Topscorer beim TSV Aubstadt: Joshua Endres (vorne).
Topscorer beim TSV Aubstadt: Joshua Endres (vorne). – Foto: Michael Buchholz

Der Kulturschock tut ihm gut

Joshua Endres (25) hat im Fußball schon viel gesehen - warum er im beschaulichen Aubstadt gelandet ist

Es war ein beachtlicher Transfer, den der TSV Aubstadt im Sommer 2021 verkünden konnte! Viele staunten nicht schlecht, als der Dorfverein aus dem Grabfeld mit Joshua Endres einen ehemaligen Junioren-Nationalspieler präsentieren konnte. Der gebürtige Würzburger wurde im Nachwuchsbereich von RB Leipzig "auf höchstem Niveau", wie er selbst sagt, ausgebildet, spielte in der U18 und U19 ingesamt sechsmal für Deutschland. Anschließend zog es ihn in den Westen der Republik, wo er für den KFC Uerdingen, Fortuna Düsseldorf und Rot-Weiß Essen die Schuhe schnürte. Vom Ruhrpott hat er sich verabschiedet und ist nun in der zweiten Saison im beschaulichen Grabfeld am Ball - mit großem Erfolg.

"In Essen war das schon komplett anders als in Aubstadt. Hier spielen wir vor 500 Zuschauern, in Essen haben wir selbst in der Regionalliga vor 10.000 oder 15.000 Zuschauern gespielt", sagt Joshua Endres und vergleicht: "In Aubstadt ist dafür alles familiärer. Ich komme ja aus der Gegend, meine Familie ist hier, die Freundin ist mit dabei. Das passt." In der gewohnten Umgebung kann sich Endres voll auf den Fußball konzentrieren. In seiner ersten Saison beim TSV Aubstadt gelangen dem Außenbahnspieler zwölf Treffer. In der laufenden Spielzeit ist er auf dem besten Weg, diese Marke zu übertreffen. Nach elf Einsätzen hat er bereits acht Tore auf dem Konto. "Ich bin bislang ganz zufrieden, es läuft besser als gedacht. Wäre schön, wenn ich die Quote aus dem Vorjahr übertreffen könnte", schmunzelt er. Das sollte er in den verbleibenden 26 Partien locker hinkriegen. Läuft es weiter so prächtig, dürfte sich Endres auch wieder in den Fokus der Profiklubs spielen. Mit 25 ist der Zug noch nicht abgefahren, oder? "Nein, das Thema habe ich noch nicht abgehakt", lässt er wissen. Sein Vertrag in Aubstadt läuft noch bis Sommer 2024.

– Foto: Michael Buchholz


In nächster Zeit wird er sich aber auch noch einem anderen Thema widmen. Stichwort zweites Standbein. "Im Oktober werde ich den Einstellungstest bei der Polizei absolvieren. Klappt das, werde ich in Nürnberg eine Ausbildung machen und würde gerne dann anschließend in Würzburg eingesetzt werden", verrät er. Vorausgesetzt, verspätetes Glück im Profifußball kommt ihm da nicht dazwischen. Dafür würde er den Dienst im Streifenwagen sicher noch ein wenig hinten anstellen.

Aufrufe: 019.9.2022, 09:00 Uhr
Mathias WillmerdingerAutor