
Nach drei Siegen in Serie ist die Erfolgswelle des SV Grenzland Twist II im Derby gegen den SC Adorf etwas abgeflacht. Beim 2:2-Unentschieden blieb die Mannschaft zwar weiter ungeschlagen, ließ an einem insgesamt gebrauchten Nachmittag aber die gewohnte Klarheit vermissen.
Der Auftakt schien zunächst nach Maß zu verlaufen. Bereits in der fünften Minute fasste sich Steffen Wewers nach einem Ballgewinn im Mittelkreis ein Herz, erkannte die leicht vorgerückte Position des Gästekeepers und setzte den Ball aus rund 40 Metern traumhaft in den linken Winkel. Ein Treffer der Kategorie Sonntagsschuss, der eigentlich Sicherheit hätte geben müssen.
Viele Chancen, wenig Ertrag
Auch danach erarbeitete sich Twist II immer wieder gute Umschaltmomente und kam durch hohe Ballgewinne gefährlich in die Tiefe. Doch wie schon in einigen Phasen der Saison fehlte im letzten Drittel die Konsequenz. Mehrfach wurden aussichtsreiche Angriffe unsauber zu Ende gespielt, dazu ließ die Mannschaft nach stark getretenen Standards von Silas Hindriks beste Möglichkeiten ungenutzt.
Allein im ersten Durchgang verhinderte zweimal das Aluminium einen höheren Vorsprung, zudem zeigte sich der Adorfer Schlussmann mehrfach auf dem Posten. Auf der Gegenseite spielte Twist dem Gegner mit zu vielen zugelassenen langen Bällen jedoch immer wieder in die Karten. Lars im Tor musste zweimal im Eins-gegen-Eins in höchster Not retten, war kurz vor der Pause beim Ausgleich durch Avram-Adrian Balha dann aber ohne Abwehrchance. Statt eines möglichen torreichen Vorsprungs ging es somit nur mit einem 1:1 in die Kabine.
Standard rettet zumindest einen Punkt
Nach dem Seitenwechsel verteidigte Grenzland die langen Bälle der Gäste zunächst deutlich besser, dennoch blieb Adorf durch seine individuelle Qualität gefährlich. In der 65. Minute schlug Balha erneut zu und drehte die Partie zugunsten der Gäste.
Twist II wirkte in der Offensive nun zunehmend fahrig. Aus dem Spiel heraus fehlte die Struktur, klare Torchancen wurden seltener. Verlass war an diesem Tag allerdings weiterhin auf die ruhenden Bälle. Nach einer Ecke von Hindriks konnte Adorf nur unzureichend klären, Louis Rolfes reagierte im Fünfmeterraum am schnellsten und drückte den herunterfallenden Ball in der 70. Minute zum 2:2 über die Linie.
In der Schlussphase verlor die Begegnung dann zunehmend an Spielfluss. Viele Unterbrechungen, wenige klare Aktionen und insgesamt wenig fußballerischer Glanz sorgten dafür, dass sich beide Teams letztlich mit einer leistungsgerechten Punkteteilung arrangieren mussten.
Unter dem Strich war es kein Auftritt für das Vereinsalbum, aber einer dieser Nachmittage, an denen man immerhin festhalten kann: Nicht gut gespielt, trotzdem nicht verloren.