2026-06-03T09:07:03.210Z

Allgemeines

Deutz feiert Landesliga-Aufstieg, Niehler Ritt auf der Rasierklinge

Niehl zittert sich trotz Pleite ins Ziel: „Hatten den Fußballgott auf unserer Seite“

von red · Heute, 14:19 Uhr · 0 Leser
– Foto: Verein

Ein spannender letzter Spieltag der Bezirksliga 1! Während die Sportvereinigung Deutz 05 mit einer fulminanten 5:0-Gala gegen die Hürther Reserve den direkten Wiederaufstieg in die Landesliga perfekt machte und den zweiten Tabellenplatz erfolgreich verteidigte, erlebte der Kölner Norden eine nervliche Zerreißprobe. Trotz einer 1:3-Niederlage beim Heiligenhauser SV schaffte der CfB Ford Niehl den Klassenerhalt auf den allerletzten Drücker. Weil der direkte Konkurrent Germania Zündorf parallel beim Schlusslicht Brühl zwar mit 5:1 triumphierte, am Ende aber ein einziges Tor fehlte, rettete sich die Zierden-Elf dank der hauchzart besseren Tordifferenz ins Ziel.

Bester Aufsteiger : Frielingsdorf krönt starke Saison

Das Aufsteiger-Duell am letzten Spieltag hielt, was es versprach. Der SV Frielingsdorf feierte einen knappen 3:2 (1:1)-Erfolg gegen den Türkischen FC Köln und kletterte zum Saisonabschluss auf einen starken sechsten Tabellenplatz. Damit krönen die Bergischen eine überragende Spielzeit als bester Neuling der Liga. Für die Gäste aus der Domstadt war es hingegen der vorerst letzte Auftritt in der Bezirksliga.

Die Partie in der Oni-Arena nahm sofort Fahrt auf. Bereits in der dritten Minute brachte Philipp Schmidt die Hausherren per Foulelfmeter mit 1:0 in Führung. Die Antwort der Gäste ließ jedoch nicht lange auf sich warten, denn nur fünf Minuten später entschied der Unparteiische Coshido Thelen auf der Gegenseite ebenfalls auf Strafstoß. Deniz Obuz blieb vom Punkt cool und besorgte den schnellen Ausgleich zum 1:1.

Nach dem Seitenwechsel belohnte der eingewechselte Leon Dema belohnte den Aufwand der Hausherren in der 72. Minute mit dem Treffer zum 2:1. Doch der TFC bewies Moral und schlug durch Tugra-Süleyman Koc zehn Minuten vor dem Ende noch einmal eiskalt zurück. Das allerletzte Wort in der Begegnung war jedoch den Frielingsdorfern vorbehalten. Jonathan Schmidt erlöste die Heimfans in der 86. Minute mit dem Treffer zum 3:2-Endstand und tütete damit den Heimsieg sowie den Sprung auf Platz sechs endgültig ein.

TFC-Trainer Hasan Ramadani sparte nach dem Schlusspfiff nicht mit Lob für seine dezimierte Truppe. Angesichts der personellen Voraussetzungen war die Leistung der Kölner aller Ehren wert. Ramadani sah seine Mannschaft phasenweise sogar im Vorteil und trauerte einem durchaus verdienten Punktgewinn ein wenig hinterher.

„Wir sind mit elf gesunden Spielern nach Frielingsdorf gefahren. Ich hatte ein, zwei Auswechselspieler, wovon einer aus unserer dritten Mannschaft bei uns ausgeholfen hat – wir waren also extrem dezimiert. Wir haben heute alles reingeworfen, was in uns steckt, genau wie ich mir das gewünscht hatte. Ich bin extrem stolz auf die Jungs, dass sie das heute noch mal so gut gemacht haben. Meiner Meinung nach hätten wir definitiv einen Punkt verdient gehabt. Die erste Halbzeit geht ganz klar an uns: Wir hatten über weite Strecken die klar besseren Chancen und haben das bessere Spiel gemacht als Frielingsdorf. Die zweite Halbzeit ging dann an Frielingsdorf, das haben sie gut gemacht. Am Ende des Tages: Glückwunsch an Frielingsdorf.“

Trotz der erneuten knappen Niederlage überwogen beim Coach die positiven Gefühle. Nach einer kräftezehrenden Saison schaltet der Verein nun umgehend in den Entspannungsmodus, um die Akkus im Sommer wieder vollständig aufzuladen. „Wir verabschieden uns erhobenen Hauptes, wir haben noch mal alles rausgeholt. Wir gehen seit Wochen mit dem Kader am Schlauch. Deswegen haben wir am Dienstag noch mal eine kleine Spaßeinheit und ein Abschlussgrillen – und dann geht’s in die Sommerpause.“

Auch Frielingsdorf-Coach Andreas Dreiner sparte nicht mit Lob für den Gegner. "Großen Respekt an die Ramadani-Truppe. Wie ein Absteiger haben die Jungs definitiv nicht gespielt und unser Torhüter Lukas Borkes hat uns in der ersten Halbzeit vor einem Rückstand bewahrt", lautet Dreiners Analyse zum ersten Durchgang. Im zweiten Abschnitt habe man gute Möglichkeiten kreiert. "Nach dem 2:1 hätten wir früher den Deckel drauf machen müssen, aber ich freue mich sehr, dass wir zum Ende der Saison nochmal einen Dreier geholt haben."

Sechs-Tore und kein Sieger zum Abschluss

Das klassische Spiel um die goldene Ananas bot den Zuschauern am letzten Spieltag zumindest jede Menge Unterhaltung. Beim Aufeinandertreffen zwischen dem SSV Jan Wellem und dem FC Rheinsüd Köln hieß es am Ende leistungsgerecht 3:3 (2:1). Da für beide Teams tabellarisch ohnehin der Druck komplett raus war, entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem die Defensivreihen bereits im Urlaubsmodus schienen. Während die Gladbacher ihren vierten Platz über die Ziellinie retteten, mussten die Kölner Südstädter im letzten Moment noch den SV Frielingsdorf vorbeiziehen lassen und beenden die Saison auf Rang sieben.

Die Partie ging ohne langes Abtasten direkt in die Vollen. Jannik Eßer schoss die Gäste bereits in der siebten Minute in Front, doch Sascha Marquet besorgte quasi im Gegenzug den postwendenden Ausgleich (8.). Nur wenig später drehte Megomed-Emin Shamsadov die Partie komplett zugunsten von Jan Wellem (15.). Nach dem Seitenwechsel glich Max Engelkamp für Rheinsüd aus (53.), ehe Christoph Nickel die Hausherren erneut in Führung brachte (56.). Den Schlusspunkt einer munteren Begegnung setzte schließlich Santiago Minvielle Cepeda mit dem Treffer zum 3:3-Endstand (65.).

Mit dem letzten Aufgebot und Flugverspätung nach Mallorca

Jan-Wellem-Trainer David Gsella zog nach dem Schlusspfiff ein entspanntes Fazit. Angesichts der extrem dünnen Personaldecke zeigte sich der Coach vor allem mit den Offensivaktionen seiner Elf einverstanden, verbuchte die defensiven Nachlässigkeiten aber als typische Begleiterscheinung eines letzten Spieltags. Der Fokus richtete sich ohnehin schnell auf die anstehende Mannschaftstour, auch wenn der Abflug gedanklich erst mal vertagt werden musste.

„Wir hatten gerade mal elf Feldspieler zur Verfügung, also einen Spieler auf der Bank – das letzte Aufgebot. Dafür haben wir es, finde ich, mit Ball sehr, sehr gut gemacht. Gegen den Ball war es allerdings nicht gut, da haben wir die Tore zu einfach bekommen. Da machen wir jetzt einen Haken dran an diese Saison. Jetzt fliegen wir leider mit Verspätung nach Mallorca – der Flug hat jetzt schon Verspätung – und schauen dann, was in der neuen Saison so funktioniert.“

Krämer: "Ein typisches letztes Saisonspiel"

Auf der Gegenseite trauerte Rheinsüds Coach Stefan Krämer dem knapp verpassten sechsten Tabellenplatz nur kurz hinterher. Auch er musste mit gerade einmal 13 einsatzfähigen Akteuren improvisieren und lobte stattdessen den Charakter seiner Mannschaft, die sich trotz der fehlenden Grundspannung bis zur letzten Minute ordentlich verkaufte. Nach einer langen und intensiven Spielzeit überwiegt nun die Vorfreude auf die Regeneration, bevor im Hochsommer das nächste Kapitel aufgeschlagen wird.

„Man hat auf beiden Seiten gemerkt, dass es so ein typisches letztes Saisonspiel war, wo jetzt nicht mehr die ganz große Spannung drin war. Wir hätten gerne den sechsten Platz verteidigt und wussten, dass wir dafür ziemlich sicher drei Punkte brauchen werden. Das ist uns nicht gelungen, aber wir haben uns nichtsdestotrotz ordentlich verkauft. Wir freuen uns jetzt auf die Sommerpause. Wir haben eine lange, intensive Saison hinter uns – an dieser Stelle auch ein großes Kompliment an die Truppe, wie wir diese Saison bestritten und wie wir gearbeitet haben. Jetzt gilt es, wieder Kräfte zu sammeln, ein bisschen abzuschalten, die Sommerpause entsprechend zu genießen und dann im Juli wieder neu anzugreifen, um uns auf die neue Saison vorzubereiten.“

Brutales Drama im Keller: Zündorf feiert 5:1-Sieg und steigt wegen eines einzigen Tores ab

Der Fußball kann manchmal unbarmherzig sein. Am 30. Spieltag erlebte der FC Germania Zündorf die wohl eine der bittersten Stunden. Trotz eines deutlichen 5:1 (2:0)-Auswärtserfolgs beim Tabellenletzten SC Brühl muss die Heitmann-Elf den Gang in die Kreisliga A antreten. Im Fernduell mit dem CfB Ford Niehl, der parallel in Heiligenhaus verlor, fehlte den Germanen am Ende ein mickriges Tor zum großen Wunder. Bei einem weiteren Treffer wäre Zündorf punkt- und torgleich mit Niehl gewesen und hätte sich aufgrund der mehr erzielten Saisontore auf das rettende Ufer vorgeschoben.

Oulahyane-Dreierpack reicht nicht

Die Zündorfer ließen von Beginn an keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie fest an ihre theoretische Chance glaubten. Die Mannschaft belagerte das Brühler Gehäuse und wurde in der 20. Minute belohnt, als Elias Oulahyane den Bann brach und zum erlösenden 1:0 traf. Als Beni Kiwala kurz vor dem Pausenpfiff auf 2:0 erhöhte (38.), schien der Matchplan für das erhoffte Torfestival aufzugehen. Doch kurz nach dem Seitenwechsel folgte der bittere Schock für die Gäste: Johannes Leske markierte in der 50. Minute den 1:2-Anschluss für die Schlossstädter – ein Gegentreffer, der sich in der Endabrechnung als fatal erweisen sollte.

Zündorf schüttelte sich kurz und der eingewechselte Maksym Marushcak stellte in der 70. Minute den alten Zwei-Tore-Abstand wieder her und blies damit zur finalen Attacke. In den Schlussminuten avancierte Elias Oulahyane endgültig zum tragischen Helden des Nachmittags. Mit einem späten Doppelschlag in der 86. und 89. Minute schraubte der Stürmer das Ergebnis auf 5:1 in die Höhe und komplettierte damit seinen persönlichen Dreierpack.

Am Ende reichte es nicht. Ein einziges Tor entscheidet über den Verbleib in der Bezirksliga zu Gunsten von Ford Niehl – und gegen Germania Zündorf.

Ford Niehl verliert in Heiligenhaus und rettet sich um ein einziges Tor

Ein historisches Herzschlagfinale in der Bezirksliga! Der CfB Ford Niehl hat den Gang in die Kreisliga A am allerletzten Spieltag gerade so eben noch von der Schippe gekratzt. Trotz einer 1:3 (0:0)-Niederlage beim Heiligenhauser SV durften die Zierden-Elf nach dem erlösenden Schlusspfiff kollektiv durchatmen. Weil Konkurrent Germania Zündorf parallel „nur“ mit 5:1 beim Schlusslicht SC Brühl gewann, rettete sich Niehl dank der um ein Törchen besseren Tordifferenz ins Ziel.

Die 90 Minuten im Bergischen spiegelten das nervliche Wrack der Niehler in dieser Saison perfekt wider. Im ersten Durchgang bissen sich die Hausherren immer wieder in der gegnerischen Hälfte fest und ließen reihenweise hochkarätige Torgelegenheiten ungenutzt. Wie aus dem Nichts schockte Niehls Alexander Runkel die Heimfans kurz nach dem Seitenwechsel mit dem Führungstreffer zum 1:0 in der 48. Minute.

Das vermeintliche Rettungstor hielt jedoch nicht lange, denn der HSV schüttelte sich nur kurz und schlug durch Kai Fischer-Höfer postwendend zum 1:1-Ausgleich zurück (50.). Moritz Haubrich drehte die Partie in der 63. Minute auf 2:1 für den Heiligenhauser SV, was das Niehler Zittern steigen ließ. Jedes weitere Gegentor bedeutete zu diesem Zeitpunkt einen möglichen Abstieg. Julius Biada erlöste die Gastgeber schließlich in der 81. Minute mit dem Treffer zum 3:1-Endstand, womit das Spiel endgültig entschieden war.

Versöhnlicher Abschied vor dem Abflug nach Mallorca

Heiligenhaus-Trainer Andy Esins zeigte sich nach dem Schlusspfiff einverstanden mit dem Auftritt seiner Mannschaft, die sich im letzten Heimspiel noch einmal von ihrer sportlich fairen Seite zeigte. Trotz des zwischenzeitlichen Rückstands verlor sein Team nie die Ruhe und belohnte sich vor einer großartigen Fankulisse für den betriebenen Aufwand.

„Ein verdienter Sieg. Nach einer soliden ersten Halbzeit kassieren wir kurz nach dem Seitenwechsel mit dem gefühlt ersten Torschuss des Gegners das 0:1 – und das, nachdem wir in Durchgang eins selbst vier Hundertprozentige haben liegen lassen. Unsere Reaktion auf diesen Rückstand war aber sehr gut. Wir haben uns über die gesamte Spielzeit hinweg eine Vielzahl an Torchancen erspielt. Nach dem 2:1 haben wir dann hinten allerdings etwas zu viel zugelassen und sind vorne weiterhin zu verschwenderisch mit unseren Gelegenheiten umgegangen. Erst mit dem Treffer zum 3:1 war der Deckel dann endgültig drauf. Wir haben uns hier ordentlich und vor einer mal wieder herausragenden Kulisse von unseren Fans verabschiedet. Das ist ein absolut versöhnliches Ende und gleichzeitig der perfekte Startschuss für unsere Mallorca-Fahrer!“

Zierden dankt dem Fußballgott

Bei den Gästen aus dem Kölner Norden glich die Gemütslage einer Mischung aus totaler Erschöpfung und ungläubiger Dankbarkeit. Niehls Coach Yannick Zierden wusste ganz genau, bei wem sich seine Mannschaft nach dieser nervenaufreibenden Zitterpartie auf fremdem Platz zu bedanken hatte. Die Rettung auf den allerletzten Drücker war ein Geschenk des Himmels. „Das war eine absolut knappe Geschichte. Um ehrlich zu sein, hatten wir dieses Mal einfach den Fußballgott auf unserer Seite. Ich bin Brühl sehr dankbar und finde, Heiligenhausen hat es sehr gut gemacht! Jetzt bin ich einfach nur froh, dass es durch ist und wir mal einen Reset machen können.“

Landesliga-Rückkehr perfekt: Deutz 05 feiert Aufstieg

Die Sportvereinigung Deutz 05 hat es geschafft! Am letzten Spieltag machte der Absteiger den direkten Wiederaufstieg in die Landesliga perfekt. Vor heimischer Kulisse bezwang die Mannschaft von Trainer Hannes Diekamp den FC Hürth II deutlich mit 5:0 (1:0). Damit verteidigten die Deutzer den zweiten Tabellenplatz erfolgreich vor der lauernden DJK Südwest Köln und steigen an der Seite von Meister SV Schönenbach auf. Während die erste Halbzeit noch hart umkämpft war, brannten die Hausherren nach dem Seitenwechsel ein Offensivfeuerwerk ab. Doppeltorschütze Severin Krayer (22./58.), Luca Nic Schreinemachers (61.), der scheidende Niklas Grob (66.) und Yunus Özdemir (87.) schossen den Favoriten in den siebten Fußballhimmel.

Diekamp: "Es war eine kurze Nacht"

Nach dem Schlusspfiff und einer verständlicherweise extrem kurzen Nacht war Deutz-Coach Hannes Diekamp die Erleichterung anzumerken. Die vergangenen Wochen glichen nach der Niederlage beim Meister Schönenbach und dem sensationellen Last-Minute-Sieg in Leverkusen einem echten Ritt auf der Rasierklinge. Gestern folgte nun die endgültige Krönung einer starken Spielzeit.

„Es war eine sehr kurze Nacht. Ja, boah, das war eine echte Achterbahn der Gefühle in den letzten Wochen, die zum Glück mit einem absolut positiv Gefühl geendet ist. Nach der Niederlage gegen Schönenbach, wo irgendwie alle am Boden lagen, dann diesem Last-Minute-Sieg gegen Bergfried nach einem 0:3-Rückstand und jetzt gestern das Spiel – es war in den vergangenen Wochen gefühlstechnisch einfach alles mit dabei. Aber das haben sich die Jungs absolut verdient. Wir haben gestern auch ein wirklich gutes Spiel gemacht. In der ersten Halbzeit haben wir aus den Chancen, die wir hatten, einfach noch keine Tore gemacht – ich glaube, wir haben zwei- oder dreimal die Latte getroffen. Hürth war gerade bei Standardsituationen super gefährlich, da hatten wir ein bisschen Glück und einen guten Torhüter. In der zweiten Hälfte haben wir dann aus unseren Möglichkeiten einfach auch die Tore gemacht. Deswegen haben wir am Ende, glaube ich, auch in der Höhe verdient gewonnen. Für Niklas Grob, der leider seine Karriere beendet, war es ein absolut gelungener Abschied, sogar noch mit einem eigenen Tor. Das freut mich natürlich ungemein“, analysierte Diekamp die 90 Minuten.

Unterm Strich ließ der Trainer keinen Zweifel daran aufkommen, dass dieser Aufstieg das verdiente Resultat einer dominanten Saisonleistung war. Die nackten Zahlen lügen schließlich nicht, denn die Rechtsrheinischen verdienten sich den Erfolg als statistischer Primus der Liga. „Die Jungs haben sich diesen Aufstieg einfach komplett verdient: Wir stellen den besten Sturm der Liga und die beste Abwehr der Liga! Die Mannschaft hat wirklich überragend mitgezogen und alles reingeworfen, was sie hatte. Deswegen freuen wir uns jetzt riesig auf die Landesliga im nächsten Jahr – aber jetzt eben auch erst mal ein bisschen auf die wohlverdiente Pause“, so der Vize-Meister-Coach.

Frohn: "Deutz war griffiger und galliger"

Beim FC Hürth II hielt sich der Frust trotz der Pleite zum Saisonende in engen Grenzen. Trainer Thomas Frohn erkannte den verdienten Erfolg des neuen Landesligisten neidlos an. Seine Elf hatte im zweiten Durchgang dem enormen Druck der Hausherren einfach nichts mehr entgegenzusetzen. „Deutz hat in seinem Heimspiel einfach deutlich mehr Griffigkeit und Galligkeit an den Tag gelegt als wir. Wir konnten unser starkes Leistungsniveau aus den vergangenen Wochen heute leider nicht mehr wie gewünscht abrufen. In der ersten Halbzeit haben wir zwar noch relativ ordentlich dagegengehalten, obwohl Deutz auch da schon klare Vorteile hatte. Im zweiten Durchgang konnten wir dem Ganzen dann aber nicht mehr standhalten und haben letztendlich auch in dieser Höhe völlig verdient verloren.“

Für die Hürther tut diese Pleite der positiven Gesamtstimmung jedoch keinen Abbruch. Die Entwicklung der vergangenen Monate stimmt das Trainerteam positiv für die anstehende Pause und die neue Spielzeit, in die man die positiven Aspekte der starken Rückrunden-Phase transportieren möchte. „Für uns ist das jetzt aber kein Beinbruch – davon bricht uns absolut kein Zacken aus der Krone. Wir gratulieren Deutz ganz herzlich zum Aufstieg, sie haben sich das absolut verdient. Wir blicken trotzdem positiv nach vorne und freuen uns auf die nächste Saison, in die wir ganz viele wichtige Dinge mitnehmen wollen, die wir in den letzten Wochen gezeigt haben!“

Bitterer Kantersieg: Südwest Köln verpasst das Aufstiegswunder

Die DJK Südwest Köln hat ihre Hausaufgaben mit Bravour erledigt und den SV Bergfried Leverkusen im Saisonfinale deutlich mit 5:1 (2:0) geschlagen. Weil Konkurrent Deutz 05 im Parallelspiel aber nichts anbrennen ließ, blieb das erhoffte Aufstiegswunder aus. Südwest beendet die Spielzeit auf dem undankbaren dritten Platz und verpasst die Landesliga-Rückkehr nur haarscharf.

Glückwünsche nach Deutz und Stolz auf das Finale

Südwest legte los wie die Feuerwehr: Kaan Kenarci besorgte in der neunten Minute die Führung, ehe Philipp Graf kurz darauf auf 2:0 erhöhte (15.). Die Hausherren waren spielbestimmend, ließen vor der Pause aber weitere Großchancen liegen. Nach dem Seitenwechsel überschlugen sich die Ereignisse. Erst sah Leverkusens Erik Schmidt Rot nach einer Notbremse (61.), dann verwandelte Jakob Hehn den fälligen Elfmeter zum 3:0. Nur Minuten später flog auch noch Jan Fromke mit Gelb-Rot vom Platz (67.). Gegen doppelt dezimierte Gäste erhöhte Hendrik Graf auf 4:0 (80.). Nach dem Leverkusener Ehrentreffer durch Timo Lutz (83.) setzte Constantin Sturm unter Mithilfe des Innenpfostens den Schlusspunkt zum 5:1 (86.). Ein emotionales Highlight war zudem das späte Comeback von Leon Polke nach langer Verletzungspause.

„Glückwunsch an die Deutzer zum Aufstieg. Am Ende waren sie einen Tick vor uns – das müssen wir anerkennen. Zum Spiel selbst hatten wir uns vorgenommen, den Spieltag unabhängig von Deutz positiv zu gestalten. Das ist uns fast über die gesamte Spieldauer gelungen, sodass wir mit einem guten Gefühl herausgehen. In der ersten Halbzeit haben wir einen attraktiven Ball gespielt und hohe Kreativität gezeigt. Wir lauerten aus der Ferne, am Ende lag es an den Deutzern. Wir konnten den letzten Spieltag positiv gestalten und gehen mit einem guten Erfolgserlebnis aus der Saison“, zeigte sich Trainer Daniel Errens nach dem Abpfiff als fairer Sportsmann.

Müller: „Sind unter die Räder gekommen“

Auf der Gegenseite verbuchte Bergfried-Trainer Stefan Müller die deutliche Pleite als verdiente Lehrstunde gegen einen bärenstarken Gegner, stellte sich aber schützend vor seine Mannschaft. Durch viele Fehler habe man es Südwest zu leicht gemacht, doch von der Mentalität her könne er den Jungs keinen Vorwurf machen. Der Blick richtet sich trotz des unschönen Abschlusses stolz auf das Erreichte der vergangenen Monate. „Wir sind ordentlich unter die Räder gekommen und haben es gestern leider nicht geschafft, unsere PS auf die Strecke zu bringen. Nichtsdestotrotz haben meine Jungs alles gegeben und alles reingeschmissen. Wenn man sieht, dass wir immer noch Dritter in der Rückrundentabelle sind, können wir sehr stolz auf das sein, was wir geleistet haben. Diese Niederlage wird uns nicht umwerfen und schmälert keineswegs den guten Rückrundenverlauf.“

13-Tore zum Abschluss: Meister Schönenbach dreht 0:4-Rückstand bei Schwarz-Weiß Köln

Da der SC Schwarz-Weiß Köln den Klassenerhalt schon in der Vorwoche eingetütet hatte und der SV Schönenbach bereits als Meister feststand, entwickelte sich ein munteres Spielchen mit komplett offenem Visier. Das Endergebnis glich am Ende eher einem Tennis-Match: Nach einem völlig verrückten Spielverlauf entführte der Champion einen 7:6 (1:4)-Auswärtssieg. Die Zuschauer rieben sich die Augen, denn die Hausherren führten nach einer effizienten Phase bereits sensationell mit 4:0, ehe der Meister im zweiten Durchgang den Turbo zündete und die Partie durch einen Viererpack von Gabriel Werner komplett auf den Kopf stellte.

Die Kölner erwischten einen Traumstart und bestraften die defensiven Lücken der Gäste eiskalt. Marc Bendig (6.), Francesco Antonucci (12.), Marcel Wacker (31.) und Bissai Bi Batoum (36.) schraubten das Ergebnis schnell auf 4:0 hoch. Berkan Durdu markierte kurz vor der Pause das erste Lebenszeichen für den Meister (43.). Nach dem Seitenwechsel profitierte Schönenbach zunächst von einem Eigentor durch Bendig (48.), ehe Gabriel Werner mit seinem ersten Streich auf 3:4 verkürzte (57.). Zwar stellte Justin Raider für Köln noch einmal auf 5:3 (64.), doch dann folgte die große Show von Gabriel Werner. Mohamed Loum (71.) und ein lupenreiner Hattrick des überragenden Werner (72./77./85.) drehten das Spiel auf 7:5 für den Tabellenführer. Der späte Anschluss von Marvin Mausbach zum 6:7 (87.) war nur noch Ergebniskosmetik in einer denkwürdigen Partie.

Aufstellungs-Experiment, Werner-Gala und emotionaler Abschied

Schönenbachs Trainer Wolfgang Müller lüftete nach dem Abpfiff das Geheimnis hinter dem katastrophalen Start seiner Elf. Zum Abschied hatte sich das Trainerteam ein Experiment überlegt, das zunächst gründlich nach hinten losging. In der zweiten Halbzeit korrigierte Müller die Formation, feierte den verdienten Aufstieg und verabschiedete sich emotional in Richtung Troisdorf.

„Der Zufallsgenerator hat uns heute eine ganz spezielle Startformation auf den Platz gemixt. Durch diese extrem ungewohnte Besetzung der Positionen haben wir auf der einen Seite einige Chancen liegen gelassen, während Schwarz-Weiß auf der anderen Seite die Lücken eiskalt ausnutzte und folgerichtig verdient mit 4:0 in Front lag. Zur Halbzeit sind wir dann aber wieder in unsere gewohnten Grundpositionen gerutscht. Danach konnten wir den Rückstand nach und nach egalisieren und das Spiel komplett drehen. Wir haben im zweiten Durchgang alles daran gesetzt, unseren Goalgetter Gabriel Werner immer wieder gefährlich in Szene zu setzen – und er hat sich prompt mit einem grandiosen Hattrick dafür bedankt! Da beide Defensivreihen mit komplett offenem Visier agierten, kam am Ende ein Endergebnis zustande, das man auf den Fußballplätzen so unheimlich selten sieht.“

Trotz der defensiven Luftigkeit zum Abschluss überwog beim Coach der Stolz auf eine historische Spielzeit. Für Müller persönlich war es das letzte Spiel an der Seitenlinie des Meisters, da er das Trainerzepter nun weiterreicht. „Trotz der mitunter sehr luftigen Abwehrreihen konnten wir unser allerletztes Bezirksligaspiel siegreich gestalten und gebührend ‚Good Bye‘ sagen. Letztendlich stehen für uns aus den vergangenen fünf Partien fünf Siege zu Buche. Der damit verbundene Aufstieg – den wir uns mit Erfolgen gegen die absoluten Top-Klubs der Liga erarbeitet haben – ist somit absolut verdient. Ich wünsche dem SV Schönenbach maximalen Erfolg für die anstehende Reise in der Landesliga und übergebe das Trainerzepter nun an meinen langjährigen Kollegen Torsten Reisewitz. Ich selbst blicke auf eine tolle Zeit zurück und freue mich ab sofort auf meine kommende Aufgabe bei den Sportfreunden Troisdorf 05.“

Sechs Tore in einer Halbzeit: Rheindörfer egalisieren 0:3-Rückstand in fünf Minuten

Zum Saisonabschluss in der Bezirksliga boten die SpVg Rheindörfer Köln-Nord und der TV Hoffnungsthal den Zuschauern ein Torspektakel in den ersten 45 Minuten. Da es am letzten Spieltag für beide Mannschaften tabellarisch um nicht mehr viel ging und der ganz große Druck fehlte, entwickelte sich ein munteres Spiel, das am Ende leistungsgerecht 3:3 endete. Während die Rheindörfer die Spielzeit auf einem fünften Tabellenplatz beenden, belegt der TV Hoffnungsthal in der Endabrechnung den achten Rang.

Fünf Minuten Wahnsinn vor dem Pausenpfiff

Die Gäste aus Hoffnungsthal erwischten den deutlich besseren Start in die Begegnung und schienen die Partie vor der Pause bereits komplett im Griff zu haben. Innerhalb von nur neun Minuten schraubte der TVH das Ergebnis auf 3:0 hoch. Simon Zinzius eröffnete den Torreigen in der 31. Spielminute mit dem Führungstreffer zum 1:0. Nur drei Zeigerumdrehungen später legte Petrit Uruglica nach und erhöhte auf 2:0 für die Gäste (34.). Als Luca-Simon Abrahams in der 40. Minute schließlich das 3:0 für Hoffnungsthal markierte, deutete alles auf einen klaren Auswärtssieg hin.

Was sich in den verbleibenden fünf Minuten bis zum Halbzeitpfiff abspielte, gab dem Spiel jedoch eine völlig überraschende Wendung. Hoffnungsthal verspielte die komfortable Drei-Tore-Führung innerhalb kürzester Zeit. Die SpVg Rheindörfer schlug quasi im direkten Gegenzug zurück, als Nils Sonder in der 41. Minute auf 1:3 verkürzte. Nur zwei Minuten später zappelte der Ball erneut im Netz der Gäste, da Manuel Montag den Anschlusstreffer zum 2:3 erzielte (43.). Pünktlich mit dem Pausenpfiff in der 45. Minute vollendete Tom-Luca Klein das Comeback und glich zum 3:3 aus. Alle sechs Treffer der Partie fielen somit im ersten Durchgang.