
Für die Gastgeber steht nicht weniger als ein Stück sportliche Stabilität – und vielleicht auch ein vorentscheidender Schritt Richtung Klassenerhalt – auf dem Spiel.
Die Ausgangslage ist angespannt: Drei Niederlagen in Folge, ausgerechnet gegen Teams aus den unteren Tabellenregionen, haben den FSV wieder tiefer in den Abstiegskampf gezogen. Das Polster ist geschmolzen, der Vorsprung auf die gefährdeten Plätze beträgt aktuell nur noch wenige Punkte. Brisant bleibt die Situation zusätzlich durch die unklare Ligenkonstellation rund um mögliche Auf- und Abstiege – im Worst Case könnten bis zu fünf Teams den Gang nach unten antreten.
Christian Pätz ordnet die aktuelle Phase offen ein und nennt mehrere Gründe: „Zum einen sind es Faktoren, die ich als unglücklich bezeichnen würde und nicht unbedingt in unserer Hand lagen.“ Immer wieder habe es personelle Rückschläge gegeben: „Woche für Woche hatten wir gesperrte Spieler, wodurch wir auch Aufstellungen immer wieder umstellen mussten.“ Die Folgen waren spürbar: „Spieler haben auf Positionen agiert, die sie sonst nicht so begleiten.“ Dazu kamen enge Spielsituationen, die nicht immer zugunsten der Schleizer ausgingen: „Auch Entscheidungen in den Spielen nicht immer in unserem Sinne. Da Thüringenliga-Spiele sehr, sehr eng sind, ist das manchmal sehr ausschlaggebend.“ Trotzdem bleibt die Analyse nicht bei äußeren Umständen stehen. Pätz betont klar: „Natürlich suchen wir auch die Fehler bei uns.“ Besonders ein Punkt habe zuletzt gefehlt: „In den letzten Spielen hat die letzte Konsequenz in allen möglichen Spielsituationen gefehlt.“
Die drei Pleiten haben das Thema Abstieg unweigerlich wieder auf die Tagesordnung gebracht. Doch im Schleizer Lager will man sich davon nicht verrückt machen lassen. „Ich denke, das Wichtigste in der aktuellen Situation ist es, bei sich zu bleiben und sich auf die eigenen Stärken zu berufen“, sagt Pätz. Der Blick auf die Tabelle sei zweitrangig: „Dann erübrigt sich auch der Blick auf die Tabelle.“ Vielmehr geht es darum, die eigene Qualität wieder konstant abzurufen: „Wenn wir das wieder schaffen sollten, unsere Qualität auf den Platz zu bringen, können wir der Restsaison optimistisch entgegenblicken.“ Eine klare Botschaft: Die Lösung sieht man im eigenen Spiel – nicht in Rechenspielen.
Mit Neustadt/Orla wartet allerdings ein Gegner, der traditionell unangenehm zu bespielen ist. Pätz erwartet ein intensives Spiel: „Mit Neustadt erwartet uns wie jedes Jahr eine sehr spielstarke und schnelle Mannschaft.“ Große Worte vermeidet der Angreifer bewusst – stattdessen setzt er auf Taten: „Ich werde jetzt keine großen Phrasen dreschen, sondern will morgen auf dem Platz überzeugen.“ Was es dafür braucht, formuliert er deutlich: „Wenn wir als Team und jeder Einzelne an seine Leistungsgrenzen geht, bin ich optimistisch, dass wir als Sieger vom Platz gehen.“
Für den FSV Schleiz ist dieses Spiel weit mehr als ein Prestigeduell. Es ist die Chance, die Negativserie zu beenden, Abstand nach unten zu schaffen – und vor allem neues Selbstvertrauen zu tanken. Ein Derbysieg könnte genau der Impuls sein, den die Mannschaft im Saisonendspurt braucht.