
Die Partie beim SV Erlbach zählt in dieser Spielzeit zu den Highlights für Bayernliga-Aufsteiger TuS Geretsried. Ein Sieg beim aktuellen Tabellendritten an diesem Freitagabend (19 Uhr) wäre für Daniel Dittmann, der nur noch sechsmal beim TuS an der Seitenlinie steht, so etwas wie ein Sahnehäubchen – und ein Erlebnis, das ihm seine Co-Trainer Benjamin Fister und Matthias Herberth voraushaben. Vor allem für Letzteren ist die Reise in den Landkreis Altötting von besonderen Erinnerungen begleitet.
Am 3. Oktober 2010 feierte der TuS Geretsried in der Bezirksoberliga einen 3:2-Erfolg beim SV Erlbach. Der damals 17 Jahre junge A-Junior Herberth gab sein Debüt bei den Herren, als einziger Geretsrieder Einwechselspieler neben Trainer Ralf Zahn auf der Ersatzbank. In der 64. Minute kam der Youngster für Andreas Weißhaupt aufs Feld, beim Stand von 2:2 „um den einen Punkt zu sichern“, erinnert sich Matthias Herberth. Keine 20 Minuten später avancierte er zum Matchwinner: Torjäger Johann Latanskij legte für Herberth ab, der den Ball aus 16 Metern zum 3:2-Siegtreffer ins Netz jagte. „Ich habe an Erlbach gute Erinnerungen“, erzählt der 33-Jährige schmunzelnd. Außer ihm und Trainerkollege Fister waren vor 16 Jahren unter anderem auch der heutige Abteilungsleiter Ibro Filan sowie im Tor der heutige Torwarttrainer Markus Kresta mit von der Partie.
An guten Ratschlägen, wie man in einem der schönsten Stadien in der Bayernliga bestehen kann, wird es Daniel Dittmann also vermutlich nicht fehlen. Doch auch ohne die hat der Geretsrieder Chefcoach den Gegner wie gewohnt analysiert und seine Strategie entwickelt. „Auf so ein Spiel kann man sich nur freuen“, gibt er sich gelassen. Grund dazu geben die letzten Ergebnisse seines Teams, das nach dem 5:0-Sieg gegen Türkspor Augsburg „ohne Druck nach Erlbach fahren und das Spiel genießen“ kann. Mehr Druck verspüren wohl die Gastgeber, denen nur ein Sieg hilft, wenn Sie Relegationsplatz zwei nicht auf der Zielgeraden aus den Augen verlieren wollen. „Ich habe ein gutes Gefühl, wir wollen unseren positiven Trend fortsetzen“, sagt der TuS-Trainer, dessen Team schon im Hinspiel trotz des Fehlens zahlreicher Leistungsträger wie Adrian Hofherr, Sebastian Rosina, Belmin Idrizovic, Daniel Krebs, Tyrone Prepeluh und Robin Renger einen starken Auftritt ablieferte und durch einen Treffer in der Nachspielzeit unglücklich mit 1:2 unterlag.
Eine ähnliche enge Partie erhofft sich der TuS auch im Freitagabendspiel in der „Holzbau Grübl Arena“. Beide Teams gehen „mit dem Anspruch, Fußball zu spielen“ auf den Platz, wie Daniel Dittmann betont. Beide spielen aggressiv gegen den Ball, beide entwickeln in ihrem Spiel viel Power. „Für uns geht es darum, weiter zu punkten, wir gehen mit ganz viel Euphorie ins Spiel“, sagt der TuS-Coach. „Ich denke, das wird ein Spiel, für das sich das Eintrittsgeld lohnt.“