
Die Berger Reserve gewinnt das Derby mit 2:1. Ein später Elfmeter wird verschossen, doch Berg schlägt in den letzten Minuten zurück.
Im Topspiel der A-Klasse 5 lieferten sich der Tabellendritte FSV Höhenrain II und der bis dato neuntplatzierte MTV Berg II ein Duell auf überraschend hohem Niveau – mit dem besseren Ende für die Gäste. Mit einem 2:1-Auswärtssieg setzt Berg ein Ausrufezeichen und darf plötzlich wieder von höheren Tabellenregionen träumen.
Die Partie begann schwungvoll, wobei die Gäste den besseren Start erwischten. „Wir waren leicht überlegen und haben das Spiel durch eine geschlossene und kämpferisch starke Teamleistung verdient gewonnen. Über weite Strecken waren wir das bessere Team“, erklärte Bergs Trainer Benjamin Kunick nach Abpfiff. Besonders in den ersten 20 Minuten drückte seine Mannschaft aufs Tempo und erspielte sich mehrere hochkarätige Möglichkeiten – unter anderem eine Serie von drei bis vier gefährlichen Ecken in Folge.
Doch zunächst fehlte die Effizienz – und Höhenrain schlug spät zu. In der 70. Minute nutzten die Hausherren ihre Chance eiskalt: Lukas Reinhart traf zum 1:0. „Es war ein ausgeglichenes Fußballspiel, für die A-Klasse ein Spiel auf sehr hohem Niveau“, bilanzierte Höhenrains Coach Martin Brücklmeier. Er ergänzte: „Höhenrain und Berg haben wirklich sehr starke zweite Mannschaften, das hat man heute gesehen.“
Berg ließ sich vom Rückstand nicht beirren – auch wenn sich die Gäste zunächst selbst im Weg standen. Nach grobem Fehlpass im Spielaufbau folgte ein Foul an Florian Brücklmeier, und es gab Elfmeter. „Den müssen wir uns klar selbst zusprechen“, ärgerte sich Kunick. Doch Tim Closs setzte den Ball an die Latte. Umso bitterer: Das 1:0 fiel „aus dem Nichts“, wie Kunick betonte – bis dahin sei es neben dem Strafstoß die einzige echte Torchance der Höhenrainer gewesen.
Doch in der Schlussphase drehte Berg die Partie eindrucksvoll. In der 76. Minute fiel der verdiente Ausgleich: Moritz Ott vollendete einen schön herausgespielten Angriff zum 1:1. Als sich viele bereits auf ein Remis einstellte, schlug Berg erneut zu: In der 90. Minute köpfte Moritz Kammermayer nach einer Ecke zum 2:1-Siegtreffer ein.
Höhenrain hatte gegen Ende des zweiten Durchgangs zwar selbst mehrere gute Möglichkeiten, ließ diese jedoch ungenutzt. „Wir haben zu lange gebraucht, um ins Spiel zu finden, uns dann aber immer besser eingespielt. In der zweiten Halbzeit hatten wir viele Chancen, die wir nicht nutzen – und im Gegenzug bekommen wir eben hinten zwei Dinger. So ist Fußball“, resümierte Brücklmeier und gratulierte fair: „Glückwunsch an die Berger.“
Für Berg war es ein besonderer Erfolg – auch wegen der Umstände: Es war das erste Spiel auf Naturrasen, seit Kunick vor einem Monat das Traineramt übernommen hatte. Und der Sieg hat Auswirkungen auf die Tabelle. Berg klettert auf Rang neun und darf nun vorsichtig nach oben blicken. „Mit dem heutigen Sieg können wir von einem besseren Tabellenplatz träumen – Platz sechs wäre toll“, so Kunick.