
Seit Donnerstagabend ist aus dem Führungsduo der Kreisliga Süd wieder - zumindest vorübergehend - ein Trio geworden. In einer vorgezogenen Partie besiegte der TSV Königstein (2./25) im Verfolgerduell den SV Freudenberg (5./22) mit 4:1 und positionierte sich zwischen das Zweigestirn SV Raigering (3./25) und DJK Ursensollen (1./25), die Samstag um 16 Uhr im Raigeringer "Pandurenpark" im absoluten Spitzenspiel des zwölften Spieltags die Klingen kreuzen. Während man den Gastgeber in dieser Phase der Saison - nach Meinung vieler - in den Höhen des Klassements erwarten durfte, ist der anhaltende Höhenflug des Aufsteigers unverändert die Überraschung schlechthin. Auch wenn die Panduren aufgrund des Heimvorteils in die Rolle eines leichten Favoriten schlüpfen, der Ausgang - es wird die Tagesform sicherlich mitentscheidend sein - ist offen, die knisternde Spannung vor dieser Auseinandersetzung ist geradezu hörbar.
Für den schärfsten Verfolger des Trios, den TuS Rosenberg (3./23), zählt in erster Linie, seine zuletzt beeindruckende Serie gegen den Gast aus Hirschau (12./8) fortzusetzen. Sicherlich wird man aber auch mit einem Auge nach Raigering blicken, denn - egal, wie der Spielausgang dort sein wird - ein Sieg wird die Hüttenstädter auf der Tabellenleiter noch weiter nach oben hieven - wie weit, wird man sehen.
Krabbeln wir noch hinab in die Tiefen des Klassements: Schlußlicht ASV Haselmühl (14./3) reist an den Hahnenkamm zum zuletzt auftrumpfenden FC Edelsfeld (9./12), der sicherlich keine Geschenke verteilen wird, eine große Herausforderung also für die Schuster-Crew. Vom letzte Woche "verhauenen" SV Köfering (13./6) erwartet man zuhause gegen den SV Schmidmühlen (10./11) natürlich eine Art Wiedergutmachung, ob die Elf des Trainerduos Lassmann/Helleder dem Druck des Gewinnenmüssens standhält, wird man sehen. Bleibt noch der zweite Schleudersitzinhaber TuS Hirschau, vor dem sich ja, wie oben beschrieben, im "Aicher Stadion" Rosenberg eine hohe Mauer aufbaut. "Schaun mer mal", wer von den größten "Sorgenkindern" seinen Punktesack am Wochenende mit Daseinswichtigem bestücken kann.
Rückblick auf ein vorgezogenes Match vom Donnerstagabend:
Am Ende deutlich und hochverdient gewannen die Männer von Coach Roland Winkler dieses Verfolgerduell gegen den SV Freudenberg und mischen bei der Vergabe der Aufstiegsplätze unverändert kräftig mit. Dabei gelang dem TSV ein Blitzstart, denn nach sechzig Sekunden zappelte die Kugel bereits im Netz der Gäste, als Jakob Guttenberger einen berechtigt verhängten Strafstoß humorlos verwandelte. Der SVF steckte diesen frühen Schockmoment zunächst gut weg und glich nach knapp einer Viertelstunde durch den zwölften Saisontreffer von Spielertrainer Sebastian Bauer aus. In Folge allerdings übernahm die Heimelf mehr und mehr deutlich die Spielführung, legte bis zur Pause durch einen Doppelschlag von Simon Lederer (aktuell nun ebenfalls zwölf Saisontore) ein 3:1 vor. Als kurz nach dem Seitenwechsel alle guten Vorsätze der Gäste durch das 4:1 von Max Schneider (49.) wie eine Seifenblase zerplatzten, war eine Vorentscheidung schon früh gefallen. Bis zum Schlußpfiff dominierten und kontrollierten die Platzherren das Geschehen ohne größere Probleme gegen einen insgesamt enttäuschenden Gast, bei dem die aktuellen Probleme - mit 31 wohl die meisten Treffer in der Liga erzielt, jedoch 27 Gegentreffer schon kassiert - offensichtlich sind.
"Wir haben das Spiel auch in dieser Höhe völlig verdient gewonnen. Unsere Gäste hatten bis auf zwei Freistöße und das Tor keine einzige nennenswerte Torchance. Wir hatten das Spiel fest im Griff, ließen Freudenberg nicht ins Spiel kommen und hätten bei konsequenteren Torabschlüssen noch höher gewinnen können. Kompliment an meine Mannschaft, die von Anfang an nicht daran zweifeln ließ, das Spiel gewinnen zu wollen", so ein sehr zufriedener TSV-Trainer Roland Winkler.
Anders die Stimmungslage bei Gästespielertrainer Sebastian Bauer: "Nach einer Minute bekommen wir einen Elfmeter gegen uns, weil wir anscheinend noch in der Kabine waren. Danach hatten wir gute fünfzehn Minuten und konnten zumindest den Ausgleich erzielen. Nach dem 2:1 kamen wir nie mehr richtig ins Spiel, haben keine Zweikämpfe gewonnen und machten zu viele individuelle und einfache Fehler, die Königstein eiskalt ausnutzte. Mit dieser Art und Weise kann man kein Spiel gewinnen. Eine in der Höhe verdiente Niederlage und Glückwunsch nach Königstein".
Tore: 1:0 Jakob Guttenberger (1./Strafstoß), 1:1 Sebastian Bauer (14.), 2:1 und 3:1 Simon Lederer (17./31.), 4:1 Max Schneider (49.) - Schiedsrichter: Matthias Zahn - Zuschauer: 150
Im Überblick die restlichen Partien der Runde 12:
Seit Mitte August sind die Hüttenstädter nun ungeschlagen, haben die letzten vier Partien allesamt gewonnen und dabei immerhin sechzehn "Buden" gemacht. Eine beeindruckende Bilanz sicherlich, das Vorrücken auf Platz 3 ist der Lohn dafür. Gegen den abstiegsgefährdeten Gast will man nun ohne Zweifel in der Spur bleiben, könnte man doch bei eigenem Erfolg und einem Unentschieden in Raigering am Wochenende im "best case" sogar die "Pole" ergattern. Auch wenn das letzte Spiel in Freudenberg verloren wurde, die Ergebnisse davor (Remis gegen Ursensollen, Sieg in Schmidmühlen) haben einen Aufwärtstrend bei den Kaolinstädtern deutlich werden lassen. Beim in den letzten Wochen mächtig auftrumpfenden Gastgeber hängen die Trauben hoch, dennoch spekuliert man - unter Aufbietung von allem, was machbar ist - auf eine Überraschung in Form eines Teilerfolgs. Dass man hierzu einen "Sahnetag" benötigt, weiß ein jeder im TuS-Trikot.
"Nächste Runde, nächstes Heimspiel. Dieses Wochenende dürfen wir Hirschau bei uns begrüßen. Eine Mannschaft, die zwar im unteren Bereich der Tabelle steht, jedoch immer wieder enge Ergebnisse erzielt hat. Sie werden sicherlich alles in die Waagschale werfen, um bei uns zu punkten. Dennoch, ich muss mich zur letzten Woche wiederholen, werden wir auch in diesem Spiel wieder in erster Linie auf uns schauen. Ziel ist es, den Flow der letzten Wochen weiter aufrecht zu erhalten. Wir können auch dieses Partie mit viel Selbstvertrauen angehen, das haben wir uns erarbeitet. Auch diese drei Punkte wollen wir in Rosenberg behalten", versprüht TuS-Spielertrainer Dennis Kramer wie erwartet Optimismus.
"Nach der Niederlage gegen Freudenberg erwartet uns mit Rosenberg eine Mannschaft, die sich derzeit in Topform befindet. Wir werden versuchen, als Außenseiter mannschaftlich wieder geschlossen aufzutreten, dem Favoriten einen großen Kampf zu liefern und hoffen damit, einen Zähler mit nach Hause nehmen zu können", sagt Andi Meyer, Spielercoach der Gäste.
Den letztjährigen Meister der Kreisklasse Ost und seinen "Vize" trennt vor diesem Duell nur ein Punkt, beide Mannschaften gehören zum Kreis derer, die sich in gefährlicher Nähe zum ersten Relegationsplatz (Abstand beträgt vier, bzw. drei Punkte) befinden. So geht es im Michael-Höhbauer-Stadion zu Oberwildenau um eine Art Befreiungsschlag, Motivation für beide Seiten also genug, um sich gegen den letztjährigen Titelrivalen mächtig ins Zeug zu legen. Eine "enge Kiste" darf erwartet werden.
"Ein Nachbarschaftsduell mit sehr viel Brisanz, geht es doch für beide Teams um sehr viel. Wir wollen den sogenannten Bock in unserem Stadion umstossen. Dafür brauchen wir die Basics im Fußball. Es wird auf Kleinigkeiten ankommen. Wir wollen das Spielglück wieder auf unsere Seite ziehen und vor allem als Team auftreten. Um den Anschluß ans Mittelfeld nicht zu verlieren, muß ein Dreier her", sagt der Trainerroutinier des SC, "Girgl" Ramsauer.
"Der SC Luhe-Wildenau ist ein sehr gut geführter Verein mit einer tollen Infrastruktur. Wir freuen uns daher auf das Auswärtsspiel", so das extrem kurze Statement von Gästetrainer Tim Schlesinger.
Die beiden in Folge gewonnenen Auswärtspartien haben dem FCE im Abstiegskampf ein wenig Luft verschafft und haben sicherlich auch neues Selbstbewußtsein eingehaucht. Ohne Zweifel will man im Heimspiel gegen das Tabellenschlußlicht nachlegen, daher gilt es, den erzeugten Schwung erneut auf das grüne Geläuf zu bringen. Bevor man zwei Heimspiele in Folge bestreiten darf (das ausgefallene Spiel gegen Rieden wird am Mittwoch, 22.10. nachgeholt), reisen die Schuster-Männer nach Edelsfeld. Mit nur drei Zählern auf der Habenseite hat man unverändert die "Rote Laterne" im Besitz, zudem beträgt der Abstand zum "rettenden Ufer" acht Punkte. Um sich zumindest in den Kreis der Mannschaften auf dem Schleudersitz einreihen zu können, muss der zweite Saisonsieg her. Beim sich zuletzt im Aufwärtstrend befindlichen Gastgeber gestaltet sich die Umsetzung dieses Vorhabens sicherlich schwer, unmöglich ist sie jedoch nicht, dazu muss aber vieles passen.
"Eine neue Situation für uns: In diesem Spiel gehen wir als Favorit ins Rennen. Doch treffen wir mit dem ASV Haselmühl auf einen Gegner, der mit dem Rücken zur Wand steht und daher sicher mit allen Mitteln versuchen wird, am Hahnenkamm zu punkten. Unser Ziel muss es daher sein, mit der selben Leidenschaft und Laufbereitschaft in die Partie zu gehen, wie in den letzten Spielen, um die Punkte in Edelsfeld zu behalten", sagt FCE-Coach Martin Dehling.
"Edelsfeld hat die letzten beiden Spiele gewonnen und wird am Samstag sicherlich mit viel Selbstbewusstsein auftreten. Da heisst es, mit allen möglichen Mitteln dagegenzuhalten. Der große Druck liegt natürlich bei uns, was sich auch nicht ändern wird, sollten die nächsten Spiele keine Punkte eingefahren werden", so Gästetrainer Dominik Schuster.
Am kommenden Sonntag um 15.30 Uhr erwartet der 1. FC Rieden den wiedererstarkten Bezirksligaabsteiger aus Vilseck. Die Truppe von Coach Tobias Graßler hatte zu Saisonbeginn sichtliche Anfangsschwieriglkeiten, ist mittlerweile aber gut in der Liga angekommen. Mit nur zwei Zählern Rückstand auf den FCR - bei einem Spiel mehr - belegt der FV derzeit Rang 7 mit 16 Zählern. Bei einem Auswärtscoup könnten man sogar am Gastgeber (6. Platz/18 Punkte) kurzfristig vorbeiziehen. Vergangenen Sonntag demontierten die Vilsecker den völlig überforderten SV Köfering mit 7:0 und reisen daher mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen ins Vilstal. Die Leistungssteigerung, die sich eingestellt hat, war schon beim 3:2-Sieg zuhause gegen Königstein und der unglücklichen 1:2-Niederlage nach 1:0-Halbzeitführung beim Rangzweiten SV Raigering deutlich erkennbar. Die Gastgeber waren am vergangenen Sonntag wegen der Spielabsage in Haselmühl spielfrei und hatten daher genügend Zeit, sich auf das schwierige Match vorzubereiten. Mit Ausnahme des unterirdischen Matches gegen Raigering (0:3) konnten die Platzherren auf heimischem Terrain in vier Partien die volle Punktzahl einfahren. Gegen den starken Gegner wir sicherlich eine Top-Leistung vonnöten sein. (Quelle: Vorschau Peter Gattaut, FCR).
"Zum nächsten Heimspiel wartet der FV Vilseck auf uns. Vilseck konnte am vergangenen Wochenende eindrucksvoll gewinnen und wird somit mit breiter Brust anreisen. In solchen Spielen entscheiden oft Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage, deshalb ist mit einem spannenden Fight und einem engen Spiel zu rechnen. Wir sind aber gut gerüstet", so FCR-Coach Bernd Scheibel.
Zum Mittelfeldduell beim Tabellennachbarn reisen die Garnisonsstädter mit der Gewissheit, auf einen heimstarken Gastgeber zu treffen. Dennoch sieht man Chancen, diesem Zählbares abzuknöpfen. Gästecoach Tobias Graßler erklärt, wie es gehen soll:
"Mit Rieden treffen wir auf eine absolute Top-Mannschaft mit enormer Offensivqualität. Ihr aktueller Tabellenplatz spiegelt ihr tatsächliches Niveau definitiv nicht wieder. Sie werden mit Sicherheit alles daransetzen, die Punkte zuhause zu behalten, um den Anschluss nach ganz vorne nicht abreißen zu lassen. Aber auch wir wollen und müssen weiter punkten. Auch wenn wir uns momentan irgendwo im Nirgendwo der Tabelle befinden, hat man heuer bereits gesehen, wie schnell es gehen kann. Für uns gilt es daher, die starke Offensive von Rieden in den Griff zu bekommen und gleichzeitig unsere eigene Spielstärke auf den Platz zu bringen. Gelingt uns das, ist auch gegen Rieden etwas Zählbares möglich."
Nach dem Heimsieg gegen Haselmühl mutete das desolate 0:7 des SVK in Vilseck wie ein Schlag ins Gesicht an. Sicherlich wird es deutliche Worte gegeben haben. Dass die beiden Coaches gegen den Gegner aus dem Vilstal eine Reaktion erwarten, ist klar. Einstellung, Leidenschaft, der unbedingte Wille, ein Spiel zu gewinnen - als das wird gefordert sein, um dieses eminent wichtige Heimspiel zu gewinnen. Den SVS erwartet ein Gastgeber, der mit dem Rücken zur Wand steht. Das heißt, das neben dem spielerischen Element auch die Körperlichkeit eingebracht werden muss, um dieses "Sechs-Punkte-Match" gegen die direkte Konkurrenz im hinteren Tabellendrittel zu gewinnen.
"Es zählt am Freitag nur ein Sieg. Da gibt es keine Ausreden mehr. Vor allem geht es auch darum, wie man ein Kreisligaspiel angeht. In den letzten Spielen haben wir sehr viel vermissen lassen. Wir werden sehen", so die deutlichen Worte von SVK-Coach Oliver Lassmann.
"Uns steht ein wichtiges Auswärtsspiel bevor. Freitagabend in Köfering, da weiss jeder, dass es eine heikle Aufgabe wird. Köfering wird um jeden Zentimeter kämpfen und ist mit Sicherheit auf Wiedergutmachung aus. Wir wollen an der Leistung der letzten beiden Spiele anknüpfen, sollte uns das gelingen, bin ich optimistisch, das wir uns dann auch mit Punkten dafür endlich belohnen", erklärt der Spielertrainer der Gäste, Alex Greger.
"Es ist angerichtet" für ein echtes Topspiel im Pandurenpark. FuPa überlässt die Einstimmung auf dieses mit Spannung erwartete und seine Anziehungskraft sicherlich nicht verfehlende Duell den beiden Trainern, die sich ausführlich äußern:
"Wenn man nach elf Spieltagen ganz vorne steht, ist das kein Zufall mehr. Man hat es sich sicher verdient. Ursensollen hat eine gute Mischung aus Offensive und Defensive. Dass sie Spiele noch spät für sich entscheiden können, zeigt ihre körperliche Fitness - auch, dass sie Spiele gewinnen, in denen man einige Gegentore bekommt. Insgesamt schaut es nach einer kompakten Einheit aus. Dennoch - wir haben ein Heimspiel, das wir gewinnen wollen. Müssen aber dafür schon vieles abrufen. Müssen hellwach bei Kontersituationen sein, müssen bei den langen Bällen des Gegners die zweiten Bälle bekommen und insgesamt enorme Laufbereitschaft mitbringen. Es wird insgesamt vieles an uns selber liegen", sagt Martin Kratzer, Coach des SVR.
"Am Samstag wartet mit Raigering ein echtes Schwergewicht der Liga auf uns. Die Truppe hat in den letzten Wochen eine beeindruckende Serie hingelegt und gezeigt, warum viele sie - mich eingeschlossen - schon vor der Saison als heißen Aufstiegsfavoriten auf dem Zettel hatten. Mit vielen starken Einzelspielern, frischen Talenten aus der eigenen Jugend und der Rückkehr von Trainer Martin Kratzer haben sie richtig Qualität dazu gewonnen. Auch wenn die Tabelle aktuell ein anderes Bild zeigt - für mich ist Raigering klar der Favorit und Anwärter Nummer eins auf den Aufstieg. Wir selbst wollen an die starke zweite Halbzeit in Königstein anknüpfen und unsere Tugenden auf den Platz bringen: Teamgeist, Leidenschaft und vollen Einsatz. Wenn es uns gelingt, wieder alles reinzuhauen und an unsere Leistungsgrenze zu gehen, dann können wir auch gegen so eine Top-Mannschaft auswärts bestehen", so das Statement von Gästespielercoach Thomas Kotzbauer.
