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Der Top-Favorit der Kreisliga verliert seine beiden besten Angreifer

Talha Demir verlässt den FC Bosporus Düsseldorf und kehrt in die Oberliga Niederrhein zurück.

von Marcus Giesenfeld · 03.01.2025, 10:45 Uhr · 0 Leser
Talha Demir kehrt dem FC Bosporus den Rücken zu.
Talha Demir kehrt dem FC Bosporus den Rücken zu. – Foto: Michael Heinz Kelleners

Man stelle sich vor, der FC Bayern München gäbe in der Winterpause die Abgänge von Harry Kane und Jamal Musiala bekannt. So in etwa darf man sich die Lage beim FC Bosporus vorstellen. Der Tabellensiebte der Kreisliga A Düsseldorf muss in der Rückrunde ohne seine beiden Ausnahmespieler auskommen. Nachdem die Verantwortlichen kurz vor dem Jahreswechsel aus den Medien von den Wechselabsichten ihres Torjägers Zerkrija Cerkini erfuhren, folgte einen Tag nach Neujahr der nächste Schock.

Denn auch Talha Demir wird nach nur einem halben Jahr seine Zelte an der Fährstraße wieder abbrechen. Den im vergangenen Sommer vom Oberligisten VfB 03 Hilden verpflichteten "Königstransfer" zieht es zurück in die fünfte Liga. Künftig zieht der Mann mit der herausragenden Schusstechnik das Trikot des 1. FC Monheim über. "Talha hat es offensichtlich wieder gejuckt. Dass er das Potenzial hat, um sofort wieder in der Oberliga Fuß zu fassen, ist unbestritten", sagt Kemalettin Demir über seinen Neffen. Für den Trainer des FC Bosporus wiegen die Abgänge freilich schwer.

Mit Cerkini (15 Saisontore), der - sofern sich beide Klubs einigen - in der zweiten Saisonhälfte für den Landesliga-Aufsteiger FC Kosova auf Torejagd gehen wird, und Demir (7) fehlen ab sofort die beiden torgefährlichsten Akteure im Aufgebot. Dabei war die Chancenverwertung in der Hinserie in den Augen von Kemalettin Demir ohnehin schon ein Manko. "Wir haben leider zu oft zu spüren bekommen, dass man hinten ganz schnell ein Tor kassiert, wenn man vorne die Dinger nicht macht", merkt der 45-Jährige kritisch an.

"Wir greifen an"

Die fehlende Kaltschnäuzigkeit im Abschluss ist aber nicht der einzige Grund, warum Bosporus nach der Hälfte der zu absolvierenden Saisonspiele schon 15 Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Rhenania Hochdahl aufweist. Vielmehr hat es den Anschein, dass der vor dieser Spielzeit gehegte Plan, das Kollektiv überwiegend mit Spielern aus höheren Ligen zu verstärken, nicht vollends aufging. So überrascht es auch nicht, dass mit dem oberligaerfahrenen Sopita Da Silva (Langenberger SV) und dem bezirks- und landesligaerprobten Nisar El Fayyad (Rather SV) zwei weitere Kicker nach nur wenigen Monaten schon wieder das Weite suchen. „Das sind Dinge, die im Fußball immer wieder passieren“, bleibt Demir gelassen.

Anstatt den Abgängen nachzutrauern hat der Coach längst damit begonnen, die entstandenen Lücken zu schließen. Vom Ligarivalen Hilden 05/06 stoßen Yassir Daou und Enes Bilgicli zum Team. Zudem gelang es Demir, Sinan Korkmaz von einem Wechsel zu überzeugen. Der 23-Jährige stürmte zuletzt für den Bezirksligisten Tus Gerresheim, für den er immerhin vier Tore in zwölf Spielen erzielte. Seine erfolgreichste Saison bestritt Korkmaz im Dress der DJK Tusa 06. Für den Ligarivalen knipste der Angreifer in der Spielzeit 22/23 satte 29 Mal. Kann Korkmaz beim FCB an diese Quote anknüpfen, ist mit Bosporus in der Rückrunde vielleicht doch noch einmal zu rechnen.

Dem Blick nach oben auf den nur sechs Zähler entfernten Mitaufstiegsrang zwei will sich Demir trotz der schmerzhaften Abgänge jedenfalls noch nicht verschließen. „Wenn wir in der kommenden Woche wieder mit dem Training beginnen, greifen wir an. Großen Druck brauchen wir uns nun nicht mehr zu machen, aber vielleicht tut uns genau das auch gut.“