2026-01-15T09:41:53.693Z

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Der 1. FC Wülfrath hat den Neustart erfolgreich gemeistert.
Der 1. FC Wülfrath hat den Neustart erfolgreich gemeistert. – Foto: Peter Teinovic

Die Erlösung kommt erst am letzten Spieltag

Der konsequente Neuanfang beim 1. FC Wülfrath hat geklappt. Nach zwei Jahren steigt das Team wieder in die Landesliga auf.

Analyse Nach dem bitteren Abstieg aus der Landesliga im Frühsommer 2023 stellt sich der 1. FC Wülfrath neu auf – nicht nur fußballerisch, sondern auch organisatorisch. Eine Maßnahme, die vieles verändert – und letztlich den Wiederaufstieg nach nur zwei Jahren ermöglicht.

Dem 25. Mai 2025 kommt in der jüngeren Vereinsgeschichte des 1.FC Wülfrath eine besondere Bedeutung zu. An jenem Sonntag machten die Schützlinge der beiden Trainer Joscha Weber und Thomas Cyrys mit dem 3:0-Derbysieg gegen den ASV Mettmann im Lhoist Sportpark die Rückkehr in die Landesliga perfekt. Und krönten damit eine Spielzeit, die ohne größere Leistungsschwankungen meist auf konstant hohem sportlichen Niveau abgewickelt wurde.

Allenfalls die Niederlagen gegen den FSV Vohwinkel, das 0:2 bereits im September 2024 im eigenen Stadion, und das 0:3 am 23. März in Wuppertal – einhergehend mit dem 2:2 eine Woche zuvor gegen Burgaltendorf – passten nicht ins Konzept. Ein Hauch von Formkrise? Mitnichten, denn das Team um Kapitän Maik Bleckmann steckte die fünf verlorenen Zahler unbeeindruckt weg, ließ im weiteren Saisonverlauf nur noch mit dem 0:0 bei TuSEM Essen Punkte liegen.

Über Strecke sehr konstant

Da wirkte sich die vorübergehende „Krise“ des unmittelbaren Verfolgers Solingen 03, am Ende mit vier Zählern Rückstand auf dem zweiten Rang gelandet, schon gravierender aus. Der zuvor recht komfortable Vorsprung gegenüber dem FCW schmolz zusammen. Eine Vorentscheidung fiel im Top-Spiel am Gründonnerstag. Vor gut 700 Zuschauern siegten die Wülfrather durch die Tore von Beppo Raudino und Maximilian Eisenbach in Solingen 2:1, standen mit zwei Zählern Vorsprung nun selbst an der Spitze des Tableaus.

Zehn Tage darauf siegte die Weber-Elf zu Hause mit 6:1 gegen Wermelskirchen – Solingen unterlag zeitgleich in Ronsdorf 1:3. Der Anfang vom Ende für die Walder, die sich in der jetzt angelaufenen Relegationsrunde gegen Sterkrade und Tönisberg aber noch für die Landesliga qualifizieren können.

Der Rückblick auf die FCW-Erfolgsstory

Nach dem Abstieg aus der Landesliga im Frühsommer 2023, mit 15 Punkten Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz, brach beim FCW eine neue Ära an. Michael Massenberg, langjähriger 1. Vorsitzender und Sponsor – daran änderte sich natürlich auch zwischenzeitlich nichts – zog sich aus dem operativen Geschäft zurück. Blieb und bleibt aber bei wichtigen Entscheidungen nach wie vor mit im Boot.

Gleichwohl schenkte Massenberg einem „Topteam“ in seinem direkten Umfeld das Vertrauen. Der von SSVg Velbert II gekommene Joscha Weber, in der Doppelfunktion als Trainer und Sportlicher Leiter, unterstützt vom verbliebenen Co-Trainer Leo Petereit, Torwarttrainer Sebastian Herweg sowie Philipp Schmidt als zweiter Sportlichen Leiter – sie alle sollten den Umschwung einleiten. Gemeinsam mit Massenberg-Tochter Michaela als Teammanagerin, die bereits in der Landesliga-Rückrunde im neuen Umfeld erste Erfahrungen sammelte.

Neues Personal gibt die Richtung vor

„Wir haben uns anders aufgestellt, nicht nur in personeller Hinsicht. Auch die organisatorischen Strukturen haben wir hinterfragt. Wir stellten einen Drei-Jahres-Plan auf, wollten in diesem Zeitraum zurück in die Landesliga. Außerdem verbesserten wir die Abläufe und die interne Kommunikation“, so der „Präses“ rückblickend, der noch ergänzte: „Was den Abstiegskader anging, nahmen wir einen radikalen Umbruch vor, hofften andererseits, dass die neu zusammengestellte Mannschaft möglichst schnell funktioniert. Die verpflichteten Spieler, wie beispielsweise Maik Bleckmann, Beppo Raudino oder Maximilian Eisenbach, brachten fußballerische Qualität und eine Portion an Erfahrung mit.“

Michaela Massenberg, gleichzeitig 2. Vorsitzende, ergänzte mit Nachdruck: „Und die Jungs passten charakterlich bestens zusammen. Da stellte sich schnell der Erfolg ein. Am Saisonende 2023/24 waren wir Zweiter, mit einem Punkt hinter Bergisch Born. Rein sportlich gesehen hätten wir aufsteigen müssen. Born bekam aber am grünen Tisch zwei Punkte gutgeschrieben. Das war, neben unserem unnötigen 3:3 am 5. Mai mit dem Ausgleich für Gegner Vohwinkel in der Nachspielzeit, letztlich entscheidend.“

Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. Deshalb legten die Wülfrather beim kickenden Personal im vergangenen Sommer gleich noch einmal nach, um das Ziel Aufstieg im zweiten Anlauf zu realisieren. Die Zugänge Arman Corovic, Florian Schikowski, Gian-Luca Bühring oder „Saki“ Xiros seien stellvertretend genannt. Als Co-Trainer, für den ausgeschiedenen Petereit, ergänzte nun der in der Saison zuvor noch im Mittelfeld spielende Thomas Cyrys den Staff.

Am Ende der Hinrunde lagen Wülfrath, Solingen 03 und Mettmann noch gleichauf, ehe der ASV durch unnötige Punktverluste etwas an Boden verlor. Der FCW hingegen überließ nichts dem Zufall, hatte zwar am Jahresende als Zweiter sein Soll erfüllt, nahm aber schon vor und kurz nach dem Jahreswechsel mit den Verpflichtungen von Ahmad Jafari, Torhüter Marvin Oberhoff, Alex Fagasinski und Amin Ouahaalou Korrekturen im Kader vor. Später kam noch Angreifer Brian Mitchell aus Cronenberg hinzu.

„Es blieb bis zum letzten Spieltag spannend, weil sich auch Solingen nochmals verstärkte. Am Ende lagen wir zu Recht vorne, weil wir die vier Topspiele gegen Mettmann und Solingen 03 alle für uns entschieden“, fasste Michael Massenberg das Geschehen der vergangenen Monaten zusammen.

Aufrufe: 08.6.2025, 21:00 Uhr
RP / Elmar RumpAutor