
Wiesbaden. Derby, Flutlicht, Prestige und der sehnlichste Wunsch nach drei Punkten. Es ist alles angerichtet für ein packendes Verbandsliga-Duell am Freitag (19:30 Uhr, auch zu sehen im Livestream dieser Zeitung) zwischen dem SV Wiesbaden und dem FV Biebrich 02.
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„Ein Derby hat seinen eigenen Charakter, da wächst sicherlich der ein oder andere über sich hinaus“, prophezeit 02-Coach Nazir Saridogan und rechnet auf dem Stadionrasen im Helmut-Schön-Sportpark mit einem Fight. Im vergangenen Jahr hatte seine Mannschaft beim 0:3 im Hinspiel noch den Kürzeren gezogen, um im Rückspiel den SVW mit 9:0 (!) nach Hause zu schicken. „Sie haben eine junge Mannschaft, die gespickt ist mit erfahrenen Spielern“, spricht Saridogan beim SVW von einer „guten Verbandsliga-Mannschaft“. Einer der erfahrenen Stützen ist Athanasios „Saki“ Nakos, bei dem ein Einsatz am Freitag wegen einer Ödem-Bildung im Wadenbein in der Schwebe ist. So wichtig Nakos für das junge Ensemble von Trainer Daniel Löbelt auch ist, so zeigte es am Sonntag beim 2:1-Sieg gegen den TSV Steinbach-Haiger II, auch ohne den Topstürmer gewinnen zu können.
Leidenschaft und Emotionen. Attribute, zu denen „wir in der Lage sind“, weiß Löbelt. „Natürlich sind sie favorisiert. Wir wissen aber auch, dass wir bisher in keinem Spiel deutlich unterlegen waren“, betont er. Die Saison verlaufe „erwartungsgemäß“, auch wenn es „der ein oder andere Punkt mehr“ hätte sein können, zieht Löbelt eine Zwischenbilanz. Die angesichts von Platz zehn in einer sehr engen Verbandsliga nur Momentaufnahme ist. „Jeder Punkt zählt für uns. Wir versuchen und bis zum Winter Luft zu verschaffen“, sagt er.
Andere Welt bei den Biebrichern, die durch den 3:1-Auswärtssieg in Hadamar eine gehörige Portion Selbstbewusstsein getankt haben und den Anschluss zu den Aufstiegsrängen hergestellt haben. „Es war wichtig zu sehen, dass die Jungs gegen eine Top-Mannschaft der Liga bestehen“, erklärt Saridogan, dessen ebenfalls junges Team derzeit auf dem dritten Platz rangiert. Der „Einsatz und die Bereitschaft“ habe in der laufenden Spielzeit immer gestimmt, einzig die Tagesform fehlte bei den Niederlagen gegen Walluf, Waldbrunn und Hornau. Bauen kann Saridogan auf die derzeit beste Abwehr der Liga (elf Gegentore).
Sinnbildlich dafür sind die Torhüter Mika Neumann und Paul Reichold, die sich weiterhin um den Stammplatz zwischen den Pfosten batteln. Keine leichte Entscheidung für Saridogan, der die Torhüterfrage auch für das Derby noch offen hält. Marco Waldraff, Ben Zornhagen und Niko Puchalla (alle angeschlagen) sind derweil fraglich. Aufseiten des SVW kehrt Sohaib Benikhlef nach Rotsperre zurück, Kevin Faro (Muskelfaserriss), Liam Kornmesser (Kreuzbandriss) werden sicher ausfallen. Hinter Ben Preuße und Nuno Pires Almeida steht ein Fragezeichen.