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Pokal

Der eine wartet 46 Jahre, der andere nur zwei

Heidelberger Kreispoka +++ Zum Abschluss unserer Vorberichte zum großen Finale ein Interview mit den beiden Trainern

von red. · 22.04.2026, 10:00 Uhr · 0 Leser
Zum Abschluss unserer Reihe zum Pokalfinale haben die Trainer das Wort. Daniel Merz vom Eberbacher SC und Matthias Vogt von Meckesheim-Mönchzell.
Zum Abschluss unserer Reihe zum Pokalfinale haben die Trainer das Wort. Daniel Merz vom Eberbacher SC und Matthias Vogt von Meckesheim-Mönchzell. – Foto: Foto Pfeifer

Das Pokalfinale wirft seine Schatten voraus. Am Samstag ist es soweit. Ab 17 Uhr rollt der Ball in Waldwimmersbach. FuPa Baden hat mit beiden Trainern gesprochen:

Matthias Vogt von Germania Meckesheim-Möchzell und Daniel Merz vom Eberbacher SC.

Hallo Matze, Hallo Daniel, eure Teams bestreiten am Samstag das Pokalfinale. Was hat das Spiel für eine Bedeutung für euren Verein?

Matthias Vogt: Alle im Verein freuen sich riesig auf das Spiel, der letzte Pokalsieg liegt 46 Jahre zurück. Mit jeder Runde, die wir geschafft haben, hat man die steigende Euphorie gemerkt. Vor allem aber freut sich die Mannschaft darauf. Seit dem erfolgreichen Halbfinale fiebern wir alle diesem Tag entgegen.

Daniel Merz: Die Bedeutung des Spiels ist, glaube ich, für jeden Verein eine große. Gerade vor dem Hintergrund, dass wir vor zwei Jahren schon einmal gewonnen haben, wäre das echt ein großes Ausrufezeichen an den gesamten Heidelberger Kreis.

Wie schätzt ihr eure Chancen im Finale ein?

Vogt: Auf dem Papier sind wir Außenseiter. Aber wir haben schon gegen drei Kreisligisten eine Überraschung geschafft. Das Spiel geht bei 0:0 los. Dementsprechend fünfzig zu fünfzig.

Merz: In so einem Finalspiel kann natürlich alles passieren. Von daher stehen unsere Chancen fünfzig zu fünfzig. Wir spielen zwar eine Klasse höher, aber in so einem Endspiel möchte ich das jetzt nicht auf uns gewichten.

Wo seht ihr eure Stärken? Wo habt ihr vielleicht einen Vorteil, den ihr ausnutzen könnt?

Merz: Vielleicht liegt unser Vorteil darin, dass wir Spieler haben, die ein solches Spiel schonmal gespielt haben. Wir wissen, was wir leisten müssen, um am Ende als Sieger vom Platz zu gehen.

Vogt: Uns wird es sicher guttun, dass wir mal nicht Favorit sind, so wie in der Liga. Verbunden mit dem Wissen, dass wir schon den ein oder anderen Kreisligisten besiegt haben, gehen wir voller Selbstvertrauen in die Partie und wollen unsere Stärken im Umschaltspiel zeigen.

Was wisst ihr über den Gegner?

Merz: Mönchzell erwarte ich sehr kompakt, sehr zweikampfstark. Unterschätzen werden wir den Gegner definitiv nicht, denn keine Mannschaft steht ohne Grund im Pokalfinale.

Vogt: Eberbach hat eine ausgeglichene Mannschaft, die defensiv kompakt steht und im Mittelfeld sehr variabel spielt. In der Offensive sind sie mit Steffen Kittel und Drago Balukcic natürlich außergewöhnlich stark besetzt. Diese Spieler müssen wir in den Griff bekommen.

Matthias, welche Wunderwaffe hast du eingepackt, um Eberbachs Torjäger Drago Balukcic in den Griff zu bekommen?

Vogt: Ich kenne Drago, seit er zehn Jahre alt ist. Er ist extrem stark am Ball und seine Abschlüsse sind sehr gefährlich. Wir werden versuchen, ihn kompakt zu verteidigen und keine Abschlüsse zuzulassen. Zu 100 Prozent ist das nicht zu schaffen. Die restlichen Prozent muss unser Torwart übernehmen.

Und Daniel: Welche Geheimwaffe hast du eingepackt, um Mönchzells Torjäger Jonas Pflaugner in den Griff zu bekommen?

Merz: Ich kenne Jonas Pflaugner persönlich nicht, weiß aber natürlich, dass er ein sehr guter Stürmer ist. Wir werden ihn verteidigen, wie jeden anderen Stürmer in der Liga.

Danke euch! Dann gibt es zum Schluss jetzt noch ein paar kurze Stichpunkte zum Vervollständigen:

Wir gewinnen am Samstag, weil…

Vogt: …wir die Euphorie aus dieser Pokalsaison mitnehmen und an die bisherigen Spiele gegen Kreisligisten anknüpfen. Wir gehen mit dem festen Glauben in das Finale, dass wir unsere Chance nutzen werden.

Merz: ...wir unsere Leistung abrufen und als Sieger vom Platz gehen.

Unseren Zuschauern versprechen wir, dass…

Merz: …wir alles in die Waagschale werfen werden und alles für die Vereinsfarben geben.

Vogt: …wir alles geben und uns für die große Unterstützung mit einem absoluten Pokalfight bedanken. Gemeinsam wollen wir ein einmaliges Pokalfinale erleben.

Der Pokalsieg wäre für mich persönlich...

Vogt: ...im Herbst meiner Fußballerzeit nochmal ein richtiges Highlight. An diese Spiele erinnert man sich sein ganzes Leben und ich würde mich riesig freuen, mit der Mannschaft und den Fans den Titel feiern zu können.

Merz: …was ganz ganz Großes. Der Pokalsieg vor zwei Jahren war für mich der emotionalste Moment meiner bisherigen Trainerlaufbahn. Das zu wiederholen wäre eine außergewöhnliche Leistung.

Wir bedanken uns herzlich für das Gespräch und wünschen euch beiden viel Erfolg für Samstag!

Hier die Expertentipps:

Was gibt es Schöneres, als vor einem Finalspiel zu "fachsimpeln", wie es ausgehen wird. Wobei es am Ende ja sowieso wieder ganz anders kommt. Um erste Diskussionen anzuheizen haben wir neun Experten aus dem Kreis gebeten, ihre Meinung abzugeben.

Manuel Wengert: Trainer des Bezirksligatabellenführers VfB Leimen. Traf letztes Wochenende in der Liga auf Eberbach: "Eberbach spielt eine richtig gute Saison und wird seiner Favoritenrolle gerecht werden. Ich tippe 3:1 für Eberbach."

Nico Hillenbrand: Trainer des VfB Rauenberg. Spielt gegen Eberbach in der Runde und schied im Pokalhalbfinale in Mönchzell aus: "Ich tippe auf Eberbach. Ich kenne die Mannschaft aus der Liga. Sie spielen sehr guten Fußball und haben mit Kittel und Baluckic zwei Ausnahmekönner in den Reihen. Mein Tipp: 3:1 für Eberbach."

Yavuz Aktas: Trainer des VfB Wiesloch. Spielt gegen Möchnzell in der Liga und nächstes Jahr wohl auch gegen Eberbach: "Schwierig zu tippen. Das wird ein extrem enges Spiel. Mönchzell steht gut in der Defensive, Eberbach hat extrem gute Offensivspieler. Ich tippe auf ein 2:1 für Mönchzell."

Marcel Meuter: Trainer DJK/FC Ziegelhausen-Peterstal II. Spielt gegen Mönchzell in der Liga und seit 25 Jahren aktiv Fußball im Kreis: "Das Spiel wird eine klare Sache. Meckesheim hat aktuell nicht seine beste Phase und wird gegen Eberbach nicht gewinnen. Ich sage: 2:0 für Eberbach."

Christopher Benz: RNZ-Mitarbeiter, DFB-Stützpunkttrainer in Sinsheim und nebenbei das personifizierte "FuPa Baden": "Ich tippe 1:0 für Meckesheim-Mönchzell. Das wünsche ich mir für meinen alten Kumpel Samuel Eisinger, der im zarten Alter von fast 39 Jahren sein erstes Pokalfinale bestreiten darf."

Jonas Can: Trainer von Aramäer Leimen. Spielt gegen Mönchzell in der Liga und nächstes Jahr wohl auch gegen Eberbach: "Ich tippe auf Eberbach. Alleine, weil die schon viel mehr Erfahrung haben und länger auf hohem Niveau spielen. Das gibt ein 3:1."

Volkan Cetinkaya: Trainer SG Dielheim. Kennt Eberbach aus der Liga und traf im Pokalhalbfinale auf die Stauferstädter: "Mein Tipp: Germania 1 – Eberbach 3. Warum? Erstens denke ich, dass Eberbach qualitativ besser aufgestellt ist und zweitens wären wir dann gegen den Pokalsieger ausgeschieden (lacht)."

Heiko Rosenfelder: Trainer FT Kirchheim: "Ich kenne sowohl Eberbachs spielenden Co-Trainer Steffen Kittel, als auch Meckesheims Trainer Mathias Vogt. Von daher gönne ich beiden den Titel. Ich sehe aber Eberbach in der Favoritenrolle. Wenn alle Spieler an Bord sind, ist das eine Kreisligaspitzen-Mannschaft. Ich tippe auf ein knappes 4:3 für Eberbach."

Chat-GpT, ausgewiesener Experte für alle Lebenslagen: "In solchen Kreispokal-Finals gilt fast immer: 50/50-Spiel, gerade weil es nur ein Spiel ist. Es gibt noch keinen Gewinner. Wenn du mich festnagelst: leichter Vorteil Eberbach, aber wirklich knapp. 2:1."