
Oberligist SV Sonsbeck möchte am Sonntag ab 15 Uhr mit einem Sieg über den SC St. Tönis im letzten Heimspiel der Saison den Klassenerhalt sichern. Dabei hoffen die Rot-Weißen auf tatkräftige Unterstützung und rufen alle Anhänger auf, in den roten Vereinsfarben in den Willy-Lemkens-Sportpark zu kommen. Für Keeper Kenan Mehmedovic wird‘s das letzte Heimspiel im SVS-Trikot sein. Der 20-Jährige hat sich überraschenderweise zu einem Wechsel zum SV Scherpenberg entschieden. Ein Gespräch mit Sonsbecks Stammkeeper über seine Beweggründe, seine persönlichen Ziele und den kommenden Gegner.
Herr Mehmedovic, der SC St. Tönis spielte am vergangenen Samstag gegen den MSV Duisburg im Pokalfinale das Saison-Highlight. Ist es ein Vorteil, dass die Sonsbecker Mannschaft ausgeruht ins vorletzte Saisonspiel gehen kann?
Kenan MEHMEDOVIC: Wir sollten uns vor allem auf uns selbst konzentrieren. Wichtig ist, dass wir mit voller Konzentration arbeiten und dann am Sonntag unsere Leistung auf den Platz bringen.
Wie genau will das Sonsbecker Team den Tabellenfünften besiegen?
MEHMEDOVIC: Mit Leidenschaft, Disziplin und mannschaftlicher Geschlossenheit. Gerade in solchen Spielen muss jeder für den anderen arbeiten.
Wird der SVS also mit den Fans den Klassenerhalt feiern können?
MEHMEDOVIC: Natürlich wissen wir, wie wichtig das Duell ist und was auf dem Spiel steht. Aber am Ende müssen wir ruhig bleiben und unser Spiel durchziehen. Wenn wir eine gute Leistung wie gegen Meerbusch abrufen, haben wir gute Chancen.
Ansonsten müssen sich die Fans bis zum letzten Saisonspiel in Biemenhorst gedulden...
MEHMEDOVIC: Das kann gut sein, aber wir werden alles dafür tun, dass wir den Klassenerhalt schon am Sonntag im Heimspiel feiern können.
Sie haben sich mit starken Leistungen einen Stammplatz im Tor des SV Sonsbeck erkämpft. Trotzdem haben Sie sich nach nur einer Saison schon wieder zu einem Wechsel entschieden. Warum?
MEHMEDOVIC; Ich habe mich beim SV Sonsbeck sehr wohlgefühlt und bin dankbar für das Vertrauen, das ich bekommen habe. Trotzdem habe ich für mich entschieden, dass der Wechsel nach Scherpenberg der richtige nächste Schritt ist. Ab dem 1. September beginne ich außerdem mein duales Studium bei der Stadt Moers, wodurch das alles auch näher und einfacher zu organisieren ist. Dazu sehe ich in Scherpenberg eine gute sportliche Perspektive, um mich weiterzuentwickeln.
Der SV Scherpenberg gilt als einer der finanzstärksten Klubs im Kreis Moers. Spielte das Finanzielle eine Rolle bei der Entscheidung?
MEHMEDOVIC: Natürlich spielt bei einem Wechsel auch das Finanzielle eine Rolle. Ausschlaggebend war für mich aber vor allem das Gesamtpaket. Auch die Bemühungen von Trainer Sven Schützek haben mir ein sehr gutes Gefühl vermittelt und am Ende den Ausschlag für den Wechsel gegeben.
Es könnte gut sein, dass Sie mit dem SV Sonsbeck den Klassenerhalt schaffen und der SV Scherpenberg den Aufstieg verpasst. Würden Sie den Wechsel dann nicht bereuen?
MEHMEDOVIC: Nein, ich würde zwar sehr gerne Oberliga spielen, aber natürlich kann es passieren, dass Sonsbeck die Klasse hält und Scherpenberg den Aufstieg nicht schafft. Darüber war ich mir auch schon bewusst, als ich die Entscheidung getroffen habe. Solche Entscheidungen sind nie einfach, aber manchmal muss man im Fußball halt schwierige Entscheidungen treffen.
Mit Gian-Luca Reck und Alexander Geraedts haben Sie in Scherpenberg starke Konkurrenz. Wie sehen Sie die Chancen, Stammtorhüter zu werden?
MEHMEDOVIC: Ich werde schon mit dem Anspruch wechseln, die Nummer 1 zu sein. Konkurrenz gehört im Fußball dazu, gerade auf der Torwartposition. Ich freue mich auf den Konkurrenzkampf, weil er einen besser macht. Ich werde hart arbeiten und immer hundert Prozent geben.
Welche Erfahrung nehmen Sie aus Sonsbeck mit?
MEHMEDOVIC: Vor allem habe ich gelernt, wie wichtig Vertrauen und Zusammenhalt in einer Mannschaft sind und dass man belohnt wird, wenn man hart arbeitet. Ich konnte mich sportlich und menschlich weiterentwickeln.
Woran erinnern Sie sich besonders gerne zurück?
MEHMEDOVIC: Besonders gerne erinnere ich mich an mein erstes Oberliga-Spiel gegen Büderich zurück. Natürlich war auch das Spiel gegen den MSV Duisburg ein tolles Erlebnis, weil das Partien sind, die man nicht so schnell vergisst.
Was sind Ihre nächsten persönlichen Ziele?
MEHMEDOVIC: Mit Scherpenberg möchte ich natürlich erfolgreich sein. Wenn wir in der Oberliga spielen, wäre das Ziel erst mal der Klassenerhalt. Falls wir in der Landesliga bleiben sollten, dann muss der Anspruch sein, um den Aufstieg mitzuspielen.