Böse Abreibung für die Landesliga-Fußballer des Kirchheimer SC: Der Tabellen-Achte quittierte mit dem 0:6 beim bis dahin nur unwesentlich besser platzierten TSV Grünwald seine höchste Saisonniederlage und erwischte einen rabenschwarzen Tag. Dass viele seiner Spieler schon beim Aufwärmen auf dem Hockeyfeld vergeblich festen Stand suchten und dann sogar zu ihren Hallenschuhen griffen, wollte Trainer Steven Toy nicht als Ausrede gelten lassen: „Grünwald war in allen Belangen besser, und das Ergebnis ist auch in dieser Höhe gerechtfertigt. Da hat sich ein Klassenunterschied aufgetan.“
Der 37-Jährige hatte seine Schützlinge vor der Spielstärke des in seinen Augen unangenehmen und fußballerisch starken Kontrahenten gewarnt. Doch schon nach drei Minuten ließ sich seine Elf von den Gastebern überraschen und geriet in Rückstand: Daniel Leugner pflanzte die Kugel aus 25 Metern ins Kreuzeck, nachdem die Kirchheimer im Vorwärtsgang leichtsinnig den Ball verloren hatten.
Beim zweiten und vierten Gegentreffer erzielte Grünwalds 1,90 Meter großer Verteidiger Gabriel Wanzeck nach perfekt getimten Eckstößen seine ersten beiden Saisontore (20./33.). Beim 0:3 hatte zunächst Raphael Schneider Pech, dass ihm der Ball nach einem Chip-Pass hinter die Kette an die Schulter sprang, dann konnte sein Keeper Sebastian Kolbe die Kugel nur prallen lassen, und David Halbich schloss das Pingpong-Spiel zu Gunsten der Gastgeber ab (27.).
Auf der anderen Seite vergab Kapitän Sebastian Zielke die beste Gelegenheit für seine Farben, als der Pfosten seinem Torerfolg im Weg stand (25.). „Da hatten wir über einige Minuten hinweg eine Phase, in der es so aussah, als bekämen wir Zugriff“, sagte Toy. TSV-Torwart Timon Körber parierte noch einen Freistoß von Sami Benrabh (37.), dann schlichen die Kirchheimer mit einem 0:4-Rückstand in die Kabine.
Nach dem Wechsel war dann KSC-Keeper Kolbe Endstation für zwei weitere aussichtsreiche Offensivaktionen der Heimelf, die dennoch das halbe Dutzend vollmachte. Nach einem Pass durch die Schnittstelle der Abwehr traf erneut Daniel Leugner (62.), dann setzte Yannick Frey mit dem Premierentreffer für seinen neuen Klub per direkt verwandelten Freistoß den sehenswerten Schlusspunkt (83.). Den Kirchheimern blieb ein Ehrentor verwehrt – Marco Flohrs verfehlte den Kasten nur knapp (89.). Toys ernüchterndes Fazit: „Wir haben uns nicht genügend gewehrt, so darfst du dich nicht abschlachten lassen.“