
Die neuen Reisedistanzen waren rund um den Aufstieg des VfR Warbeyen in die Zweite Fußball-Bundesliga der Frauen ein großes Thema. Bei den Auswärtsspielen verschlug es das Team bisher nach Bochum, Meppen und Willstätt in Baden-Württemberg. In der Zwischenzeit bekam der VfR Besuch aus Frankfurt, Ingolstadt und München. Von Lokalduellen kann da wahrlich nicht die Rede sein. Wenn jedoch ein Spiel in diese Kategorie fällt, dann ist es das Kräftemessen mit Borussia Mönchengladbach, das am Samstag um 14 Uhr in der Arena am Bresserberg steigt.
Nur rund 100 Kilometer trennen die Spiel- und Trainingsstätten der beiden Vereine – für Zweitliga-Verhältnisse ist das ein Kurztrip. In den vergangenen Jahren kam es regelmäßig zu Duellen in der Regionalliga, bis die Borussia im Jahr 2023 den Aufstieg in die Zweite Bundesliga feierte.
In Warbeyen erinnert man sich gerne an die Begegnungen im Niederrheinpokal. In den Jahren 2022 und 2023 setzte sich der VfR gleich zweimal im Halbfinale des Wettbewerbs gegen Borussia Mönchengladbach durch. Anders sah es hingegen in der Regionalliga aus. Die Bilanz aus vier Spielen spricht mit drei Siegen und einem Remis klar für die Borussia. Nun werden die Karten eine Spielklasse höher neu gemischt.
„Dass wir die Möglichkeit haben, nun eine Spielklasse höher wieder gegen Gladbach zu spielen, ist natürlich toll. Von der Entfernung her ist es ja fast ein kleines Niederrhein-Derby. So wird es sich jedenfalls für uns anfühlen“, sagt Sandro Scuderi, der in der Saison 2018/19 Co-Trainer der Bundesliga-Elf der Borussia war.
Er ist jedoch nicht der Einzige mit einer Gladbacher Vergangenheit in den Reihen des VfR Warbeyen. Im Sommer sicherte sich der Zweitliga-Neuling nämlich die Dienste von Nachwuchstalent Greta Oerding. Die 16-jährige Mittelfeldspielerin trug in den vergangenen fünf Jahren das Trikot der Borussia – zuletzt war sie für die zweite Mannschaft in der Regionalliga aktiv.
Jene Mannschaft, mit der es der VfR am Samstag zu tun bekommt, ist Oerding trotzdem bestens bekannt. „Bis auf die Neuzugänge kenne ich fast alle. Mit einem Großteil habe ich in den letzten zwei Jahren schon einmal zusammen trainiert“, sagt Oerding. Sie freut sich auf die Begegnung: „Natürlich bin ich ein bisschen aufgeregt. Es ist ein besonderes Spiel für mich. Ich freuemich, die anderen wiederzusehen.“
Für ihre alten Teamkolleginnen lief es zuletzt ziemlich rund. Nach sechs Spielen steht Borussia Mönchengladbach mit elf Zählern auf Platz vier. Am vergangenen Sonntag setzte es beim 0:5 gegen Aufsteiger VfL Wolfsburg II die erste Saisonpleite. „Diese Niederlage wird in Gladbach mit Sicherheit niemand überbewerten. Wir tun das auch nicht“, sagt Sandro Scuderi. Der Warbeyener Trainer weiß, welche Herausforderung auf seine Schützlinge zukommt. „Dafür reicht schon der Blick auf die Tabelle. Der Gegner hat nicht ohne Grund so einen Start hingelegt und in den letzten zwei Jahren die Klasse gehalten. Wir müssen gewappnet sein“, sagt Scuderi, der auf die Heimstärke seine Mannschaft zählt: „Wir wissen, wozu wir zu Hause in der Lage sind. Das müssen wir wieder auf den Platz bringen.“