
In der 3. Liga hat der F.C. Hansa Rostock am 37. Spieltag ein mitreißendes Heimspiel gegen den VfB Stuttgart II mit 5:3 gewonnen. Vor ausverkauftem Haus drehte die Kogge nach einem frühen Rückstand auf und sicherte sich in einer torreichen Partie drei immens wichtige Punkte vor dem letzten Spieltag im Kampf um den Aufstieg.
Eiskalte Dusche und die schnelle Antwort
Die Partie begann für das Team von Trainer Daniel Brinkmann mit einem Schock. Nicolas Sessa verwandelte in der sechsten Minute einen Foulelfmeter zur Gästeführung, nachdem David Hummel zuvor Noah Darvich zu Fall gebracht hatte. Doch die Hausherren zeigten sich unbeeindruckt und fanden umgehend zurück ins Spiel. Kenan Fatkic traf in der 16. Minute nach einer einstudierten Freistoßvariante durch die Vorarbeit von Adrien Lebeau zum wichtigen Ausgleich.
Die Kogge nimmt auf dem Platz das Zepter in die Hand
Nach einer halben Stunde rissen die Norddeutschen die Begegnung komplett an sich. Emil Holten erzielte das 2:1 (31.), nachdem ihn Adrien Lebeau nach einem Zuspiel von David Hummel mustergültig bedient hatte. Nur drei Minuten später köpfte Lukas Wallner infolge einer Ecke von Adrien Lebeau und der Kopfballvorlage von Franz Pfanne das 3:1 (34.).
Gästetrainer Nico Willig analysierte diese Phase auf der Pressekonferenz nach dem Spiel treffend: “Und trotzdem war es das Gefühl, dass wir dann so ein bisschen in ein Wespennest gestochen haben, weil dann wurden wir einfach überrannt aus Standardsituationen, aber auch aus eigenen Momenten, die wir hatten.” Brinkmann ergänzte auf der Pressekonferenz nach dem Spiel zufrieden: “Wir waren im Konter, glaube ich, in den Umschaltmomenten dann wirklich gut und sehr, sehr präsent.”
Kuriosum und Schiedsrichter-Kritik in der Halbzeitpause
Für große Verwunderung sorgte das Ende der ersten Hälfte. Da es einem Linienrichter unwohl war, pfiff Schiedsrichter Felix Weller gut 30 Sekunden zu früh ab. Die Teams mussten die fehlende Zeit nach einer kurzen Pause durch hin und her schieben des Balles nachholen, bevor der offizielle Start des zweiten Durchgangs erfolgte.
Daniel Brinkmann äußerte auf der Pressekonferenz nach dem Spiel deutliche Kritik an dieser peniblen Auslegung: “Mir wurde erklärt, dass es einem der Schiedsrichter nicht so gut ging, einem der Linienrichter, und deswegen wurden 30 Sekunden vorher abgepfiffen. Ich finde es Quatsch.”
Wilde Schlussphase mit vielen Toren
Kurz nach dem kuriosen Wiederanpfiff profitierte David Hummel von einem gravierenden Abstimmungsfehler zwischen Maximilian Herwerth und Keeper Florian Hellstern und erhöhte eiskalt auf 4:1 (50.). Stuttgart gab sich jedoch nicht auf und brachte mit Yanik Spalt, Nuha Jatta und Abdenego Nankishi frisches Personal für Maximilian Herwerth, Mansour Ouro-Tagba und Justin Diehl. Nuha Jatta verkürzte nach einer Flanke von Noah Darvich umgehend per Kopf auf 4:2 (57.).
Zwar hielt das Mittelfeld um Lukas Kunze, für den später Benno Dietze kam, stark dagegen, doch in der Nachspielzeit brachte Tim Köhler nach Vorarbeit von Abdenego Nankishi die Schwaben tatsächlich noch auf 4:3 heran (90.+1). Aufseiten des VfB versuchten auch Christopher Olivier, Leny Meyer, Samuele Di Benedetto, Mirza Catovic sowie die offensiven Einwechselspieler Mohamed Sankoh und Jordan Majchrzak alles, um das Spiel noch zu kippen.
“Es ist brutal schwer, gegen Stuttgart zu spielen. Es ist eine Mannschaft, die so viel Spielfreude hat”, lobte Brinkmann auf der Pressekonferenz nach dem Spiel den mutigen Auftritt der Gäste.
Emotionale Debüts und die finale Entscheidung
Die endgültige Erlösung für das Ostseestadion brachte in der 93. Minute der eingewechselte Andreas Voglsammer, der nach einem Querpass von Kenan Fatkic, stark initiiert durch den Joker Cedric Harenbrock, zum 5:3-Endstand einschob. Zuvor hatte Milosz Brzozowski sein umjubeltes Profidebüt gefeiert, als er für Adrien Lebeau in die Partie kam.
Brinkmann fand auf der Pressekonferenz nach dem Spiel begeisterte Worte für den Debütanten: “Super Junge, sehr trainingseifrig, gibt immer Vollgas, absoluter Vorzeigeprofi. Immer einer der Ersten, immer einer der Letzten. Er hat sich das total verdient.” Einen weiteren emotionalen Moment erlebte Nico Neidhart, für den die Fans ein Dankesplakat für seine sieben Jahre im Verein hochhielten.
Brinkmann erklärte dazu auf der Pressekonferenz nach dem Spiel betont sachlich: “Das war eine Fangeschichte, und ich glaube, wir haben relativ deutlich kommuniziert, dass wir aufgrund unserer Lage die Gespräche nach der Saison führen.” VfB-Trainer Nico Willig resümierte abschließend fair auf der Pressekonferenz nach dem Spiel: “Trotzdem ist Hansa der verdiente Sieger, natürlich mit fünf erzielten Toren.”
Der Traum vom Aufstieg lebt bis zum Schluss
Durch diesen enorm wichtigen Sieg klettert der F.C. Hansa Rostock mit nun 64 Punkten auf den fünften Tabellenplatz und zieht am SC Verl vorbei, der sein Spiel gegen Rot-Weiss Essen verlor. Zwar ist ein direkter Aufstieg nach den parallelen Punktgewinnen des FC Energie Cottbus und des MSV Duisburg mathematisch nicht mehr möglich, doch der begehrte Relegationsplatz bleibt absolut in Reichweite.
Dafür muss am alles entscheidenden 38. Spieltag (Samstag, 16.05.26, 13:30 Uhr) zwingend ein Sieg beim 1. FC Saarbrücken her, während gleichzeitig Duisburg und Essen nicht gewinnen dürfen. “Ich freue mich sehr über den Sieg. Ich freue mich sehr darüber, dass wir noch leben.
Ich freue mich sehr darüber, dass wir einen positiven Abschluss der Saison zu Hause hatten”, strahlte Daniel Brinkmann auf der Pressekonferenz nach dem Spiel und schickte eine emotionale Kampfansage an die Konkurrenz hinterher: “Wir wollen am Ende schauen, was dabei herauskommt. Aber der Traum, der muss erlaubt sein, und der wird uns auch noch mal Kraft geben.”