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Allgemeines

Der Machtkampf beim KFC Uerdingen eskaliert weiter

Der amtierende Vorstand des Oberligisten und die „Freunde und Förderer“ bezichtigen sich gegenseitig krimineller Handlungen. So rücken die sportlichen Leistungen in den Hintergrund.

von RP/ Marvin Wibbeke · 30.07.2025, 12:00 Uhr · 0 Leser
Das Grotenburg-Stadion des KFC Uerdingen.
Das Grotenburg-Stadion des KFC Uerdingen. – Foto: Marcel Eichholz

Nur allzu gerne würde man beim KFC Uerdingen rein sportliche Schlagzeilen schreiben. Denn die Leistungen auf dem Platz sind in der Vorbereitung durchaus ansprechend, auch nach fünf Testspielen ist die neu zusammengestellte Mannschaft noch ungeschlagen. Doch angesichts der Insolvenz, in der sich der Verein befindet, in Kombination mit dem Machtkampf und dem langen Warten auf die hoffentlich klärende Mitgliederversammlung ist dies scheinbar nur ein frommer Wunsch. Denn die Realität sieht anders aus. Eine neue Eskalationsstufe ist erreicht.

Viel ist in den vergangenen Wochen vom immer noch amtierenden Vorstand des KFC Uerdingen nicht zu vernehmen gewesen. Anfang Juli hatte sich das dreiköpfige Führungsgremium um den Vorsitzenden Thomas Platzer über die sozialen Medienein acht Punkte umfassendes Statement veröffentlicht, in dem sie die Entwicklung des KFC angeprangert wird – und auch Vorwürfe gegen die „Freunde und Förderer des KFC Uerdingen“ (FuF) fallen. Unter anderem waren Datenschutzverstöße geäußert worden.

Heftige Vorwürfe

Jetzt geht der Streit in die nächste Runde, und die Vorwürfe werden heftiger. Auslöser war demnach ein Vorfall am vergangenen Mittwoch. Der amtierende Vorstand hat in einer Facebookgruppe publik gemacht, dass kurz nachdem man selbst die Geschäftsstelle des KFC Uerdingen, das sogenannte „Gelbe Haus“, verlassen habe, Teile der „Freunde und Förderer“ mit einem Schlüsseldienst „die Eingangstür und alle weiteren sich im Haus befindenden Türen aufgebrochen und die Schlösser ausgetauscht“ haben sollen. „Der amtierende Vorstand wird damit ohne Legitimation vom Betreten der Geschäftsstelle und der Ausübung seiner Pflichten ausgeschlossen“, heißt es in dem Statement weiter. Die Türen seien ohne Gerichtsbeschluss, ohne Anwesenheit des Eigentümers und ohne Information an den Vorstand gewaltsam geöffnet worden. Auch Diebstahl wirft der amtierende Vorstand den „Freunden und Förderern“ vor. „Nach dem Aufbrechen der Räumlichkeiten wurden diverse Gegenstände entwendet“, heißt es weiter.

Dass sich am vergangenen Mittwoch etwas im „Gelben Haus“ getan hat, scheint unstrittig. Denn auch die „Freunde und Förderer“ bestätigen, dass sie die Geschäftsstelle, zu deren Räumen sie bislang keinen Zutritt hatten, betreten haben. Allerdings stellen die FuF die Sachlage ganz anders dar – und erheben ihrerseits Vorwürfe gegen den amtierenden Vorstand. Auch hier geht es unter anderem um Diebstahl.

FuF kontert Diebstahl-Vorwürfe

So habe man „in Vollmacht und in Vertretung des Insolvenzverwalters Thomas Ellrich gemeinsam mit der Stadt Krefeld und der Polizei Krefeld Zutritt zum ‚Gelben Haus‘, auf dem Gelände des Grotenburg-Stadions erhalten“, schreiben sie in einer Stellungnahme. Da sich der KFC Uerdingen seit dem 1. April dieses Jahres in einem eröffneten Insolvenzverfahren befinde, habe der Vorstand „daher keinerlei Verfügungsbefugnisse über den Verein und allem, was sich im Besitz oder Eigentum des Vereins befindet“, heißt es weiter. Hinzu komme, dass die Stadt Krefeld dem KFC zum 31. Mai 2025 die Nutzung des „Gelben Hauses“ gekündigt habe.

Den amtierenden Vorstand habe dies aber nicht interessiert, schreiben die „Freunde und Förderer“. So habe sich der Vorstand mehrfach verweigert, die Schlüssel der Stadt oder dem Insolvenzverwalter zurückzugeben. Zudem seien bis vor wenigen Tagen regelmäßig Vorstandsmitglieder des KFC und ihnen nahestehende Personen in der Geschäftsstelle und im Stadion gesehen worden. Das hatte der amtierende Vorstand durch sein eigenes Statement ja auch bestätigt.

Zuletzt, so schreiben es die FuF, habe es den Anschein gehabt, dass EDV und weiteres Mobiliar, das sich im Vereinseigentum befand, entwendet worden sei: „Zur Sicherung der Insolvenzmasse kam es nun zum Zutritt und zum Austausch der Schlösser durch einen professionellen Schlüsseldienst.“ Nach einer ersten Sichtung habe sich der Verdacht der Entnahme von Vereinseigentum erhärtet. Aktuell erfolge eine Bestandsaufnahme, schreiben die „Freunde und Förderer weiter.

Die gegenseitigen Vorwürfe zeigen, dass das letzte Wort hier noch nicht gesprochen ist. Bis es nicht die klärende Mitgliederversammlung gibt, wird die Schlammschlacht weiter gehen.