2026-04-15T12:16:22.084Z

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Der Fast-1000-Tore-Mann verlässt den TSV West – und kündigt schon wieder Rückkehr an

Muzzi Gür wechselt zum Saisonende nach Gernlinden

von Dieter Metzler · Heute, 17:00 Uhr · 0 Leser
Muzzi Gür.
Muzzi Gür. – Foto: Dieter Metzler
Rund 900 Spiele und 1000 Tore für den TSV Fürstenfeldbruck West: Das ist die Bilanz von Muzzi Gür. Nun verlässt er seinen Herzensverein.

„Was hab ich dir gesagt? Der macht den rein, schau hin!“ Auch diesmal behielt der Zuschauer recht: Muzzafer „Muzzi“ Gür zirkelte einen Freistoß aus 22 Metern ins Kreuzeck. Es war einer dieser Treffer, wie sie beim TSV West seit Jahren zu seinem Markenzeichen geworden sind. Fast 900 Spiele hat der 42-Jährige für den A-Klassisten bestritten, dazu steuert er auf die Marke von 1000 Toren zu – ein Rekord für die Ewigkeit in der Vereinsgeschichte. Ob er die magische Marke noch knackt ist aber ungewiss: Denn im Sommer verlässt Gür seinen Herzensverein und schließt sich dem TSV Gernlinden an.

Geboren wurde Gür in Carsamba bei Samsun in der Türkei. Als Sechsjähriger kam er mit seiner Mutter und vier Geschwistern nach Fürstenfeldbruck. Der Vater arbeitete bereits seit Jahren als Zimmerer im Landkreis und holte die Familie nach. Drei ältere Geschwister blieben zunächst in der Heimat.

Sieben Tore zum Einstand

Mit dem Fußball begann Gür beim SC Fürstenfeldbruck, wechselte aber schon nach wenigen Monaten zum TSV West, wo viele seiner Freunde spielten. Dort durchlief er alle Jugendmannschaften und sorgte auch bei den Herren früh für Furore. An sein Debüt erinnert er sich bis heute – zumindest an das Ergebnis: Beim 7:1-Sieg erzielte er alle sieben Tore. „Wer der Gegner damals war, weiß ich gar nicht mehr“, sagt Gür.

Emotionaler erster Abschied beim TSV West: Muzzi Gür (l.) mit Präsident Günter Eichinger und Technischem Leiter Werner Lenk (r.).
Emotionaler erster Abschied beim TSV West: Muzzi Gür (l.) mit Präsident Günter Eichinger und Technischem Leiter Werner Lenk (r.). – Foto: Dieter Metzler

Sein Talent fiel jedenfalls auf. Viele Vereine im Landkreis bemühten sich um ihn, doch lange blieb er dem TSV West treu. Erst mit 28 Jahren zog es ihn für kurze Zeit zum damaligen Landesligisten SC Fürstenfeldbruck. Auch dort gelang ihm ein perfekter Einstand: Zum Saisonauftakt erzielte er den Siegtreffer zum 1:0. Doch schon einen Monat später zog er weiter, als Vertragsamateur zum VSST Günzlhofen. Nach einer Saison war auch dort wieder Schluss – und Gür kehrte in den Brucker Westen zurück.

Trotz aller Turbulenzen beim TSV, sportlich ging es von der Kreisliga bis hinunter in die A-Klasse, fühlte sich Gür dem Verein immer eng verbunden. „28 der 32 Jahre, die ich bis heute beim TSV West verbracht habe, waren richtig schön“, sagt er. Vor allem das familiäre Umfeld, geprägt nicht zuletzt von Präsident Günter Eichinger, habe ihn gehalten. „Und ich konnte meinen Fußball spielen“, sagt der langjährige Kapitän. „Es hat mir niemand reingeredet.“

Sehnsucht nach der Hütten-Zeit

Besonders gerne denkt Gür an die Zeit zurück, als der Verein noch seine alte „Hütte“ hatte. „Diese Zeit wird mir immer in Erinnerung bleiben“, sagt der 42-Jährige, der beruflich bei Sport Bittl in Allach arbeitet. Auf dem neuen Gelände am Sportzentrum III sei der TSV West aus seiner Sicht dagegen noch nicht ganz angekommen.

Umso größer war der Schock im Verein, als Gür nun seinen Wechsel zum TSV Gernlinden verkündete. „Die Jungs haben aber alle Verständnis“, sagt er. Nach all den Jahren suche er noch einmal eine neue sportliche Herausforderung. Zu Trainer Antonio Ferlisi und vielen Spielern in Gernlinden habe er einen guten Draht, außerdem traue er sich zu, der Mannschaft in der A-Klasse weiterzuhelfen.

Muzzi Gür.
Muzzi Gür. – Foto: Dieter Metzler

Ganz vorbei ist das Kapitel TSV West für ihn trotzdem nicht. „Mein Karriereende werde ich auf jeden Fall irgendwann beim TSV West begehen“, kündigt Gür an. Dass er auch mit 42 noch torgefährlich ist, beweist er seit zwei Jahren zudem in der Ü40 des FC Fürstenfeldbruck, wo er mit seinen Treffern großen Anteil am Erfolg der Brucker in der Bezirksoberliga hat. (Dieter Metzler)