
Zwei Spiele binnen 48 Stunden sind im Eishockey Normalität, während im Fußball sogar der FC Bayern München bei so einem Terminkalender die Backen aufblasen würde. Der SV Hörgertshausen, ein Kreisklassen-Club mit einem eher kleinen Kader, hatte an Ostern genau so eine Doppelaufgabe innerhalb von 48 Stunden – und ist seither wieder voll im Aufstiegsrennen. Nach sechs Punkten mit insgesamt 6:1 Toren ist das Team Tabellendritter. Nun aber kommt das Derby in Mauern (Sonntag, 15 Uhr) und damit die nächste harte Challenge.
Nach der sensationellen Niederlage von Spitzenreiter Dietersheim in Langenbach rückte Hörgertshausen bis auf vier Punkte an Rang eins heran. SVH-Trainer Michael Tafelmaier sagt natürlich, dass sein Verein Lust auf mehr habe. Hörgertshausen würde gerne Erster oder Zweiter werden, muss aber gar nichts. „Den Druck lasse ich komplett weg“, sagt der Coach. „Die Jungs sollen einfach Spaß am Fußball haben.“
Nach diesem harten Doppelspieltag an Ostern haben die Hörgertshausener auch ihren Preis bezahlt. Unter der Woche gab es mehrere angeschlagene Spieler. Vor dem Duell bei der SpVgg Mauern gibt es also noch einige Fragezeichen. „Das war schon ein echt hartes Wochenende für uns“, betont der Hörgertshausener Coach.
Tafelmaier ist schon lange im Fußballgeschäft und kennt die Zeiten, in denen sich der ruhmreiche TSV Eching in anderen Sphären als der SV Hörgertshausen bewegte. Nun ist sein Team einer der Jäger des zweitplatzierten TSV – und Tafelmaier macht das Spaß: „Ich habe immer gerne gegen Mannschaften gespielt, die vom Papier her übermächtig erscheinen.“ Für den Hörgertshausener Übungsleiter ist Eching der Meisterschaftsfavorit, weil die Mannschaft zwar nicht den besten Fußball spiele, aber eben am konstantesten sei.
Das große Derby am Sonntag hat eine große Bedeutung, weil die SpVgg Mauern mittlerweile mit dem Rücken zur Wand steht. Der Tabellenletzte muss für den direkten Klassenerhalt jetzt schon vier bis fünf Zähler aufholen. Mauern hat zuletzt drei sogenannte Sechs-Punkte-Spiele gegen direkte Konkurrenten verloren. Das kam überraschend, weil die Schwarz-Weißen zuvor den beiden Aufstiegskandidaten Dietersheim und Istanbul Moosburg Unentschieden abgetrotzt hatten. Der Aufsteiger ist eine Wundertüte und hat in dieser Saison einige Spiele knapp verloren. Vielleicht ist das ein gutes Omen für das Duell mit Hörgertshausen. „Mauern ist nicht so schlecht, wie sie gerade in der Tabelle dastehen“, sagt Tafelmaier. Er betont, dass das Auswärtsspiel im Nachbardorf mehr Derby als Aufstiegsrennen sei und Rot-Weiß mit viel Respekt anreise: „Mauern ist ein heißes Pflaster. Da haben wir uns schon immer schwergetan.“