
Mehr als die Hälfte aller Landesligisten ist noch abstiegsgefährdet. Dazu gehört auch der FV Nußloch, dessen Ergebnisschwankungen maximal sind.
Ist Ihre Mannschaft die größte Wundertüte der Liga?
Ein 2:1-Sieg gegen den Spitzenreiter FK Srbija Mannheim und eine 0:1-Niederlage beim Schlusslicht Türkspor Eppingen. Diese beiden Ergebnisse veranschaulichen die Wankelmütigkeit des FV Nußloch eindrucksvoll. "Der Vergleich mit der Wundertüte trifft es ganz gut", entgegnet Steffen Kochendörfer der Eingangsfrage. Der Nußlocher Trainer bemängelt, "vor allem die fehlende Konstanz."
Seiner Ansicht nach sollten es viel mehr als die bislang erreichten 15 Punkte sein. Er nennt zwei Beispiele dafür: "Beim VfR Mannheim II (0:1) und in Eppelheim (1:2) haben wir zwei unverdiente Niederlagen kassiert."
Von Mitte bis Ende August sah es rosig aus in Nußloch. Acht Punkte holte der FV aus seinen ersten vier Partien und schien sich im oberen Tabellendrittel festzusetzen, doch dann blieben die Ergebnisse aus. "Eine wirkliche Erklärung habe ich nicht dafür", gibt Kochendörfer offen zu. Zu viele Ausfälle sind es jedenfalls nicht, wie er versichert: "Wir sind relativ komplett was unseren Kader betrifft."
Auf einen ordentlichen folgte jedoch meist ein schlechter Auftritt und umgekehrt. "Wir müssen dringend daran arbeiten über 90 Minuten unsere Leistung zu bringen und eben nicht nur über 50", fordert der 32-jährige Spielertrainer.
Spätestens ab dem neuntplatzierten VfB St.Leon beginnt der Abstiegskampf, strenggenommen gilt es aber ab Rang sechs, den der FC Dossenheim belegt, ein Auge auf die Ränge unterhalb des Strichs zu haben. Nußloch ist Elfter.
"Es gibt nichts um den heißen Brei herumzureden, wir befinden uns im Abstiegskampf", sagt Kochendörfer klar und deutlich. Zusammen mit seinem Trainerkollegen Daniel Herm hat er dies der Mannschaft kommuniziert und weiß dank seiner Erfahrung, "umso schneller wie das annehmen, umso leichter werden wir uns tun."
Ein Gutes hat der Spielplan mit dem Gastspiel beim FC Türkspor Mannheim am Sonntag, dem darauffolgenden Heimspiel gegen Lobbach und auswärts in St.Leon. Mit einer starken Phase und drei Siegen könnten sich die Nußlocher des größten Drucks bis ins neue Jahr hinein entledigen. "Jetzt kommen die Spiele, die wehtun und über Kampf und Leidenschaft entschieden werden", prophezeit Kochendörfer, der optimistisch bleibt, "wir sind guter Dinge, dass wir die nötigen Punkte holen."