
Wir haben uns wieder getraut. Ab sofort erscheinen in regelmäßigen Abständen Saisonvorschauen im FuPa Baden Gebiet, in denen wir unsere (subjektive) Meinung zur kommenden Runde samt Platzierungstipps der einzelnen Teams abgeben.
Also bitte nicht alles auf die Goldwaage legen, schließlich heißt das auch, dass wir einige Klubs auf Abstiegsplätze tippen. Seht es einfach als zusätzliche Motivation und gebt euer Bestes, unsere Einschätzungen ins Gegenteil zu verkehren.
Heute steht die Kreisklasse A Sinsheim im Fokus.
Am Ende der Saison stiegen 2023/24 stiegen die beiden türkischen Vereine sehr dominant in die Kreisliga auf. Die anderen Teams wird es freuen. Auch die Tatsache, dass zwei Auswärtsspiele weniger auf Kunstrasen ausgetragen werden, kommt den anderen A-Ligisten entgegen. Nun bleibt zu hoffen, dass die neue Saison in der Spitzengruppe wieder etwas spannender abläuft.
Dass es schwer ist eine Kreisliga A zu tippen, ist ja selbstredend. Bestes Beispiel war in der letzten Saison der TSV Steinsfurt. Gerade in der Phase, als der TSV gegen die anderen Abstiegskandidaten antreten musste, fiel der torgefährliche Spielertrainer Prommer aus.
Wer konnte erahnen, dass Mannschaften wie Zaisenhausen oder Reichartshausen ein so großes Verletztungspech in der Vorrunde haben werden. Zudem ist für viele Spieler Fußball nicht mehr so wichtig, so dass sie oftmals wegen anderer Interessen sonntags ausfallen.
Alles Dinge die nicht vorhersehbar sind. Wir drücken die Daumen, dass alle Akteure verletzungsfrei die Saison durchführen können.
SV Tiefenbach
Seitdem Jason Walzel im Weindorf das Zepter übernommen hat, geht es stetig nach oben. Zusammen mit dem sympathischen Haldun Özdemir, der vor der letzten Saison dazu gestoßen ist, bildet er ein gutes erfolgreiches Trainergespann. Interessant zu sehen, wie gut der SVT in vielen Phasen des Spiels ein offensives Gegenpressing aufzieht.
Wenn sich Burak Satilmis auf seine eigentliche Aufgabe konzentriert (das Tore schießen), anstatt auf andere Nebenschauplätze, so werden die Gelb-Schwarzen große Chancen haben, am Ende der Saison die Meisterschaft feiern zu können.
Am Kreuzbergsee gibt es jede Menge tolle engagierte Funktionäre. Die Chance ist groß, dass diese am Ende der Saison mit dem Aufstieg belohnt werden.
TSV Ittlingen
Vier Jahre konnte sich der Turn-und Sportverein in der Kreisliga halten. Im Relegationsspiel hatte man das Pech gegen starke Eppinger antreten zu müssen. Trotzdem verkaufte sich Ittlingen teuer. Überraschend war, dass das ursprüngliche Trainer-Dreigestirn nach der Winterpause auf Martin Schenk verzichten musste. Stark, dass er dem Fußball erhalten bleibt und sich der Schiedsrichtervereinigung SNH angeschlossen hat.
Glücklicherweise ist es nicht so, dass durch den Abstieg die Mannschaft auseinanderfällt. Das Gegenteil sollte der Fall sein. Zwar verliert man Rafael Sa Goncalves Richtung Biberach, aber mit dem 27jährigen Cristiano Alves gewinnt man einen Landesliga-Spieler aus Schluchtern hinzu, der sich im besten Fußballalter befindet. Alves dirigiert seine neues Team zudem viel und lautstark.
Sollte der TSV gut in die Saison starten, so wird er eine sehr gute Rolle spielen.
VfB Bad Rappenau
Zweifelsohne waren die Kurstädter die große Überraschung in der abgelaufenen Saison. Viele sahen die Großen Kreisstädter vor dem Durschmarsch in die B-Klasse. Doch der engagierte Coach Sergej Wirch baute eine stabile Truppe auf, die im Endklassement sensationell Platz 4 belegte.
Wenig Begeisterung verursacht deshalb der Abgang des 15fachen Torjägers Baronas. Doch der 21jährige möchte in der Landesliga seine nächsten Schritte gehen. Auffangen wird es der VfB mit Winterneuzugang Joe Brown und Rückkehrer Michel Weigelt. Im Waldstadion wird man in dieser Saison voraussichtlich um den Aufstieg mitspielen.
FC Weiler
Beinahe bis zum Saisonende musste der FC Weiler um den Klassenerhalt kämpfen. Für die erfolgsverwöhnten Bären eine völlig neue Situation. Doch am Steinsberg hat man die richtigen Schlüsse gezogen. Einerseits kehrt der torgefährliche Dominik Schneider zurück und andererseits konnte man für den Trainerstab Nicolas Heinrich gewinnen. Egal, wo Heinrich antritt, hinterlässt er Eindruck mit einer Fülle an Toren. Zuletzt traf er bei Landesligist Dielheim 8x in der Vorrunde. Dass er in den letzten 6 Monaten keine Spielpraxis mehr bekommen hat, sollte kein Problem darstellen.
Mit den neuen gefährlichen Spielern wird der Fussballclub wieder oben angreifen.
TSV Dühren
Coach Rico Unser gab vor der Saison das Ziel aus, im ersten Drittel landen zu wollen. Am Saisonende lief man auf Platz 7 ein und konnte das Ziel in etwa erreichen. Intern scheint man jedoch nach Höherem gestrebt zu haben, denn in der Rückrunde ließ man doch viele Punkte gegen "hintere Mannschaften" liegen. Hier hatte man den Eindruck, dass beim Sportverein schon recht früh in der Rückrunde die Luft raus war.
Auch der sich anbahnende Abgang des Ur-Dührener Torjägers Dominik Schock (15 Saison-Treffer) war ein Stimmungskiller. Da dieser Abgang nicht gleichwertig ersetzt werden kann, wird es auch in der Saison 24/25 nicht für ganz oben reichen.
FVS Sulzfeld
Nach dem sang- und klanglosen Abstieg aus der Kreisliga, haben sich die Rot-Schwarzen sehr schnell in der A-Klasse akklimatisiert. Das junge Team hat mit dem langjährigen Oberliga-Spieler Mario Bilger und dem noch immer fitten Patric Gutknecht zwei erfahrene Trainer, zu denen sie aufschauen und von denen sie lernen können.
Den Abgang von J. Laskowski sollte der erfahrene Adelshöfer Neuzugang B. Palesch auffangen. Die jungen Akteure haben nun ein Jahr Erfahrung mehr auf dem Buckel und werden erneut in der ersten Tabellenhälfte landen.
FC Eschelbronn
Leider war es für den FCE nur ein kurzes Gastspiel in der Kreisliga. Doch am Kallenberg bleibt im Bezug auf den Spielerkader alles wie gehabt. Keiner wechselt den Verein und keiner kommt von außerhalt ins Schreinerdorf. Insofern ist und bleibt die Mannschaft eingespielt. Außerdem kennen die Grün-Weißen die A-Klasse aus dem Effet. In den letzten 21 Jahren spielte man 18 Jahre in dieser Spielklasse.
Neu wurde allerdings der Trainerposten vergeben. Nach dem Rücktritt von Andreas Dinkel übernimmt nun Engin Akgül das Trainerzepter. Der 56jährige kommt aus dem Unterland.
Mit Paul Reischel kommt ein exzellenter Torjäger in die Kreisklasse A zurück. In den letzten beiden A-Klassen-Saisons gelangen ihm für den FC sage und schreibe 71 (!) Treffer. Diese Torgarantie wird auch in der Saison 24/25 für eine gute Endplatzierung sorgen.
SG Untergimpern
Man muss sich schon wundern. Die SGU stellt das älteste Team der A-Klasse und trotzdem liefert das Team Woche für Woche ab. Als absoluter Glücksgriff erwies sich der Rappenauer Neuzugang Pascal Winter. An sensationellen 33 Toren war er beteilligt (23 Tore, 10 Vorlagen).
Auf dem Blutberg kann man zur neuen Saison zwar 6 Neuzugänge begrüßen, allerdings bleibt abzuwarten, wie viele Spiele diese Akteure bestreiten werden. Bis auf Rückkehrer M. Tepper haben alle anderen Spieler sehr wenig Spielpraxis in der letzten Saison vorzuweisen.
Da man bis auf Chris Dolch das Team zusammenhält, wird die Martin-Puente Elf wieder dieselbe Rolle einnehmen, wie in der abgelaufenen Saison.
TSV Waldangelloch
Lange vor Rundenende konnte der TSV schon für die neue Spielklassse planen. Etwas enttäuschend war der große Abstand zum ersten Nichtabstiegsplatz am Ende schon.
Die Verantwortlichen sind sich aktuell noch nicht ganz einig über die Ziele in 24/25. Während Willi Staudacker unter die ersten fünf kommen möchte, ist SpA. Thomas Schick mit dem Ziel Platz 2-7 etwas bescheidener.
Um ganz vorne mitspielen zu können, benötigt man allerdings erfolgreiche Torjäger. Zwar besitzt der TSV mit Frank Ebert einen solchen, aber hier müssen sich noch mehrere Spieler hervortun, die regelmäßig treffen. Die Gegner der A-Klasse dürfen sich jedenfalls auf eine schöne Sportanlage mit einer hochanständigen Mannschaft freuen.
Wir von FuPa Baden gehen davon aus, dass es für die "Angellocher" mit ihrem neuen engagierten Trainer Alexander Runne ein Übergangsjahr wird.
VfB Eppingen II
Der VfB hatte letzte Saison einen sehr bescheidenen Saisonstart. Als das Brim-Team dann jedoch zu punkten begann, waren teilweise hervorragende Leistungen zu bestaunen. Am Ende landete die Reservemannschaft dann in sicheren Gefilden.
Für die neue Saison ist eine Platzierung sehr schwer einzuschätzen. Nach Saisonende gab es 18 personelle Veränderungen. Das erinnert schon beinahe an die Reserveteams der Profimannschaften. Zudem gab es auf dem Trainerstuhl einen familären Wechsel von Yusuf Brim zu Muti Brim. Der bisherige Coach Yusuf kümmert sich nun um eine bessere Verbindung von U19, Reserve-Team und Verbandsliga-Mannschaft.
Der VfB II profitiert im Übrigen unheimlich von seiner guten Jugendarbeit. Dann viele der "Neuzugänge" haben zuvor in der eigenen VfB-Jugend die Kickschuhe geschnürt.
SV 1910 Sinsheim
Es ist schon aller Ehren wert, dass die Schwarz-Weissen nach dem tragischen Relegationsspiel und dem damit verpassten Aufstieg, so schnell in der Saison darauf wieder die Kurve bekommen haben. Auch die Abgänge starker Spieler (da Silva Santos, Kullmann) konnte den SVS nicht aufhalten. Nach einer extrem langen Saison konnte man am Ende knapp, aber verdient, die Meisterschaft feiern. Es ist der erste Aufstieg seit 26 Jahren für die Wettsteinspucker. Zuvor ging es in Etappen von der Verbandsliga in die B-Klasse, wo man inzwischen seit 12 Jahren um Punkte kämpfte.
Der Sportverein wird nun mit Euphorie im Rücken die A-Klasse rocken. Spiele bei denen es nur um die Höhe des Sieges geht, wird es in der neuen Klasse nicht mehr geben. Insofern dürfte der Spaß der Ayvatas-Elf in neuer Umgebung erheblich höher sein, als in der letztjährigen unausgewogenen B-Klasse Staffel 1.
Die treuen Funktionäre des SVS haben schwere Jahre hinter sich. Umso schöner, dass der frühere Vorzeigeverein des Kraichgaus, endlich wieder etwas zu feiern hat. Der SVS wird eine stabile Saison spielen und für mache Überraschung sorgen. Hierbei helfen werden die beiden starken Neuzugänge Pynzar und Zsoffcsak.
SV Hilsbach
Der Sportverein hat in der vergangenen Spielzeit zwei wichtige Ziele erreicht. Er stand einerseits über dem Strich und andererseits vor dem Nachbarn FC Weiler. Trotzdem war es ein Auf- und Ab am Waldsee. Die Konstanz, die man auf dem Trainerstuhl hat, brachte die Elf von A. Kuczynski nicht immer auf den Platz.
Im Kader der Rot-Schwarzen gab es in der Sommerpause überraschend viel Bewegung. Auffällig auch, dass viel Routine und Erfahrung verloren geht (Knapp, Engelmann, Oliveira, Fernandes, Weber etc.). Nun werden es die vielen jungen Wilden richten müssen. Beim Sportverein sollte deswegen weniger ein Tabellenplatz, als viel mehr die Entwicklung der Youngsters im Vordergrund stehen. Hauptsache man steht wieder über dem Strich.
SV Babstadt
Seitdem M. Eberhardt und R. Bähr das Zepter beim SVB schwingen, ging die Anzahl der Gegentore erheblich nach unten. Lediglich das Spitzentrio musste in der abgelaufenen Saison seltener hinter sich greifen. Auch die Spielkultur war oftmals schön anzusehen. Nun hat Bähr dem Verein den Rücken gekehrt und Eberhardt rückt auf die Co-Trainer-Position. Das Ruder übernimmt nun der erfahrene Ex-Eppinger Stefan Bartsch.
Der Kader selbst bleibt nahezu unverändert. Allerdings verlässt ausgerechnet mit J. Rieth einer der stärksten Torhüter der A-Klasse die "Boobschter". Dieser Abgang wiegt schwer. Der SVB gestaltete letzte Saison (bis auf die Spiele gegen Dühren) jedes Spiel sehr eng. Somit haben die Grün-Weißen auf jeden Fall das Zeug dazu auch 25/26 noch der A-Klasse anzugehören. Es wäre ihnen zu wünschen, dass sie mal eine erfolgreichere Vorrunde spielen, so dass der Druck in der Rückrunde nicht immer so extrem hoch ist.
TSV Zaisenhausen
Das Abstiegsgespenst hing dem Turn- und Sportverein die komplette Runde im Nacken. Am Ende retteten sich die Zaisenhäuser mit dem ersten Nichtabstiegsplatz über die Linie.
Seit dem Abgang des Trainer-Trios Kugler/2 x Panhölzl ging die Torgefahr erheblich zurück. Nun verlässt auch noch Toprakkazar den Verein, der in 16 Spielen auf 15 Scorer-Punkte kam. Da auch nicht damit zu rechnen ist, dass Freistoß-Exprte Dittes in jedem Spiel einen Ball in die Maschen zirkelt, wird das oberste Ziel sein, wieder möglichst schnell viele Punkte zwischen sich und die Abstiegsplätze zu bekommen.
TSV Angelbachtal
Der Fusionsverein erlebte in der letzten Saison eine Achterbahn der Gefühle, die aber mit dem Klassenerhalt zufriedenstellend endete. Zur neuen Saison hat der TSV viele Abgänge zu verzeichnen. Vor allen Dingen der Abgang von Torhüter Miske bedeutet einen Qualitätsverlust. Aber am meisten steigt und fällt das Spiel des Turn- und Sportvereins mit den Leistungsträgern Weinmann, Michel und Fuentes. Während Fuentes in der Vorrunde noch frei aufspielte und beinahe nach Belieben traf, versuchte er es in der Rückrunde zu sehr mit der Brechstange und verkrampfte. Hier bleibt die Hoffnung, dass der 33jährige in der neuen Saison wieder zu seiner Torgefährlichkeit zurückfindet. Im letzten Jahr sprang der 20jährige Baldura oftmals in die Bresche und glänzte mit zehn Toren. Geht da 24/25 noch mehr? Trainer-Ikone Weiser tritt nun etwas in den Hintergrund und überlässt den jungen Höhn und Keil noch mehr Verantwortung.
TSV Reichartshausen: Das wird ein dickes Brett, das der TSV in der anstehenden Saison zu bohren hat. Lennart Schilling, Daniel Mayer, Mathias Ditzinger sind drei hochtalentierte junge Fußballspieler. Sie wären in jedem A-Klasse Verein Stammspieler. Und ausgerechnet diese Leistungsträger verlassen den Teschner-Verein.
Es ist ja bekannt, dass die Grün-Weißen bereits in der Vorrunde 23/24 durch unzählige Ausfälle kaum Punkte ergattern konnten. Erst nachdem viele Spieler zurückkehrten, gelang eine sensationelle Aufholjagd mit einem erfolgreichen Ende. Doch wie will man in der Wannestraße diese hochkarätigen Abgänge kompensieren? Es bleibt zu hoffen, dass die emsigen Verantwortlichen Elberth & Koder im Verlauf der Saison gute Lösungen finden bzw. der ein oder andere Abgang in der Winterpause wieder zurückkehrt.
TSV Helmstadt II
Durch die Einführung der C-Klasse ist es das letzte Mal, dass die A-Klasse durch ein Reserveteam ergänzt wird. Viele empfinden dies für richtig. Den A-Klasse-Teams, die Jahr für Jahr um den Klassenerhalt kämpfen müssen, fehlt zukünftig allerdings diese Reservemanschaft. Denn mit diesem Teams stand Jahr für Jahr eigentlich schon immer der erste Absteiger fest.
Den TSV hatte letzte Saison eigentlich lange Zeit niemand auf dem Zettel für den Aufstieg. Doch dank einer guten Rückrunde landeten die Blau-Weißen in der Endabrechung noch auf Rang 2. Durch den Verzicht von Mühlbach II konnte der Turn und Sportverein den Weg in die Kreisliga A antreten. Wie schwer es in der A-Klasse zu spielen ist, musste das Team vor zwei Jahren schon einmal erfahren, als man sofort wieder abstieg. Trotzdem ist es schön, dass man im Norden des Fußballkreises das Aufstiegsrecht wahrnimmt. Die Liga kann sich auf eine faire Mannschaft freuen, in der es auch darauf ankommt, ob Torjäger Robin Prigl in der neuen Klasse zumindest annähernd so erfolgreich sein kann, wie in der vergangenen Saison (25 Tore).
1.) SV Tiefenbach
2.) TSV Ittlingen
3.) VfB Bad Rappenau
4.) FC Weiler
5.) TSV Dühren
6.) FV Sulzfeld
7.) FC Eschelbronn
8.) SG Untergimpern
9.) TSV Waldangelloch
10.) VfB Eppingen II
11.) SV 1910 Sinsheim
12.) SV Hilsbach
13.) SV Babstadt
14.) TSV Zaisenhausen
15.) TSV Angelbachtal
16.) TSV Reichartshausen
17.) TSV Helmstadt II