2026-06-09T05:59:15.975Z

Relegation

Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte

Relegation zur Landesliga Rhein-Neckar +++ Der VfB Rauenberg kann am Samstag zum ersten Mal seit 1998 in die Landesliga aufsteigen +++ Gegner Viernheim ist eine extrem hohe Hürde

von red. · Heute, 17:00 Uhr · 0 Leser
Nico Hillenbrand peilt mit seinen Rauenbergern den Landesliga-Aufstieg an.
Nico Hillenbrand peilt mit seinen Rauenbergern den Landesliga-Aufstieg an. – Foto: Foto Pfeifer

Nico Hillenbrand hat in seiner Karriere schon viel erlebt. Für Borussia Dortmund hat der 39-Jährige ein Bundesligaspiel gemacht. Zudem spielte er mehrfach im DFB-Pokal, traf gegen die damaligen Erstligisten Hannover 96 und SV Darmstadt. Doch die Situation am Samstag ist auch für einen wie ihn nicht alltäglich. "Eine Relegation ist immer besonders und mit dem Heimatverein nochmal mehr", sagt der Trainer des VfB Rauenberg vor dem Finale der Landesliga-Relegation gegen den TSV Amicitia Viernheim.

Die Aussage macht deutlich, um was es geht. Gewinnen die Mannaberger am kommenden Samstag das Spiel gegen Viernheim, den Fünftletzten der vergangenen Landesliga-Saison, würden sie zum ersten Mal seit 1998 in die Landesliga Rhein-Neckar aufsteigen. Eine Klasse, der man in der gesamten Vereinsgeschichte insgesamt erst vier Jahre angehörte (1994–98). Keine Frage: Der Aufstieg wäre, neben dem Aufstieg von 1994 und den Pokalsiegen, der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte.

Es verwundert daher nicht, dass große Euphorie die gesamte Gemeinde erfasst hat. Schon zum Halbfinale in Sinsheim reisten knapp 300 stimmungsvolle Schlachtenbummler der Mannschaft hinterher. Dieses Wochenende dürften es nochmal mehr werden. "Wir geben als Verein und Stadt ein super Bild ab", stellt Hillenbrand zufrieden fest.

Die Qualität der Mannschaft gibt allen Grund zum Optimismus. Rauenberg steht in der Defensive gut, kassierte bislang im Schnitt lediglich ein Tor pro Spiel. In der Offensive hat man durch die Viererreihe Siaka Berete, Riccardo Hickel, Moritz Höffner oder Tom Gieseler allerhöchste Qualität. Beim 3:1-Halbfinalsieg gegen den Sinsheimer Vertreter SV Treschklingen stürzte das Quartett den Gegner phasenweise von einer Verlegenheit in die nächste. Mit diesem Potenzial muss man sich auch auf Landesliganiveau definitiv nicht verstecken.

Jeder im Verein spürt: Rauenberg ist bereit für mehr. Es muss nur noch der letzte Schritt gemacht werden!

Doch bei aller Vorfreude: Ein ganz großes Hindernis gibt es noch auf dem Weg zum historischen Erfolg. Denn so sehr der VfB auf den Samstag hinfiebert, die Aufgabe könnte größer kaum sein.

Der Gegner, Amicitia Viernheim, spielte eine solide Landesliga-Runde, holte satte 39 Punkte. Mit dieser Ausbeute wäre man in anderen Jahren im Mittelfeld gelandet, rutschte nur unglücklich am letzten Spieltag in die Relegation.

Im Halbfinale fegte "Ferne" die starke SG Oftersheim mit 5:1 regelrecht vom Feld. Das Nachsitzen soll auf jeden Fall ein Betriebsunfall bleiben.

Viernheim ist individuell gut besetzt, hat mit Boris Busalt und Benni Waldecker (mit dem Nico Hillenbrand in Sandhausen zusammenspielte) zwei Experten auf der Trainerbank. Das Momentum scheint ebenfalls auf Seiten der Grün-Blauen zu liegen. Aus ihren letzten sieben Partien gewannen sie sechs.

Entsprechend weiß auch Hillenbrand: "Ich habe schon vor der Relegation gesagt, dass Viernheim der Favorit ist. Sie haben einen landesligaerfahrenen Kader und gerade in der Offensive sehr gute Spieler. Das wird richtig schwer."

Doch gerade das macht ja auch den Reiz aus. Bei einem Sieg dürfte die Party nur noch größer werden. "Am Feiern soll es bei uns nicht scheitern", verrät Hillenbrand schon mal.

Daher rüstet sich nun nochmal der ganze Verein. Spieler, Fans und Zuschauer mobilisieren alle Kräfte für den letzten kleinen, aber doch so großen Schritt. "Ich erhoffe mir, dass wir wieder so auftreten wie letzten Samstag schon. Dann werden wir den Aufstieg hoffentlich auch packen", blickt Hillenbrand voraus.

Dem ist nichts hinzuzufügen.