
Der HSV Langenfeld befindet sich in der Bezirksliga inmitten einer Siegesserie aus drei Partien. Durch die optimale Punkte-Ausbeute hat sich die Elf von Trainer Roberto Marquez auf den fünften Tabellenrang vorgeschoben und sieht sich daher nun selbst in Lauerstellung in Richtung der besten Vier. Dafür bedarf es in der alsbald startenden zweiten Saisonhälfte im kommenden Jahr jedoch einer Verbesserung auf fremden Plätzen und einer speziellen Entwicklung insbesondere bei den jungen Akteuren im Team.
Während es für den HSV auf der heimischen Anlage unter dem neuen Übungsleiter bisweilen sehr gut läuft, und Marquez den ansehnlichen, schnellen und schönen Fußball lobt, tun sich die Langenfelder abseits der eigenen Gefilde oftmals schwer. Zu Hause holten sie bei einer positiven Tordifferenz von 13 Treffern bereits 16 Punkte – Platz drei auf dem Tableau –, während es auswärts jedoch bei einer Minus-acht-Tordifferenz nur knapp die Hälfte der Zähler sind. Für Marquez spiegelt sich in dieser Statistik die Jugendlichkeit seiner Auswahl wider.
Zuletzt zeigte sich diese Tendenz beim 3:2-Erfolg bei Aufsteiger und Abstiegskandidat Hackenberg. Dort benötigte der HSV nach der Pause eine späte Aufholjagd, um einen Zwei-Tore-Rückstand wettzumachen. „Wir wollen zu oft mit dem Kopf durch die Wand“, urteilt Marquez. „Das erste Tor war dann ein Dosenöffner.“ Dennoch nehme seine Elf, gerade bei Gastspielen, zu viele Gegentreffer hin. Gerade die jungen Spieler müssten noch verstehen, die Gesamtheit einer Saison zu betrachten. Demnach gewinnen Teams dank einer potenten Offensive zwar einzelne Spiele, doch letztlich ist das Defensivverhalten der Schlüssel zu einer erfolgreichen Spielzeit. „Das ist ein Prozess, der in der Mannschaft noch ein wenig reifen muss“, berichtet der Trainer.
Ohne die offensichtliche Schwäche auf fremdem Geläuf wäre für den HSV sicher eine noch bessere Tabellenposition möglich. Verbessert es sich dahin gehend, glaubt Marquez sein Ensemble grundsätzlich aber schon in einer guten Ausgangslage, um die Top Vier anzugreifen und zu ärgern, sollte sich die Möglichkeit ergeben. Schließlich sind es bei oberflächlicher Betrachtung zwar zwölf Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Reusrath, die Ligaspiele gegen die Auswahl von Marco Schobhofen stehen gleichwohl noch beide auf dem Spielplan – eines davon nächste Woche. Bei zwei Siegen schneidet Langenfeld den Rückstand auf die Hälfte zurück. Daher gilt es, den angestrebten Kontakt zu den vier Mannschaften oben zu halten. „Damit wir, wenn sie ins Straucheln kommen, eine Möglichkeit haben, ranzukommen“, erläutert Marquez.
Dafür muss der HSV jedoch die eigenen Hausaufgaben zunächst erfolgreich erledigen – am Sonntag (15.15 Uhr, Heinrich-Völkel-Anlage) heißt die: Viktoria Rott. Aufgrund des Heimspiels und der Tabellenkonstellation, bei der die Hausherren acht Zähler vor den abstiegsbedrohten Gästen stehen, begreifen sich die Langenfelder als leichten Favoriten. Dennoch warnt Marquez vor der Begegnung. Immerhin konnte die Viktoria zuletzt Germania Wuppertal mit 7:0 besiegen. Überdies geht es für die Teilnehmer in der und rund um die Abstiegszone schon jetzt um viel. „Sie werden alles daran setzen, nicht unten reinzurutschen“, sagt Marquez und erwartet demnach eine kampfstarke Truppe. Die verfügt mit Torjäger Nermin Hadzic über einen treffsicheren Stürmer, der in elf Einsätzen zwölfmal netzte.