2026-02-20T12:29:42.904Z

Vereinsnachrichten

Die Hinrunde: Interview mit Frank Waldaukat

von Mike Völker · 22.11.2024, 07:21 Uhr · 0 Leser
SSV Marina Wendtorf
SSV Marina Wendtorf – Foto: SSV Marina Wendtorf

Herr Waldaukat, die Hinrunde in der Kreisklasse A ist nun vorbei. Wie zufrieden sind Sie mit der bisherigen Leistung des SSV Marina Wendtorf als Aufsteiger?

Die Leistung der Mannschaft in der neuen Umgebung kann sich durchaus sehen lassen. Die Spiele im Allgemeinem sind intensiver als in der Kreisklasse B. Die Mannschaft hat die in den meisten Fällen etwas defensivere Spielweise angenommen und sich entsprechend in den Spielen belohnt.

Was waren Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen für die Mannschaft in der Hinrunde? Hat sich die Kreisklasse A so entwickelt, wie Sie es erwartet hatten?

Das Potential der Mannschaft ist mir seit längerem bewusst. Eine Klasse höher sind die Spiele oftmals umkämpfter, als noch in der Kreisklasse B. Konzentrationsfähigkeit über 90 Minuten ist hier von besonderer Bedeutung. Dies hat die Mannschaft aufgenommen und auch in vielen Spielen umgesetzt.

Als Trainer eines Aufsteigers – welche Ziele hatten Sie sich zu Beginn der Saison gesetzt, und wurden diese erreicht oder müssen Sie Ihre Erwartungen anpassen?

Na ja, Ziele reifen meistens zu Beginn und während der Vorbereitung. Die Vorbereitung kann man als recht zufriedenstellend bewerten, jedoch konnten nur zwei Spiele absolviert werden. Beide wurden verloren und brachten nicht das nötige Selbstvertrauen. Als Aufsteiger trifft man auf Mannschaften, die Relativ unbekannt in ihrer Spielweise sind, aus diesem Grund sind Erwartungen schwer zu formulieren. Jedoch habe ich schon mit 1,5 Punkten pro Spiel geliebäugelt. Nach absolvierten 12 Spielen stehen 17 Punkte zu Buche, entspricht also meinen Erwartungen.

Gab es Spiele oder Momente in der Hinrunde, auf die Sie besonders stolz sind? Vielleicht ein Spiel, das als Schlüsselmoment für das Team gesehen werden kann?

Ja die gibt es, sogar zwei. Das erste Heimspiel gegen TSV Bordesholm 2 war so ein Moment. Gegen eine starke Mannschaft, die ein Jahr zuvor noch zwei Klassen höher spielte, wurde durch großen Einsatz und Willen ein Sieg errungen. Der war so nicht vorherzusehen und setzte ein positives Gefühl in der Mannschaft frei. Gleiches gilt für den Lastminute Dreier gegen den TSV Lepahn und der anschließenden gemeinsamen 60 Jahrfeier des Vereins.

Welche Stärken sehen Sie im Team, und in welchen Bereichen sehen Sie noch das größte Entwicklungspotenzial?

Als Stärken sehe ich klar die sehr gut besetzte Innenverteidigung. Gleich eine Reihe von Spielern füllen diese Position mit gutem Spielverständnis und Kompromisslosigkeit aus. Allgemein kann man sagen das wir als Aufsteiger bei 12 Spielen lediglich 23 Gegentreffer bekommen haben, was dies unterstreicht. Auffällig ist auch die gut funktionierende Mittelachse mit Defensiven und Offensiven Mittelfeld und Mittelstürmer. Potenzial gibt es sicherlich im Pass- und Flankenverhalten.

Der Sprung von der niedrigeren Liga in die Kreisklasse A ist für jede Mannschaft anspruchsvoll. Wie hat das Team auf diesen Wechsel reagiert, und welche Anpassungen waren am schwierigsten?

Grundsätzlich war in der Mannschaft eine gewisse Vorfreude über die neue Spielklasse spürbar. Wie bereits oben angedeutet sind in der höheren Spielklasse weniger Fehler erlaubt. Eine gewisse Mischung aus Einsatz und Cleverness ist von großer Wichtigkeit. Die ganze Mannschaft hat diese verinnerlicht und ist auf einem guten Weg.

Wie würden Sie den Teamgeist und die Chemie in der Mannschaft beschreiben?

Der Umgang untereinander ist sehr respektvoll und fördert auch den Zusammenhalt. Jeder gönnt dem anderen den Erfolg. Einen Schub in diese Richtung war sicherlich die Abschlussfahrt nach Dänemark. Der Erfolg der letzten Saison in Verbindung mit dem Wochenende auf Römö haben einiges bewirkt.

Was sind Ihre Hauptziele für die Rückrunde? Gibt es konkrete Punkte, an denen Sie und das Team intensiv arbeiten möchten?

Für die Rückrunde ist es das Ziel die gute Vorrunde zu bestätigen. Ein Hauptpunkt wird das Ausdauertraining darstellen sowie die Verbesserung der Passsicherheit.

Wie bewerten Sie die Konkurrenz in der Kreisklasse A? Gibt es Teams, die Sie besonders beeindrucken?

Zwei Mannschaften haben sich bereits abgesetzt und werden das Rennen unter sich ausmachen. Gefolgt von einem breiten Mittelfeld sind die letzten 3 bis 4 Mannschaften schon etwas abgeschlagen. Überrascht hat mich die Konstanz vom Raisdorfer TSV. Als enttäuschter Absteiger hat sich die Elf von Tobias Becker schnell erholt und spielt eine sehr souveräne Hinrunde.

Die Zuschauerzahlen und das Interesse am Amateurfußball schwanken oft. Was bedeutet die Unterstützung der Zuschauer für das Team, und wie wichtig ist diese für den Erfolg in der Rückrunde?

Ich bin sehr zufrieden mit dem Zuschauerzuspruch in unseren Heimspielen. Durch gute Leistungen konnten einige Zuschauer aktiviert werden. Besonders gepuscht werden wir durch den Marina Trompeter. Seitdem Mike der Trompeter am Start ist, ist die Bilanz merklich verbessert worden.

Welche langfristigen Ambitionen haben Sie als Trainer mit dem SSV Marina Wendtorf? Könnte ein weiterer Aufstieg in Zukunft realistisch sein, oder liegt der Fokus erst einmal darauf, die Klasse zu halten?

Ich denke ein realistisches Ziel ist eine gute Platzierung in der Kreisklasse A. Jedoch muss man sagen, dass viele Vereine Probleme haben eine spielfähige Mannschaft aufzustellen. Unter diesem Aspekt ist es denkbar irgendwann einmal Kreisligaluft zu schnuppern.

Zum Abschluss: Was motiviert Sie persönlich als Trainer am meisten, und was möchten Sie mit diesem Team erreichen?

Meine Motivation ist die Liebe zum Fußball. Es macht mir Spaß den Teamspirit zu spüren und die fußballerische Entwicklung voranzubringen. Der größte Erfolg im Teamsport ist das Zusammenspiel der verschiedenen Charaktere zu einer Einheit, die zusammen erfolgreich agiert. Unter diesem Umständen wäre ein respektabler Platz unter den ersten 7 Teams eine Bestätigung für die Mannschaft und den Trainer.