2026-04-02T18:01:11.048Z

Allgemeines

Der SV Ascholding sucht einen neuen Vorstand

Verein vor dem Aus

von Rudi Stallein · Heute, 13:05 Uhr · 0 Leser
In der Jahresversammlung des SV Ascholding zeichneten die Vorsitzenden Andreas Büttner (li.) und Christian Lasch (re.) verdiente Mitglieder (ab 2.v.li.): Alfred Bäumler sen., Rudi Meixner und Rupert Woisetschläger (Ehrenvorstand). Einen neuen Klubchef sucht der Verein allerdings noch.
In der Jahresversammlung des SV Ascholding zeichneten die Vorsitzenden Andreas Büttner (li.) und Christian Lasch (re.) verdiente Mitglieder (ab 2.v.li.): Alfred Bäumler sen., Rudi Meixner und Rupert Woisetschläger (Ehrenvorstand). Einen neuen Klubchef sucht der Verein allerdings noch. – Foto: rst
Der 720 Mitglieder zählende SV Ascholding sucht verzweifelt eine Vereinsführung. Ohne Vorstand droht im Mai die Abwicklung durch den Verband.

Vor 67 Jahren, im Frühjahr 1959, wurde der SV Ascholding gegründet. Nun steht der Verein möglicherweise vor dem Aus. Dieses düstere Bild zeichnet sich seit der jüngsten Jahresversammlung Anfang März ab: Dabei war die Neuwahl der Vorstandschaft der wichtigste Punkt der Tagesordnung – aber es fand sich niemand, der bereit ist, die Führung des rund 720 Mitglieder zählenden Klubs zu übernehmen. Für den 10. April wurde jetzt die Vorstandwahl neu angesetzt. „Wenn sich dann immer noch niemand findet, haben wir eine dritte und letzte Möglichkeit Anfang Mai“, sagt Vorsitzender Christian Lasch (33), der aus „familiären und beruflichen Gründen“ ebenso wie sein Stellvertreter Andreas Büttner (36) nach sechs Jahren sein Amt abgibt. Im schlimmsten Fall würde der Bayerische Landes-Sportverband einen Übergangsvorstand einberufen müssen, der den Verein „abwickelt“, sprich auflöst, entwirft Lasch ein Worst-Cace-Szenario.

Aber noch bestehe ja Hoffnung. Zumal „das Konstrukt dahinter“, also die erweiterte Vorstandschaft mit Kassierer, Schriftführer, Jugendleiter etc. bereits feststehe. Und die allgemeinen wiederkehrenden Aufgaben seien ebenfalls überschaubar. Als traditionsverbundener Dorfverein gehören Auftritte bei Festen und kirchlichen Anlässen wie dem Fronleichnamszug, wo der SV mit seiner Standarte mitmarschiert, ebenso zu den Pflichten, wie Besuche bei runden Geburtstagen betagter Mitglieder oder der Begleitung bei Begräbnissen.

Von den circa 720 Mitgliedern des SV Ascholding seien rund 300 im sportlichen Vereinsleben aktiv, in den drei „Wettbewerbs“-Sparten Fußball, Tennis und Eisstockschießen sowie diversen Abteilungen von Darts über Volleyball, Square Dance, Damen- und Herrengymnastik bis zu Eltern-Kind-Turnen und Yogilates, erklärt der scheidende Vorsitzende.

In der nächsten Zeit warten zwei Herausforderungen auf den Klub. Zum einen müsse ein neuer Pächter für die Vereinsgaststätte gefunden werden, da der jetzige Betreiber den Vertag zum 31. Juli gekündigt habe. Und für das in die Jahre gekommene Sportheim stehen umfassende Schönheitsreparaturen auf der Agenda. „Die Kabinen und die sanitären Anlagen, Duschen und Toiletten, müssen gründlich renoviert werden“, erläutert Christian Lasch. „Das sind die wichtigsten Aufgaben, die anstehen.“ Dazu brauche es „jemanden, der Lust hat, so eine Renovierung anzupacken“, appelliert der 33-Jährige, der im Herbst des Corona-Jahres 2020 als Nachfolger des legendären Rupert Woisetschläger die Vereinsführung übernahm – für insgesamt drei Perioden, denn der Vorstand wird alle zwei Jahre neu gewählt.

Seine Bemühungen, unter den Mitgliedern Begeisterung für den Job zu wecken, sind bisher nicht von Erfolg gekrönt gewesen. Deshalb schaue man nun auch verstärkt über den Vereinsbrillenrand hinaus. Denn: „Der Vorstand muss nicht zwingend Vereinsmitglied sein“, wirbt Lasch um Interessenten. „Wir sind für alles offen.“