich komplett raus“, sagt Janis.

Die Chance kam im Sommer

Dann kam der Sommer 2025. In Bützfleth liefen die Planungen für eine Rückkehr der zweiten Mannschaft in den Spielbetrieb. „Das war die Chance, dass Janis und ich zusammen auflaufen“, so Julian. So landeten die Brüder beim TuSV und starteten ab August 2025 in der 4. Kreisklasse durch. „In der untersten Klasse wird sicherlich kein schöner Fußball gespielt, aber wir haben alle zusammen viel Spaß. Die Stimmung im Team ist sehr gut. Und dann noch so einen genialen Fußballer wie den 39-jährigen Bahattin Yilmaz in den eigenen Reihen zu haben, ist top“, lobt Janis, dessen Quote sich durchaus sehen lassen kann. In bislang sieben Begegnungen erzielte er 13 Treffer und legte achtmal vor. Die Kameradschaft steht jetzt beim TuSV an erster Stelle. „Wir wollen Fußball spielen und am Ende möglichst viel Erfolg haben, am besten den Aufstieg in die 3. Kreisklasse schaffen“, sagt Julian über die aktuelle Situation. Die Chancen stehen nicht schlecht, in bislang sieben Partien, gewann Bützfleth II sechsmal und spielte einmal Remis.

Julian und Janis Jungclaus freuen sich riesig, dass sie jetzt gemeinsam spielen. „Und unsere Eltern erst“, sagen sie.
Julian und Janis Jungclaus freuen sich riesig, dass sie jetzt gemeinsam spielen. „Und unsere Eltern erst“, sagen sie. – Foto: Michael Brunsch

Die Brüder verstehen sich gut, machen während des langen Gespräches immer wieder gegenseitig Witze über sich. „Ich glaube, wir sind wieder enger zusammengerückt, seitdem wir zusammen spielen“, freut sich Janis. Ihre eigenen Stärken und Schwächen beschreiben die Brüder wie folgt: „Ich habe eine gute Übersicht und Technik. Meine Steckpässe kommen in der 4. Kreisklasse sehr häufig an, das Niveau ist da aber auch nicht ganz so gut“, gibt Julian zu.
Janis kann die Bälle vorne gut festmachen und ist abschlussstark. „Ab und zu muss ich meinen Kopf heben, damit ich die Nebenleute besser sehe. Mein rechter Fuß ist nicht besonders stark“, so Janis. „Julian läuft keine unnötigen Wege, will die Bälle immer genau in den Fuß haben“, legt Janis nach. „Janis spielt häufig nicht ab“, kontert Julian.

Es juckt in den Füßen

Wenn die beiden erzählen, könnte man meinen, sie hätten niemals Fußballpausen eingelegt. Es juckt in den Füßen, das Fußballfeuer ist wieder entfacht. Zu den bisherigen Erfolgen soll auf jeden Fall im kommenden Sommer der Aufstieg in die 3. Kreisklasse hinzukommen und der dann am besten als Meister. Dafür dürfen dann aber nicht so viele Missgeschicke passieren.
„Julian schoss in Wischhafen aus fünf Metern über das leere Tor. Zu dem Zeitpunkt stand es noch 0:0“, freut sich Janis, als er lästern durfte. „Dafür haben wir gegen Deinste nur 3:3 gespielt, weil Janis kurz vor dem Ende zu eigensinnig war und nicht den besser Postierten anspielte“, kommt von Julian die sofortige Retourkutsche. In jedem Fall haben sie viel Spaß zusammen.