
Mit Markus Hagedorn, dessen eigene Familie immer sein höchstes Gut war, hat der SC St. Tönis eine Persönlichkeit verloren, die auch über die Vereinsgrenzen hinweg in Fußball-Kreisen großes Ansehen genoss. Der Inhaber einer Druckerei in Krefeld-Linn liebte American Football, aber der Fußball und all das, was damit verbunden ist, prägte sein Leben.
Seit 1999 leitete Hagedorn die Fußball-Abteilung des Sporclubs und des Vorgängervereins Teutonia St. Tönis. Dort, wo er in der Jugend als Torhüter erstmals die Schuhe schnürte. Hagedorn startete mit zwei Seniorenmannschaften und nur einem Bambini-Team des 94er-Jahrgangs, dem auch sein Sohn angehörte und das er auch trainierte. In der Folge erweckte er die Jugend-Abteilung zu neuem Leben. Eine wichtige Rolle spielte Hagedorn auch, als die ersten Fusionsgespräche mit dem SV St. Tönis aufgenommen wurden. Eine schwierige Zeit, da sich in beiden Lagern Gegner den Plänen vehement entgegenstemmten. Während andere Protagonisten durchaus resignierten, war es Hagedorn, der immer wieder Gespräche suchte. Mit bekanntem Erfolg. Am 1. Juli 2022 bündelten beide Vereine ihre Kräfte.
Nicht nur in seiner eigentlichen Funktionärsfunktion hinterlässt Hagedorn eine Lücke. Er lebte den Verein, tat ab und an – nicht immer zur Freude aller – mehr als seinen Mitstreitern lieb war, und hatte stets alle Mannschaften im Blick. Verbal kennzeichneten Hagedorn Eloquenz und Wortwitz, er konnte aber dabei mit seiner Direktheit auch schon einmal anecken. Besonders das eine oder andere Schiedsrichtergespann wird sich daran erinnern. „Für das, was er aufgebaut hat, hat er immer gefightet“, erinnert sich Jugend-Abteilungsleiter Ralf Horster, einer seiner engsten Freunde. „Manchmal hat Markus es falsch rübergebracht. Aber aus dem Herzen war es immer gut gemeint“.
Der sportliche Aufschwung in St. Tönis erfüllte Hagedorn mit Stolz. Mit dem Einzug in das Endspiel um den Niederrhein-Pokal feierte der SC jüngst auch durch sein Engagement den größten sportlichen Erfolg der Vereinsgeschichte. Das miterleben zu können, verweigerte ihm sein viel zu früher Tod. Hagedorn verstarb am vergangenen Donnerstag im Alter von 56 Jahren.