
Wenn der letzte Spieltag ruft, dann hält das Emsland und darüber hinaus den Atem an – oder pustet nochmal kräftig in die Vuvuzela. Emotionen, Tränen, fliegende Bierflaschen (natürlich leer), Platzstürme - der Fußball, wie er ehrlicher nicht sein kann, hat nochmal alles rausgehauen.
Eintracht Nordhorn erledigte ihr Meisterstück in Neuenhaus mit nordhorntypischer Sachlichkeit. 2:0. Kein Lametta, kein Zauber, aber eben die Art von Fußball, mit der man Titel gewinnt. Glückwunsch! Die Borussia 08 aus Neuenhaus und der VfL Emslage dürfen trotzdem in der Bezirksliga weitermachen. Warum? Weil der ASV Altenlingen (gefühlt seit Wochen auf Koffein-Overdrive) dem SV Bawinkel endgültig in die Emslandliga schickte. Da hilft kein Meckern.

In Werlte? Alles klar gewesen. Meister, Party, Freibier. Concordia Emsbüren zieht als Vizemeister mit hoch. Unten war’s spannender. RW Heede und Brögbern standen schon am Bahnsteig Richtung Abstieg, aber wer würde mitfahren? Lengerich-Handrup zündete gegen Eintracht Börger den Rettungsanker – 3:0! Damit war klar: Lengerich bleibt! Kein Abstiegsdrama mehr, nur ein kleines Kribbeln im Nachgang. Der SV Dalum schielt immer wieder auf den Liveticker, den Bokeloh schenkte Ihnen nichts. Rütenbrock? Diese Geschichte schreibt nur der Amateurfußball. 4:3 gegen Flechum - Klassenerhalt mit Herz, Schweiß und vermutlich vollem Vereinsheim. Und der SV Flechum tritt nach einem Jahr Emslandliga die Rückreise an.


Und dann diese Geschichte: ASV Altenlingen II musste sich auf Adler Messingen verlassen. Die schossen sich mit einem 9:2 gegen Salzbergen II fast in den Guinness-Rekord-Buch, nur um dann den Liveticker zu verfluchen, denn Grenzland Twist siegte und schnappte sich die Meisterschaft. Auch das ist Fußball: Hoffnung, Wut, Tränen, alles in 90 Minuten.

Lahn/Wieste machte es Hollywood-like: 6:1 gegen Aschendorf II, nachdem Lehe/Neulehe mit einem 4:4 Walchum/Hasselbrock aus dem Meisterschaftsrennen kitzelte.
Und Neuringe? Die standen vor dem Spiel gegen Tinnen in der paradoxesten Lage der Welt: verlieren unmöglich, selbst ein 0:12 hätte gereicht. Es wurde am Ende ein lockeres Spiel. Glückwunsch zum Titel!

Und bei den Damen? Spelle-Venhaus/Varenrode ballerten sich mit 8:1 ins Pokalfinale, der SC Osnabrück II wartet. Und wenn die Mädels dort auch so aufspielen, ist der Pokal nur Formsache.
Fazit: Ein letzter Spieltag wie aus dem Fußball-Bilderbuch. Herzblut. Heldentum. Heiserkeit. Nur eins bleibt: der kalte Entzug bis zum ersten Testkick im Juli ...