
Der Traum vom Aufstieg in die Zweite Bundesliga der Frauen ist zum Greifen nah. Am Sonntag machten die Spielerinnen des VfR Warbeyen den nächsten Schritt in Richtung Meisterschaft. Beim FSV Gütersloh II feierte der Tabellenführer der Regionalliga einen souveränen 5:0 (3:0)-Erfolg.
Und weil Verfolger Fortuna Köln zwei Stunden später im Derby gegen die U20-Juniorinnen des 1. FC Köln erneut wertvolle Punkte verschenkte (1:1), können die Feierlichkeiten am Duvenpoll im Idealfall bereits am kommenden Wochenende beginnen.
Wenn der VfR Warbeyen im Heimspiel gegen die U20 des 1. FC Köln seine Hausaufgaben erledigt, darf die Fortuna nicht parallel gegen die U 23-Auswahl von Bayer 04 Leverkusen verlieren. Bei einem Warbeyener Heimsieg und einer Kölner Niederlage wäre der VfR uneinholbar enteilt und stünde bereits fünf Spieltage vor Saisonende als Aufsteiger in Liga zwei fest.
Sollte der Verfolger aus der Domstadt erneut Unentschieden spielen, könnte er zwar noch nach Punkten mit dem Spitzenreiter gleichziehen. Doch das Torverhältnis, das bei Punktgleichheit ausschlaggebend ist, spricht mehr als klar für den VfR. Nur ein Sieg der Fortuna würde die Warbeyener Meisterschaftsparty noch einmal vertagen. Weil das nächste Rheinland-Derby am Sonntag bereits um 13 Uhr angepfiffen wird, dürften eine Stunde später im Klever Sportzentrum Unterstadt etliche Smartphones gezückt werden, um den Liveticker verfolgen zu können. Dass der Sturm auf die Getränkemärkte beginnen kann, haben sich Trainer Sandro Scuderi und seine Spielerinnen redlich verdient. Beim Tabellensiebten FSV Gütersloh II steckte den Gästen lediglich in der Anfangsphase noch etwas die Müdigkeit in den Gliedern. „Wir waren seit den frühen Morgenstunden unterwegs, das ist schon grenzwertig. Einige Spielerinnen sind schon am Vortag gefahren und haben in Gütersloh übernachtet“, sagte Scuderi. Eine halbe Stunde dauerte es, bis die Gäste ihre PS auf den Platz brachten. Dann ging alles ganz schnell. In der 28. Minute brachte Aida Manoukian den VfR nach schöner Vorarbeit von Jule Dallmann in Führung. Nur sieben Minuten später erzielte Moisa Verkuijl das 2:0 (35.). Und Narjiss Ahamad sorgte noch vor der Pause (40.) für die Vorentscheidung.
Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild: Der VfR Warbeyen diktierte das Spielgeschehen, vom Gastgeber kam nicht viel. So hatte Sophie Schneider nach einer knappen Stunde keine Mühe, auf 4:0 (58.) zu erhöhen. Den Schlusspunkt setzte Ebla Gouriye, die in der 69. Minuten mit ihrem ersten Saisontreffer den Endstand markierte.
„Ich bin sehr glücklich darüber, wie wir die Umstände angenommen haben. Wir haben eine sehr gute Performance gezeigt – gerade in der ersten Halbzeit. Wenn der gegnerische Trainer dir schon während des Spiels gratuliert und sagt, dass wir tollen Fußball spielen, ist das natürlich eine schöne Sache“, sagte Sandro Scuderi. Mit Blick auf mögliche Rechenspielchen entscheidet sich der 45-Jährige wie immer für die professionelle Zurückhaltung: „Wir haben noch sechs Spiele vor der Brust. Wir wollen es vernünftig zu Ende bringen.“
VfR Warbeyen: Rumohr – Gouriye, Grabbe, Hubbeling (73. Pels), P. Dallmann, S. Schneider (73. Z. Rickes), Manoukian (46. Opladen), J. Dallmann, Hoevers (64. Wilting), Verkuijl, Ahamad (64. C. Rickes).