
Er war kein einfacher, ja ein streitbarer Typ. Er hatte Ecken und Kanten und scheute keine Konfrontation. "Gerne bin ich zu einer Diskussion bereit", lautete sein Credo. Gleichgültig ließ er fast niemanden. Jetzt ist Bert Hierl im Alter von fast 71 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben. Mit ihm verliert der ostbayerische Amateurfußball einen seinen größten Gönner.
Bert Hierl wurde am 20. Juli 1954 in Straubing geboren. Gut zwei Wochen nach dem "Wunder von Bern", als Deutschland überraschend Weltmeister wurde und in den harten Nachkriegsjahren wieder kollektiv Hoffnung schöpfte. Sein Faible für den Fußball der Region war legendär, ebenso seine Schwäche für Glimmstengel. Ohne Zigarette sah man ihn eigentlich so gut wie nie. Vor allem durch sein jahrelanges Engagement beim TSV 1883 Bogen, beim VfB Straubing und zuletzt bei Fortuna Regensburg wird der umtriebige Unternehmer den ostbayerischen Fußballfreunden in Erinnerung bleiben. Wenn wir`s machen, dann richtig - das war einer seiner Leitsprüche. Bert Hierl machte nie einen Hehl daraus, dass er für sein Hobby auch Geld in die Hände nahm. Auch in Sachen Sponsorenakquise ging er oft neue, unkonventionelle Wege. Das passte freilich nicht allen und rief nicht wenige Kritiker auf den Plan. Von Anfeindungen ließ er sich jedoch nie beirren. Wenn er von einer Sache überzeugt war, dann blieb er auch standhaft und hartnäckig.
Warum er sich für den Fußball in der Heimat engagierte? "Weil einfach der Amateurfußball meine Leidenschaft ist. Mit dem Profifußball kann ich nichts mehr anfangen", sagte er vor einigen Jahren in einem ausführlichen Gespräch gegenüber FuPa. Bei einem Verein etwas aufzubauen, das hat ihn stets gereizt.
Was vielleicht viele gar nicht wissen: Bert Hierl war sozusagen ein Mann der ersten Stunde bei "FuPa" und engagierte sich enorm, um das Portal aus der Taufe zu heben. Früh erkannte er das Potential und ließ sich auch von denjenigen nicht beirren, die vor über 15 Jahren eine Online-Amateurfußballplattform noch eher spöttisch belächelten. Ums Geldmachen ging`s ihm dabei aber nie. Mit seiner Firma Hierl & Müller hat er ab dem Jahr 2009 als erster größerer Werbepartner FuPa unterstützt. Von 2011 bis 2013 hat er ebenfalls mit der Firma Hierl & Müller als erster FuPa Franchise-Partner das Gebiet FuPa Oberpfalz aufgebaut.
Ende des Jahres 2022 zog sich Bert Hierl schon gezeichnet von seiner Krankheit aus dem Fußball zurück und beendete sein Engagement bei Fortuna Regensburg. Seitdem war es still geworden um ihn. Damit es ihm auf seiner letzten Reise an nichts mangelt, haben ihm seine Liebsten eine Schachtel Marlboro, einer Dose Nivea-Creme und das Etikett einer Cola-Flasche mit auf den finalen Weg gegeben. Möge der Fußballgott gnädig mit ihm sein und ihm ein lauschiges Plätzchen mit Aschenbecher freihalten. Ruhe in Frieden Bert!