
Ja, es war ein Bayernliga-Topspiel. Allerdings nur von einer Mannschaft, nämlich seitens der U21 des TSV 1860 München. Der Spitzenreiter schickte den Tabellendritten FC Deisenhofen mit einer 5:0 (3:0)-Packung nach Hause. „Uns wurden heute ganz klar die Grenzen aufgezeigt“, gab FCD-Coach Andreas Pummer offen zu.
Die Löwen legten los wie die Feuerwehr, erzeugten Dauerdruck, attackierten die Deisenhofner schon am eigenen Strafraum und hatten gleich einige Großchancen. FCD-Torwart Maximilian Obermeier kam an der Strafraumgrenze gerade noch rechtzeitig vor Fabio Wagner an den Ball, den Nachschuss setzte Noah Klose neben das leere Tor (7.). Dann spielte Valentin Köber Niclas Groß am eigenen Sechzehner an, doch die Hausherren eroberten sofort die Kugel, Köber konnte gegen Wagner in höchster Not zur Ecke klären (10.). Obermeier zeigte noch eine starke Parade gegen Finn Fuchs (14.), dann passierte es: Nikolaos Gkasimpagiazov bremste Arin Garza unfair, Cristian Leone verwandelte den fälligen Elfmeter zum höchst verdienten 1:0 (19.). „Wir sind gar nicht gut ins Spiel gekommen, hatten Fehler im Spielaufbau, mit denen wir den Gegner stark gemacht haben“, urteilte Pummer über die Anfangsphase.
Und es wurde nicht besser, immer wieder erzeugte Sechzig Stress für Obermeier und dessen Abwehr. Als es der FCD dann endlich mal nach vorne schaffte, fing er sich prompt einen Traumkonter über Garza und Wagner, den Klose zum 2:0 vollendete (28.), Fuchs erhöhte nach einer Flanke des enorm quirligen Garza per Kopf auf 3:0 (38.). „In der ersten Halbzeit war das ein Klassenunterschied“, so Pummer.
Nach der Pause nahm seine Truppe wesentlich aktiver am Spiel teil, die ersten Großchancen hatten aber wieder die Löwen. Obermeier musste sich gegen Garzas Versuch aus der zweiten Reihe mächtig strecken (53.), Leone zielte nach einer starken Kombination mit Xaver Kiefersauer haarscharf vorbei (56.), Wagner prüfte Obermeier ein weiteres Mal (57.). Kurz darauf war der FCD mit einem Mann mehr auf dem Feld, Garza sah nach einer Schwalbe Gelb-Rot (58.). Deisenhofen konnte seine zunehmenden Feldvorteile bei allem Bemühen aber nicht zum Anschlusstreffer nutzen. Die Löwen schlugen in der Schlussphase hingegen noch zweimal mit schnell und präzise herausgespielten Treffern von Leone zu (87., 90.), was Pummer „ärgerlich“ fand: „Die zwei Konter am Schluss waren überflüssig.“
An seiner schonungslosen Analyse änderte das 4:0 und 5:0 aber nichts Grundsätzliches mehr: „Die Athletik und die Passgenauigkeit von Sechzig: Das ist mindestens eine Klasse besser als bei uns.“ Davon könne man sich aber auch etwas abschauen, findet Pummer: „Das zeigt den Ist-Zustand und wo wir hinwollen. Das ist ein Lernprozess.“ Deshalb lautet sein Motto: „Schwamm drüber, am Donnerstag geht’s schon weiter.“ Dann erwartet der FCD den TuS Geretsried, der wohl kaum so ein Feuerwerk abbrennen wird wie die Löwen in der ersten Halbzeit. (um)
TSV 1860 München U21 - FC Deisenhofen 5:0 (3:0) FC Deisenhofen: Obermeier - Gkasimpagiazov, Köber, Freitag, Jung, Krettek (69. Weber), Groß (69. Gandl), Jost (80. Perneker), Schmid, Seidl (69. Vollmer), Kretzschmar (29. Herrmann) Tore: 1:0 Leone (19., Foulelfmeter), 2:0 Klose (28.), 3:0 Fuchs (38.), 4:0 Leone (87.), 5:0 Leone (90.) Gelb-Rot: Garza/1860 (59., Foul und Schwalbe)