
Noch vor ein paar Wochen erklärte der Hallbergmooser Trainer Andreas Giglberger mit guten Argumenten, warum man sich nicht mit dem Blick auf die Tabelle verrückt machen sollte. Denn: Mit Siegen lande man automatisch vorn. Nun läuft es allerdings in die andere Richtung: Das 2:5 (2:2) in Unterföhring war das dritte sieglose Spiel in Serie. Machen die Hallberger so weiter, sind sie ganz schnell raus aus dem Aufstiegsrennen.
Grundsätzlich ist in der Tabelle nicht allzu viel passiert, weil einige Topteams der Landesliga Südost am Wochenende Punkte liegengelassen haben. Das ist für die Hallbergmooser nach dem Fünf-Gegentore-Desaster beim FC Unterföhring aber kein Trost. Die Leistung war unterirdisch – und es blieb nur die Frage, ob dieser Auftritt oder der zwei Wochen zuvor in Karlsfeld (1:3) schlechter war.
Nach einer Viertelstunde stand es bereits 0:2 gegen Hallbergmoos. Mit einfachsten Mitteln kamen die Gastgeber beim ersten Treffer durch (2.), und dann verursachte Christian Wimmer ein Slapstick-Eigentor, weil Torwart Muck Riedmüller zuvor ein Luftloch geschlagen hatte (15.). Aber auch danach waren die Hallbergmooser Verteidiger weit weg von den Gegnern. Man hätte sich auch über mehr Gegentore nicht beschweren können.
Unterföhring spielte hinten mit viel Risiko Mann gegen Mann, aber der VfB konnte davon nicht profitieren. Das 2:2 bekamen die Gäste binnen 100 Sekunden quasi geschenkt. Das erste Tor resultierte aus einem unnötigen Handelfmeter (Simon Werner, 34.), der Ausgleich aus einem Eigentor (35.). Das passte zu dieser Partie, die wenig mit geordnetem Landesliga-Fußball zu tun hatte.
In der nächsten Phase der nun offenen Schlacht – inzwischen waren die Seiten gewechselt – hatte der VfB innerhalb von 15 Minuten eine Handvoll Großchancen. Die Führung schien nur eine Frage der Zeit zu sein – doch Julian Kristo scheiterte zweimal frei vorm Torwart.
Und dann schlug die Stunde des Ex-Hallbergmoosers Fabian Porr. Die VfB-Defensive sollte eigentlich um dessen Angreifer-Qualitäten wissen, ließ ihm aber das gesamte Spiel über viel zu viel Platz. In der 63. Minute konnte Porr etwa sieben Meter vor dem Tor unbedrängt zum Fallrückzieher ausholen und ein Traumtor erzielen (63.). Das saß, und spätestens als zehn Minuten später die Gastgeber auf 4:2 erhöhten, war der VfB am Boden. Nachdem der FCU in der Schlussphase den fünften Treffer draufgelegt hatte, hielt sich nach Spielende der Drang der Hallbergmooser Kicker, auf die Tabelle zu schauen, wohl ohnehin in Grenzen.