
Rein sportlich ist der TC Freisenbruch derzeit im freien Fall. Sieben Niederlagen in Folge lassen Ängste über ein mögliches Abstiegs-Szenario noch nicht verstummen. Immerhin kann der Verein abseits des Platzes positive Nachrichten verkünden und hofft dadurch auf einen erfolgreichen Transfersommer.
Das ungleiche Duell mit Tabellenführer Steele begann mit dem erwarteten Druck der Gäste, der auch schon früh durch den Führungstreffer von Alexander Gulyayev entlohnt wurde (9.). In der Folge kämpfte sich Freisenbruch besser in die Begegnung und meldete sich gegen den designierten Aufsteiger auch offensiv an.
Vor allem in Anbetracht der herrschenden Negativserie war die Leistung bis dorthin aller Ehren wert, doch wenige Momente vor Abschluss der ersten Hälfte musste das Kellerkind den nächsten Rückschlag wegstecken. Trainer Thomas Beckmann erklärte: "Knackpunkt war im Prinzip mit dem Halbzeitpfiff, dass wir eine aus unserer Sicht unnötige oder nicht gerechte gelb-rote Karte bekommen haben."
Trotz Unterzahl hielt Freisenbruch lange dagegen, musste aber in der 64. Minute das 0:2 durch Alex Graham Royle hinnehmen. Danach verwaltete Steele das Ergebnis souverän.
Beckmann ordnete ein: "Danach war der Drops gelutscht. Die Steeler haben das Ergebnis verwaltet. Wir hatten nicht mehr die Kraft, um noch dagegenzuhalten.“ Wenn auch in der Höhe zu verschmerzen, steht unterm Strich die siebte Niederlage in Folge zu Buche.
Abseits des Spiels sieht der Freisenbrucher Coach strukturelle Gründe für die aktuelle Form: "Wir hatten eine ganz schlechte Vorbereitung. Das hing auch damit zusammen, dass wir immer auswärts trainieren mussten.“
Unter den Umbaumaßnahmen an der eigenen Anlage litt nicht nur die Trainingsbeteiligung, sondern auch das gute Gefühl zum Ende der Hinrunde war inzwischen verflogen. "Die sportliche Heimat fehlte uns einfach. Und das sorgte dann dafür, dass wir nicht gut aus den Startlöchern gekommen sind und über die Rückrunde schlechte Ergebnisse eingefahren haben."
So herrscht auch trotz der bereits vorzeitigen Rückzüge des FC BG Überruhr II und Teutonia Überruhr II noch keine Klarheit in Sachen Klassenerhalt. Beckmann betont: "Das Thema Abstieg ist für uns noch nicht ganz vom Tisch.“
Abhängig von der Anzahl der Essener Bezirksliga-Absteiger könnte es nämlich einen zusätzlichen Absteiger für die Kreisliga B geben. Der würde dann in einer Entscheidungsrunde mit den anderen Gruppen ausgespielt. Um sich das am Ende zu ersparen, würde es reichen, wenn Freisenbruch den 13. Tabellenrang verteidigt, doch die Reserve des ETB Schwarz-Weiß Essen ist nur zwei Punkte zurück. So gilt neben dem Fokus auf den eigenen Ligabetrieb auch der Blick nach oben. "Da schauen wir immer mit einem Auge in die Bezirksliga und drücken den Essener Teams natürlich die Daumen", verrät Beckmann.
Die Planungen für die Zukunft sind dafür bereits angestoßen. Der neue Kunstrasenplatz soll helfen, die Voraussetzungen zu verbessern und eine jüngere, konkurrenzfähigere Mannschaft aufzubauen: "Wir sind endlich ein Stück weit wettbewerbsfähiger, wenn es um das Gewinnen von neuen Spielern geht. Wir haben zuvor jahrzehntelang auf Asche gespielt."
Perspektivisch soll es dann auch in der B-Liga weiter nach oben gehen. Für den Moment gilt der Fokus aber noch im Tagesgeschäft. Gegen den Heisinger SV II (10. Mai) könnte der nächste Versuch angegangen werden, die Negativserie zu stoppen.