2026-04-08T12:04:42.690Z

Ligavorschau

Derby, Abstiegskampf und Meisterschaftsrennen

Kreisklasse A Heidelberg +++ Aktas: "Wir werden in diesem Jahr aufsteigen, definitiv"

von red. · Heute, 14:00 Uhr · 0 Leser
Der VfB Wiesloch (blau) befindet sich auf dem besten Weg in Richtung Meisterschaft.
Der VfB Wiesloch (blau) befindet sich auf dem besten Weg in Richtung Meisterschaft. – Foto: Foto Pfeifer

Im Wieslocher Stadtderby ist am Sonntag alles drinnen. Derby, Meisterschaftsrennen und Abstiegskampf. Zudem eine besondere Vorgeschichte zwischen den Klubs. Die Vorfreude im Weindorf ist groß.

"Derbysiege sind geiler als die Meisterschaft", schrie Ur-Borusse Kevin Großkreutz nach einem Sieg über Schalke einst der Gelben Wand im Signal Iduna Park vom Zaun aus entgegen. Ganz so groß wie zwischen den Ruhrpottschwergewichten ist die Rivalität zwischen dem VfB Wiesloch und dem 1.FC Wiesloch nicht.

Dennoch lässt sich dieser Satz aktuell nahezu identisch auf das am Sonntag stattfindende Stadtduell der beiden Klubs übertragen. Denn das Spiel bietet eine derart spannende Konstellation, dass es eigentlich zu wenig wäre, "nur" die Meisterschaft in den Blick zu nehmen.

Zunächst ist da die Situation des 1 FC. Jahrelang waren die Kicker von der Waldstraße der erste Verein am Ort. Seit dieser Saison musste man die Vormachtstellung nun wieder an den VfB abgeben. Diese haben den FC deutlich überholt und streben nun sogar unaufhaltsam Richtung Kreisliga Heidelberg. "Wir haben sogar die Meisterschaft ins Visier genommen", sagt Trainer Yavuz Aktas.

Der FC dagegen konnte sich nicht über das Mittelfeld hinaus festigen. Sogar die Gefahr eines Abstieges in die B-Klasse ist noch immer nicht gebannt. "Der Klassenerhalt ist noch nicht geschafft", räumt Übungsleiter Kadir Cosgun ein. In Summe ergibt sich somit ein Spiel, in dem wirklich alles geboten ist. Verletzter Stolz, Derbyrivalität, Meisterschaftsrennen und Abstiegskampf – alles auf einem Sportplatz!

"Die Ausgangslage wird den FC motivieren", ist sich Coach Aktas sicher. Auf den ersten Blick ist der VfB der Favorit. Aktas Schützlinge spielen eine sensationelle Runde. Sie haben 15 ihrer bisherigen 20 Spiele gewonnen, führen die Tabelle seit dem dritten Spieltag an. Die Mannschaft hat die meisten Siege, die meisten Tore, die wenigsten Niederlagen. Es ist eine Saison der Superlative. "Wir werden in diesem Jahr aufsteigen, definitiv", ist sich der Trainer sicher. Die Ziele gehen der Elf dennoch nicht aus. "Unseren Jungs ist schon seit 2-3 Wochen klar, dass wir jetzt unbedingt Erster werden möchten", verrät Aktas.

Beim FC dagegen ist der Abstand zu den Abstiegsrängen geringer als es den Verantwortlichen recht ist. Ein Umbruch vor der Saison fordert Tribut. "Wir haben gute Spieler, es fehlt allerdings etwas die Erfahrung", beschreibt Coach Cosgun die Situation. Mittlerweile hat man es auf Platz neun geschafft. Der ehrgeizige Klub kann sich aber durchaus mehr vorstellen. "Mittelfristig wollen wir wieder in die Kreisliga", gibt sich Cosgun ambitioniert.

Im Derby können nun beide wichtige Punkte gewinnen und gleichzeitig einen möglicherweise entscheidenden Schub für die Moral im Team holen. Entsprechend fokussiert gehen beide das Match an. "Der FC gibt gegen uns immer 110 Prozent. Ich würde sagen, das ist das schwerste Spiel des Jahres", ist Aktas voll des Respekts.

Auf der Gegenseite räumt Cosgun ein: "Der VfB ist ein eingespieltes Team. Wir brauchen einen sehr guten Tag, um gegen sie zu gewinnen." Während der VfB sein Heil in der Offensive suchen wird, liegt das Hauptaugenmerk des Gegners auf der Verteidigung. Aktas ist überzeugt: "Wir werden auf jeden Fall wieder unsere Torchancen haben. Wichtig ist, dass wir sie auch verwerten." Cosgun hält dagegen: "Es geht erstmal darum, kompakt zu stehen und keine Torchancen zuzulassen."

Ein Lehrbeispiel hierfür lieferte man im Hinspiel. Am FC-Defensivriegel biss sich der VfB die Zähne aus. Man kam nicht über ein 0:0 hinaus. Entscheidend könnten am Ende die Einzelkönner sein. Cosgun hat beim Gegner Mario Burato im Blick. Aktas dagegen warnt vor Abdullah Köse, der beim VfR Mannheim schon in der Verbandsliga am Ball war. In jedem Fall wird das Match beiden alles abverlangen.

Die Zeichen stehen also auf Spannung an der Waldstraße. Schon alleine, weil es auf jeden Fall etwas zu feiern geben wird. Drei wichtige Punkte auf dem Weg zur Meisterschaft oder einen nicht minder wichtigen Sieg im Abstiegskampf.

Da sich die Vereine untereinander gut verstehen, sogar auf demselben Platz trainieren, wird es danach wohl auch das ein oder andere gemeinsame Getränk geben.

Es ist also alles angerichtet für ein Spiel, in dem es um mehr geht als nur die Meisterschaft.