
ASC Geretsried steigt nach 0:4-Niederlage ebenso ab wie RW Bad Tölz und SG Reisach
ASC Geretsried - Real Kreuth 0:4 (0:2) – Der ASC muss nach vier Jahren zurück in die A-Klasse. Im letzten Match gegen Kreuth blieb eine Überraschung aus; zudem hätte selbst ein Sieg mangels Schützenhilfe aus Weyarn nicht gereicht. „Der Abstieg ist über das Jahr gesehen verdient“, ordnete Coach Tasso Lasidis die Lage sportsmännisch ein.
Zumindest bei diesem letzten Auftritt konnte man sich aber nicht viel vorwerfen lassen. Trotz des am Ende deutlichen Ergebnisses war es lange Zeit eine offene Partie – die Delegation vom TSV Otterfing begrub ihre Meisterhoffnungen erst in der 88. Minute endgültig und trat den Heimweg an. „Das Team hat nicht aufgegeben“, lobte Lasidis. Kreuth war bemüht, schnell zu einem Torerfolg zu kommen, doch der ASC verteidigte zunächst alles diszipliniert weg. Nach einer halben Stunde war es ein ungestümer Zweikampf am linken Rand des 16ers, der Kreuth zu einem Elfmeter verhalf: Franz Huber verwandelte zum 0:1 (29.). Der Kreuther Torjäger staubte auch zum 0:2 ab, als ein ASC-Verteidiger einen langen Ball im Strafraum nur senkrecht nach oben klären konnte und Huber aus kurzer Distanz einnetzte (37.).
Die Geretsrieder gingen ins Risiko und spielten weiter gut mit: „Man hat auch in der zweiten Halbzeit nicht gesehen, wer oben und wer unten in der Tabelle steht“, befand Lasidis. Es fehlte an zwingenden Torchancen. Nur der eingewechselte Andreas Matthäus hatte zwei Mal kurz hintereinander die Gelegenheit zu verkürzen. Trotzdem blieb es spannend, ehe erneut Huber im Nachschuss gegen ASC-Keeper Phil Malzacher die mitgereisten Real-Fans in Ekstase versetzte (88.). Dass Ludwig Hofbauer nach Wiederanstoß Malzacher den Ball abluchste und zum 0:4 ins leere Tor schob (89.), war danach kaum noch von Relevanz. „Am Ende ist das Ergebnis deutlich zu hoch“, meint Lasidis.
SG Reisach – SV Bad Tölz 2:1 (0:0) – Dass es für die Gäste nur noch um die „Goldene Ananas“ ging, war dem Tölzer Auftritt vor allem im zweiten Durchgang deutlich anzumerken. Seit Dienstag, als der FC Rottach-Egern Real Kreuth mit 2:3 unterlegen war, stand nämlich fest, dass der SV den Klassenerhalt geschafft hat. „Das war von uns nicht wirklich berauschend. Man hat da deutlich gemerkt, dass es für uns um nichts mehr ging“, musst SV-Vorsitzender Hans Adlwarth zugeben.
„Wir haben uns ehrenvoll aus der Kreisklasse mit einem Sieg verabschiedet“, freut sich hingegen SG-Coach Martin Schmidt, räumte aber auch ein, „dass dieses Mal das Glück auf unserer Seite war“. So etwa beim Ausgleichstreffer zum zwischenzeitlichen 1:1, als Alexander Wind nach einem Eckball die Kugel mit der Schulter über die Linie beförderte (86.). Auch der Trainer der Gastgeber hatte erkannt, dass es bei beiden Mannschaften um nichts mehr ging. Reisachs direkter Abstieg stand nämlich auch bereits seit geraumer Zeit fest.
Ohne große Höhepunkte war dabei in Reichersbeuern die erste Halbzeit über die Bühne gegangen. Alan Hassan, eigentlich Stürmer, hatte da als Ersatzkeeper im SV-Tor wenig zu tun bekommen. Das änderte sich ab dem Zeitpunkt, als Simon Gramüller einen Strafstoß zur überraschenden Tölzer Führung verwandelte (49.). Plötzlich wachten vor allem die Hausherren auf und begannen, das Gehäuse ihrer Gäste kräftig unter Druck zu setzen.
Bernhard Reiter gelang schließlich sogar noch der viel umjubelte Siegtreffer (89.). „Eine verdiente Niederlage“, gab da auch Adlwarth zu. Und der scheidende Coach Schmidt meinte: „Für die Moral in der neuen Liga war der unerwartete Erfolg sicher nicht schlecht.“
Rot-Weiß Bad Tölz – SG Ascholding/Thanning 3:6 (2:4) – Dass es für beide Mannschaften bei diesem letzten Saisonspiel um nichts mehr ging, war der Partie deutlich anzumerken. Bei den Gästen ging weder nach oben noch nach unten viel, und der direkte Abstieg der Hausherren stand bereits vor der Partie fest. „Wie ein typisches Trainingsspiel“, urteilt RW-Coach Adrian Ackermann: „Ohne großen Ehrgeiz, dafür aber mit vielen Toren.“
Den Torreigen in dem laschen Sommerkick eröffneten die Gäste. Nach zehn Minuten netzte Philipp von Jagemann erstmals ein, und nur drei Minuten später unterlief Sebastian Horwath zu allem Überfluss noch ein Eigentor. Dann waren erstmals die Rot-Weißen an der Reihe, und Tobias Weber gelang der Anschlusstreffer zum 1:2 (15.). Doch Tomas Paciaroni stellte mit dem ersten seiner insgesamt drei Treffer (30.) den Zwei-Tore-Vorsprung wieder her. Es war Riccardo Moliterno, der wiederum verkürzte (36.), ehe Paciaroni kurz vor dem Pausenpfiff noch einmal zuschlug (42.).
Auch im zweiten Durchgang zeigte keiner der beiden Kontrahenten „rechten Zug hinter seinen Aktionen“, meint Ackermann. Beim munteren Schützenfest waren jetzt allerdings die Hausherren wieder an der Reihe. Es war erneut Weber, der für den dritten RW-Treffer zuständig war (58.). Mit einem souverän verwandelten Strafstoß stellte erneut Paciaroni den Zwei-Tore-Vorsprung wieder her (82.), ehe schließlich Tobias Loipolder (86.) den Schlusspunkt setzte. Mit der Partie hat auch Ackermanns Trainerkarriere zunächst ein Ende gefunden.
SG Gaißach/Wackersberg - FF Geretsried 2:2 (0:1) – Obwohl es für beide Teams nur noch um die „goldene Ananas“ ging, bekamen die Zuschauer auf dem Sportplatz in Obergries keinen müden Sommerkick zu sehen. Die Hausherren kamen gut ins Spiel, doch zunächst gab es zwei dicke Chancen für die Gäste durch Danijal Aljuhic. Peter Söllner vom Gastgeber: „Da hat uns der Klaus mit zwei Glanztaten vor dem Rückstand bewahrt.“ Bei den Platzherren häuften sich die Ballverluste und Fehlpässe. Söllner: „Wir hatten zwar mehr Ballbesitz, doch die besseren Möglichkeiten erspielten sich die Fußballfreunde.“ Eine souverän abgeschlossener Alleingang von Fabio Ratte (18.) brachte die 1:0-Führung für Geretsried. Gleich nach Wiederbeginn nutzte die SG ein Missverständnis von FF-Keeper Andrei Cobotari und einem Mitspieler. Stefan Schwaiger (48.) schob zum Ausgleich ein. Und gleich darauf verpasste Peter Söllner per Kopf knapp die SG-Führung. Dann ging es flott. Im Anschluss an eine Gästeecke arbeiteten die Hausherren sich mit einem Konter rasant nach vorne. Michael Lugmair bediente Lorenz Hartl vorbildlich, und schon war die Partie gedreht. Die SG lag vorne. Aber nicht lange. Im Gegenzug glich Danijal Aljukic (59.) aus. Kurz vor dem Ende eine erneute Glanzparade von Ertl, und so blieb es beim gerechten 2:2. Söllner: „Im ersten Abschnitt hatte Geretsried mehr Möglichkeiten, nach der Pause wir.“