
Eigentlich ist es mittlerweile seine Hauptaufgabe, Tore zu verhindern. Schließlich hat er vor gut einem halben Jahr entschieden, sich beim Landesligisten Viktoria Goch aus dem vordersten Bereich zurückzuziehen und wieder auf der Position zu spielen, auf der er einst seine Laufbahn begonnen hatte. Doch trotzdem bleibt er als Innenverteidiger der Mann für die Tore mit historischer Tragweite.
Max Fuchs wurde 2023 von Viktoria Goch verpflichtet, um als Angreifer mit seinen Treffern für den Aufstieg in die Landesliga zu sorgen. „Doch als Stürmer bin ich in Goch nie so richtig angekommen“, sagt der 32-Jährige. Als Abwehrspieler ist er es aber. Und hat in neuer Rolle das getan, was er tun sollte. Er hat die Viktoria zurück in die Landesliga geschossen.
Max Fuchs erzielte Ende April in der Top-Partie gegen den FC Neukirchen-Vluyn in der Nachspielzeit im Hubert-Houben-Stadion das stürmisch umjubelte 1:1. Es war das Tor, das vorzeitig den Titelgewinn in der Bezirksliga und den Aufstieg perfekt machte. Knapp vier Monate darauf hat der Mann mit der Nummer 21 auf dem Rücken dafür gesorgt, dass es nach neun Jahren ein erfolgreiches Comeback der Viktoria in der Landesliga gegeben hat. Fuchs schrieb am Sonntag beim 1:0 des Aufsteigers bei Hamborn 07 mit seinem Tor in der Anfangsphase wieder ein wenig Vereinsgeschichte.
Dazu wäre es beinahe nicht gekommen. Denn Max Fuchs hatte überlegt, ob er sich den höheren Aufwand in der Landesliga überhaupt noch einmal antun möchte. „Ich habe lange mit mir gerungen und mit meiner Frau darüber gesprochen. Sie hat mir grünes Licht gegeben. Sie hat mich immer unterstützt“, sagt der 32-Jährige, der Vater einer Tochter ist, die jetzt in den Kindergarten kommt.
Max Fuchs, in Issum geboren, ist mittlerweile seit mehr als zwei Jahrzehnten in Sachen Fußball unterwegs. Er spielte bis zur D-Jugend beim SV Issum, ehe er zum SV Straelen wechselt, bei dem er neun Jahre blieb. Der 1. FC Kleve (2013/14) und der SV Sonsbeck (2014 bis 2023) waren seine weiteren Stationen, ehe er zur Viktoria ging.
Den Wechsel nach Goch hat der 32-Jährige, der in Xanten lebt und bei der Volksbank Niederrhein in Alpen arbeitet, nie bereut. „Wir haben eine tolle Mannschaft, in der die Kameradschaft stimmt. Und das Umfeld bei der Viktoria passt, weil es sehr familiär zugeht – wie zuvor beim SV Sonsbeck, 1. FC Kleve und SV Straelen“, sagt Fuchs.
„Offensiv waren wir immer gut besetzt, deshalb wollte ich hinten helfen“
Max FuchsSpieler von Viktoria Goch
Den Wechsel zurück aus dem Sturm in die Abwehr hat Max Fuchs ebenso wenig bereut. Er hatte den damaligen Trainer Daniel Beine in der Winterpause der vergangenen Saison den Vorschlag gemacht, zurück in die Abteilung Defensive gehen. „Ich wusste ja, dass in der Abwehr ein Platz frei wird, weil in Lukas Ernesti, der nach Hamburg gezogen ist, in der Abwehr ein Spieler wegbricht. Offensiv waren wir immer gut besetzt, deshalb wollte ich hinten helfen. Und es klappt ja ganz gut“, sagt Fuchs.
Und wie es klappt. Der Routinier hat einen Stammplatz sicher und freut sich darüber. „Ich bin froh, dass ich diese Entscheidung getroffen habe, weil ich jetzt wieder das Standing in der Mannschaft und die Einsatzzeiten habe, wie ich mir das erhoffe und wünsche“, sagt Fuchs.
Welches Standing er hat, das hat das Trainerteam erst kürzlich unterstrichen. Max Fuchs wurde zum stellvertretenden Kapitän ernannt, Levon Kürkciyan ist der andere Stellvertreter von Kapitän Luca Plum. „Wir sind sehr zufrieden mit Max. Wir haben ihn nicht umsonst zu einem der drei Kapitäne ernannt“, sagt Kevin Wolze.
Max Fuchs lobt den neuen Coach ebenfalls. „Er ist ein super Trainer, der durch seine Erfahrung bei den Profis gerade uns Spielern in der Abwehr sehr viele Hinweise geben kann. Das macht er auch sehr oft in Einzelgesprächen“, sagt Fuchs.
Er ist guter Dinge, dass sich die Viktoria in der höheren Klasse etablieren kann. „Denn wir haben eine Mannschaft, in der viele gute Fußballer stehen, sich jeder für den anderen reinhaut, die Stimmung in der Kabine super ist und die Trainingsbeteiligung sehr gut ist. Das alles braucht man, wenn man erfolgreich sein will“, sagt Fuchs. Deshalb könne die Viktoria jede Mannschaft in der Liga schlagen.
Beim Saisonziel hält Fuchs den Ball noch flach. „Für einen Aufsteiger sollte es immer Priorität haben, die Klasse zu halten. Nach einem Drittel der Saison kann man dann sehen, ob man sich neue Ziele steckt.“