
Der Top-Favorit hat sich vorerst aus dem Titelrennen der Kreisliga A Kleve/Geldern verabschiedet. Der Uedemer SV kassierte am Sonntag eine ganz bittere 0:3 (0:1)-Heimniederlage gegen Viktoria Winnekendonk und hat damit als Tabellenvierter jetzt schon 13 Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter Siegfried Materborn, der sich in Veert keine Blöße gab (3:1). Die Gäste festigten Rang drei und liegen aktuell neun Zähler hinter dem Klub aus der Klever Oberstadt.
„Heute hat man wieder einmal gesehen, dass wir immer an uns glauben“, sagte der sichtlich gut gelaunte Viktoria-Trainer Johannes Rankers nach der Partie. Er hatte allen Grund dazu, denn das Ergebnis widersprach dem vorangegangenen Geschehen auf dem Platz. Im Nachbarschaftsduell gab es nämlich eigentlich nur ein Team, das die Partie von Minute eins an unter Kontrolle hatte. Und das waren die Gastgeber in Schwarz-Gelb.
Der Uedemer SV hatte sich bestens auf den Gegner eingestellt. In der Defensive machte der Gastgeber die Räume dicht, das Winnekendonker Angriffsspiel kam zunächst nur ganz selten ins Rollen. Anders der Uedemer SV – Angriffswelle um Angriffswelle rollte vor knapp 100 Zuschauern Richtung Viktoria-Tor. Doch entweder verpufften die Angriffe in der vielbeinigen Abwehr der Gäste. Oder Keeper Tim Verfürth war im entscheidenden Moment zur Stelle.
„Bis in Strafraumhöhe haben wir ein richtig gutes Spiel gemacht und waren wirklich spielerisch auch überlegen. Dann hat bei uns aber einfach die letzte Entschlossenheit gefehlt“, sagte Uedems Spielertrainer Peter Janßen. Der Gegner dagegen bewies absolute Kaltschnäuzigkeit. Nach 31 Minuten nutzte Oliver Berns einen Uedemer Abstimmungsfehler, umdribbelte USV-Schlussmann Til Hinckers und schob zum 0:1 ein.
In Durchgang zwei das gleiche Bild, der Uedemer SV bestimmte die Partie, doch Latte, Pfosten und mangelnde Chancenverwertung verhinderten den Ausgleich, der mehrfach in der Luft lag. Jubeln konnten dann die Gäste noch gleich zweimal. Mit einem Sonntagsschuss aus 20 Metern in den Winkel traf Marvin Flassenberg zum 0:2 (71.), ehe Jan Roosen in der Nachspielzeit einen Konter erfolgreich zum 0:3 abschließen konnte.
„Ich weiß im Moment noch gar nicht, wie ich das Spiel einordnen soll. Wir waren die bessere Mannschaft, stehen aber mit leeren Händen da“, so Janßen. „Wir haben heute unsere wenigen brutal effektiv genutzt. Das wird uns nicht immer gelingen, aber heute fahren wir mit einem Sieg nach Hause“, sagte Rankers.
Schwacher Trost für den Gastgeber: Der Uedemer SV ist am kommenden Sonntag bei Siegfried Materborn gefordert und kann beim Tabellenführer ganz befreit aufspielen. Die Rolle des Außenseiters könnte der Mannschaft in die Karten spielen. Parallel empfängt Viktoria Winnekendonk den SV Issum.