
Zwar hatte der ZFC in der ersten Halbzeit alles im Griff und ging auch durch einen Treffer von Califo Baldé verdient in Führung, verpasste es aber wieder, trotz einiger Möglichkeiten, diese auszubauen. So glichen die Preussen quasi mit ihrer ersten guten Gelegenheit zu Anfang der zweiten Hälfte durch einen Schuss von Nikolas Frank aus und konnten am Ende sogar noch durch Fritz Schröder kurz vor dem Abpfiff den Siegtreffer erzielen. So verlor Meuselwitz das sechste Spiel in Folge und ist nun im Kampf um den Klassenerhalt gänzlich auf fremde Hilfe angewiesen.
BERICHT von Jörg Kaltofen / ZFC Meuselwitz
Allen Beteiligten war bewusst, welche Bedeutung diese Partie hatte. Entsprechend trat die Mannschaft zu Beginn der Begegnung im traditionsreichen Preussen-Stadion vor 227 Zuschauern, darunter rund 20 Gäste aus Meuselwitz, auf. Zipsendorf versuchte früh, Druck aufzubauen, während die Gastgeber dies zunächst weitgehend zuließen. Der Eindruck entstand, dass der Heimverein der Partie mit geringer Intensität begegnete und primär die Verabschiedung von Kapitän Patrick Breitkreuz im Mittelpunkt stand. Mehrfach gelang es dem ZFC, in den Strafraum der Berliner vorzudringen. Bereits nach sechs Minuten ergab sich durch einen Flugkopfball von Hendrik Wurr eine erste gute Gelegenheit, die jedoch das Tor verfehlte. Kurz darauf kam auch Florian Hansch zu einem Abschluss, der ebenfalls nicht zum Erfolg führte (9.).
Im weiteren Verlauf flachte die Partie etwas ab, blieb jedoch optisch eher von der Gastmannschaft geprägt. In der 21. Minute setzte sich Christoph Pauling durch und spielte den Ball vors Tor, wo Califo Baldé konsequent einlief und zum 0:1 einschob. Der Gegentreffer zeigte bei den Berlinern zunächst wenig Wirkung, und nur wenige Minuten später wurde ihr Kapitän im Rahmen einer Verabschiedung geehrt und in den Fußballruhestand begleitet. Weitere nennenswerte Szenen blieben anschließend zunächst aus. In der 37. Minute kam Christoph Pauling nach einem Zweikampf zu Fall, ein Pfiff des Schiedsrichters Christopher Gaunitz blieb jedoch aus, der insgesamt eine großzügige Linie an den Tag legte. Für einen Strafstoß reichte die Situation aus Sicht der Spielleitung nicht aus.
Zur Halbzeitpause herrschte bei den mitgereisten ZFC-Anhängern trotz Führung eine eher gedämpfte Stimmung. Die Situation im Tabellenkeller schien vielen zunehmend Sorge zu bereiten, was sich auch in der allgemeinen Atmosphäre widerspiegelte.
Nach dem Seitenwechsel startete die Mannschaft aus Zipsendorf aktiver und kam durch Florian Hansch zu zwei guten Möglichkeiten, die Führung auszubauen. Zunächst setzte er einen Abschluss aus rund zwölf Metern neben das Tor (48.). Kurz darauf wurde sein flacher Schuss nach Vorarbeit von Christoph Pauling noch vor der Linie geblockt (50.). Die anhaltende Abschlussschwäche im Offensivbereich setzte sich damit fort. In der 53. Minute blieb zudem eine strittige Szene im Berliner Strafraum ohne Elfmeterentscheidung, nachdem Florian Hansch nach einem Zweikampf mit Leo Sommerfeld kurz am Boden lag.
Direkt im Gegenzug fiel der Ausgleich. Nikolas Frank nutzte einen schnellen Umschaltmoment und traf mit einem präzisen Schuss in den Winkel zum 1:1 (53.). Anschließend gestaltete sich die Partie offener, wobei beide Teams zu vereinzelten Möglichkeiten kamen, die jedoch jeweils gut verteidigt wurden. Zipsendorf agierte in dieser Phase zunehmend ungenau im Spielaufbau. Nach etwas mehr als einer Stunde bot sich Hansch nach einem Zuspiel von Theo Teßmer erneut eine gute Gelegenheit, die jedoch ungenutzt blieb (63.). In der 80. Minute ergab sich nach einem Fehler in der Zipsendorfer Defensive eine weitere Chance für Jasin Abou-Chaker, die ebenfalls nicht verwertet werden konnte.
Als das Spiel bereits auf ein Unentschieden hinauszulaufen schien, fiel kurz vor Schluss die Entscheidung. Der zuvor eingewechselte Fritz Schröder erhielt den Ball, setzte sich gegen mehrere Gegenspieler durch und vollendete ins lange Eck zum 2:1 (89.). In der Nachspielzeit brachte ein Freistoß von Andy Trübenbach keinen Erfolg mehr, da dieser in der Mauer hängen blieb. Kurz darauf wurde die Partie abgepfiffen. Die Berliner entschieden die Begegnung mit geringem Aufwand für sich. Damit steht fest, dass erst nach dem Relegationsrückspiel am 30.05.2026 in Würzburg Klarheit darüber herrscht, in welcher Liga Zipsendorf in der kommenden Saison antreten wird. Die Situation im Tabellenkampf hat sich weiter zugespitzt.
Das Fazit fällt entsprechend ernüchternd aus. Die sportliche Lage ist angespannt, und die Unsicherheit über den weiteren Saisonverlauf ist deutlich spürbar. Die mögliche Konsequenz eines Abstiegs bleibt weiterhin realistisch, auch wenn die Entscheidung noch aussteht. Unabhängig von der Ligazugehörigkeit ist davon auszugehen, dass der Verein weiterhin von einem festen Umfeld begleitet wird.