Heribert Ketterl (re.) übernimmt den Posten von Markus Glück (li.)
Heribert Ketterl (re.) übernimmt den Posten von Markus Glück (li.) – Foto: BFV

Ketterl übernimmt von Glück

Regionalauswahl Ostbayern stellt sich neu auf +++ Neue Impulse für den Mädchenfußball in der Region

Marcus Glück ist nicht länger Regionalauswahltrainer der Mädchen in Ostbayern. Der 42-jährige Regensburger legte sein Amt auf eigenen Wunsch zum Jahresbeginn nach mehr als einem Jahrzehnt Tätigkeit nieder, um fortan seiner jungen Familie mehr Zeit zu widmen und den hohen beruflichen Anforderungen noch besser gerecht zu werden. Glück prägte über Jahre hinweg die weibliche Nachwuchsförderung in Ostbayern und feierte dabei zahlreiche Erfolge.

Unter seiner Regie wurden nicht nur zahlreiche Vergleiche mit der Regionalauswahl in der Sportschule Oberhaching gewonnen, vielmehr konnte er auch als Co- und Cheftrainer der (gesamt-) bayerischen Auswahl Titel bis hin zur deutschen Ländermeisterschaft einheimsen. Spielerinnen wie Deutschlands Vorzeigekönnerin Sara Däbritz (Paris St.Germain) oder die mit der Fritz-Walter-Medaille als beste Nachwuchsspielerin ausgezeichnete Gia Corley (FC Bayern München) entwickelten sich in seiner Ägide zu vielbeachteten Ausnahmespielerinnen. Etliche Nominierungen für die U-Nationalteams wie beispielsweise jüngst bei Franziska Kett, Lisa Schöppl oder Laura Donhauser unterstreichen den hohen Stellenwert der Mädchenförderung in Ostbayern, die eng mit Glücks Namen verbunden ist. „Wir sind Marcus für seine Arbeit in den vergangenen Jahren äußerst dankbar. Mit seiner Fachkompetenz und seiner ruhigen, fachlichen Art konnte er bei Spielerinnen, Eltern, Vereinen und Kollegen stets punkten. Er hinterlässt große Fußspuren, die wir gemeinsam ausfüllen wollen.“, zeigte sich Ostbayerns DFB-Stützpunktkoordinator Johannes Ederer voll des Lobes für seinen Mitarbeiter. Glück betonte umgekehrt, dass er dem Talentförderprogramm und speziell dem Mädchenfußball weiterhin verbunden bleibe und weiterhin als DFB-Stützpunkt-Beobachter fungiere.

Bei (fast) allen Erfolgen an seiner Seite war auch schon Heri Ketterl, der ein eingespieltes Duo mit Glück bildete. Urgestein Ketterl – im Kreis Straubing und darüber hinaus einst als Klasse-Torhüter bekannt – feierte als junger Trainer zahlreiche Erfolge. Besonders eng verbunden ist sein Name mit der SpVgg Hankofen-Hailing, mit denen er zahlreiche Aufstiege feierte und den „Dorfverein“ überregional bekannt machte. Ehe er in der Coronasaison 19/21 zunächst als Co-Trainer, später dann als Interims- und mittlerweile als Cheftrainer erneut beim derzeitigen Bayernligisten auf der Trainerbank Platz nahm, war es lange Zeit ruhig um Ketterl geworden – lediglich auf den ersten Blick. Denn Ketterl, der Sport studierte und mittlerweile im Schulamt für die Grund- und Mittelschulen in und um Straubing verantwortlich ist, fungiert seit mittlerweile fast zwei Jahrzehnten als dezentraler Trainerausbilder des BFV und fast genauso lange als Verantwortlicher in der weiblichen Auswahlförderung. Wie Glück feierte Ketterl als Co- und Cheftrainer bei der Regionalauswahl Ostbayern und der Bayernauswahl zahlreiche Titel und Erfolge und begleitete zahllose Spielerinnen auf ihrem Karriereweg – genauso wie etliche Trainerkollegen in seiner Funktion als Ausbilder. „Heri ist für mich ein väterlicher Freund und wichtiger Ratgeber, dem ich viel zu verdanken habe. Mit seiner Expertise und Erfahrung zählt er in unserer Region zu den absoluten Aushängeschildern und ist ein großer Gewinn für unser Programm.“, erklärte Ederer und fügte an: „Er ist für uns die ideale Person in der Nachbesetzung von Marcus, weil er Innovation und Tradition gleichermaßen verbindet und wie Marcus eine anerkannte Führungspersönlichkeit darstellt.“ Ketterl übernimmt den Posten als chefverantwortlicher Regionalauswahltrainer in Ostbayern zum 01.April, wird dabei aber von einem großen Team unterstützt.

Christina Eckmann (li.) war als Spielerin beim FC Bayern München aktiv.
Christina Eckmann (li.) war als Spielerin beim FC Bayern München aktiv. – Foto: Tom Schlimme

Flankiert wird der neue „Chef“ vordergründig von zwei Trainerinnen. Christina „Ecki“ Schmid galt einst als absolutes Ausnahmetalent, das über den DFB-Stützpunkt Cham den Weg zum FC Bayern München fand und dort neben Champions-League-Einsätzen auch eine Deutsche Vize-Meisterschaft bejubeln durfte. Mittlerweile ist die 33-jährige Pädagogin in der Region wieder sesshaft geworden und stolze Ehefrau und Mutter. Seit mehreren Jahren ist die Elite-Jugend-Lizenz-Inhaberin als Co-Trainerin bei Maßnahmen der Regional- und Bayernauswahl mit vor Ort und bringt ihren persönlichen Erfahrungsschatz gewinnbringend ein. „Ecki ist nicht nur eine tolle Persönlichkeit, die mit ihrer herzlichen und natürlichen Art zu überzeugen weiß. Ich sehe in ihr auch sehr großes Potenzial als Trainerin. Auch wenn ihre Prioritäten verständlicherweise auf der jungen Familie liegen war es mir ein großes Anliegen, sie weiter mit im „Boot“ zu wissen.“, erklärte Ederer.

Als Sportwissenschaftlerin und Trainerin bringt Birgit Fellner viel Know-How mit.
Als Sportwissenschaftlerin und Trainerin bringt Birgit Fellner viel Know-How mit. – Foto: Brüssel

Neben Schmid wird Birgit Fellner eine tragende Rolle einnehmen. Die promovierte Sportwissenschaftlerin bringt nicht nur auf fachlicher Ebene viel (neues) Know-How mit ein, sondern überzeugt auch durch ihre direkte und unkomplizierte Art. „Feli ist nicht auf den Mund gefallen und absolut meinungsstark. Gleichzeitig ist sie eine Teamplayerin, die strukturiert arbeitet und durch ihre pädagogische und sportwissenschaftliche Ausbildung neue Sichtweisen und Blickwinkel mit einbringt.“ Während Fellner vornehmlich für die Arbeit auf dem Platz vorgesehen ist und gerade auch im Bereich der individuellen, leistungsdiagnostischen Steuerung sich einbringen möchte, wird Schmid administrative Aufgaben übernehmen und so die Talente in Ostbayern unterstützen.

Komplettiert wird das Team von Stephan Adler (Nordwest, SP Nürnberg) und Christian König (Nordost, SP Waldershof), die in ihren Regionen wichtige Sichtungsaufgaben übernehmen und weiterhin als Trainer eine wichtige Rolle einnehmen. Nicht mehr mit an Bord sein wird Aktivposten Solveig Böhme, die nach ihrem Umzug nach München künftig in der Region Südbayern aktiv sein wird. „Auch ihr sind wir zu großem Dank verpflichtet und wünschen an neuer Stelle weiterhin so viel Erfolg wie bisher.“, ergänzte der Stützpunktkoordinator. Die Planungen seien damit größtenteils abgeschlossen – jetzt müsse „nur noch die Pandemie mitspielen. Wir freuen uns wieder auf die gemeinsame Zeit mit unseren Talenten auf dem Platz.“

Aufrufe: 020.4.2021, 09:28 Uhr
DFBAutor

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